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Kingdom Come: Deliverance

Kingdom Come: Deliverance

Wir haben uns in der Beta des historischen Rollenspiels rumgetrieben, das eine Reise nach Böhmen im Jahr 1403 ermöglicht.


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Wenn man alle Spiele mit Magie, übernatürlichen Elementen oder Science Fiction wegließe, es blieben nicht viele Open-World-Rollenspiele übrig. Man könnte sogar behaupten, dass eines der populärsten Genres thematisch ziemlich eingeschränkt ist. Aber es gibt natürlich Ausnahmen und eine von ihnen ist das Spiel Kingdom Come: Deliverance der Warhorse Studios. Sie nennen es "Dungeons without Dragons" und es orientiert sich mehr an Ken Follet als an George R.R. Martin. Alles dreht sich um jene Sorte Machtkampf, die man in den Geschichten beider Autoren wiederfindet.

Kingdom Come: Deliverance spielt in Böhmen (heute die Tschechische Republik), einem Teil des damaligen Römischen Imperiums. Wir schreiben das Jahr 1403 - der alte König Charles IV ist tot und sein Sohn und Nachfolger Weneceslaus wurde von seinem Halbbruder Sigismund gestürzt. Es ist eine Zeit der Aufruhr und wir schlüpfen in die Haut von Henry, einem jungen Schmied, der noch eine wichtige Rolle spielen wird.

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Böhmen ist ein toller Ort für ein historisches Rollenspiel. Die Landschaften sind beeindruckend und man vermisst wirklich keine übernatürlichen Elemente.

Kingdom Come: Deliverance wird als der erste Akt beschrieben, auch wenn Warhorse Studios zugeben, das sie schon weit über das hinausgegangen sind, was ursprünglich für den ersten Akt geplant war. Zukünftige Akte spielen dann weiter in der Zukunft, über die uns der erste Akt aber einen Ausblick gewährt.

Das Spiel wurde durch eine erfolgreiche Kickstarter-Kampagne finanziert und die Unterstützer (alte und neue) können einen Teil des Spiels in der Beta erleben. Das Erlebnis beginnt mitten in der Geschichte und unsere Hauptfigur versucht, einen Banditen fassen. Er hat eine Spur und hofft, den Gesetzlosen zu finden und mit ihm zu sprechen, bevor irgendjemand ihn für immer zum Schweigen bringt.

Böhmen ist ein toller Ort für ein historisches Rollenspiel. Die Landschaften sind beeindruckend und man vermisst wirklich keine übernatürlichen Elemente, denn die Landschaft selbst ist schon mystisch genug. Der Tag--Nacht-Zyklus sorgt für atemberaubende Aussichten und auch wenn das Spiel optisch nicht mit The Witcher 3: Wild Hunt mithalten kann, ist es dennoch beeindruckend.

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Es stehen in den Kämpfen auch Bögen zur Verfügung, aber unser tägliches Brot sind eher Schwerter und Schilde.

Ein Aspekt des Spiels, dem wohl nicht alle Spieler nachgehen werden, ist der Kampf. Das ganze Spiel wurde so konzipiert, dass man die Quests auf unterschiedliche Art und Weise lösen kann - ob mit direkter Konfrontation und Einschüchterung, mit silberner Zunge und dem Einsatz von Diplomatie oder durch Täuschung und Verschleierung. Unsere Entscheidungen beeinflussen die Welt und in der werden die vom Programm gesteuerten Mitspieler nicht einfach magisch erstellt, wenn sie gebraucht werden. Denn wenn man jemanden vergiftet, um in einer Quest weiterzukommen, fehlt einem eventuell eine Lösungsmöglichkeit bei der nächsten.

In der Beta kann man sich für Kampf, Diplomatie oder ein bisschen von beidem entscheiden, da man in irgendwo in der Mitte der Hauptgeschichte einsteigt. Laufen ist in der riesigen Agrarlandschaft nicht die beste Option, aber glücklicherweise können wir mit einem Knopfdruck unser Pferd herbeirufen. Das echte Spiel soll etwa sechzehn Quadratkilometer groß sein. Die Beta zeigt aber nur einen Teil davon, aber fühlt sich trotzdem wie ein riesiger Sandkasten an, den man erkunden und erforschen darf. Viele der Elemente, die das ganze erst richtig interessant machen (wie das Kriminalitätssystem), sind noch nicht eingebaut, aber man kann sofort das Potential erkennen.

Es stehen in den Kämpfen auch Bögen zur Verfügung, aber unser tägliches Brot sind eher Schwerter und Schilde. Man kann Blocken und Parieren, was auch der Schlüssel zum Erfolg ist. Hiebe lassen sich aus fünf verschiedenen Winkeln ausführen und es gibt bestimmte Kombinationen, mit denen man durch die Verteidigung des Gegners kommt. Es spielt sich eher wie ein Duell, was auch bedeutet, dass man bei mehr als einem Gegner schnell in Schwierigkeiten gerät. Man kann auch Hiebe andeuten und dann einen anderen Move ausführen, um die gegnerische Verteidigung auszuhebeln.

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"Ein einfacher Bauer mit einem rostigen Schwert kann dich am Anfang genauso töten wie am Ende des Spiels."

"Du wirst nie in eine Situation geraten in der du dich nur so durch eine Armee von Banditen metzelst und sie alle mit wildem Knöpfedrücken erledigst", erklärt PR-Manager Tobias Stolz-Zwilling. "Es sind immer die Kämpfe, die dich töten können. Sowohl anfangs als auch am Ende. Alles, was dich rettet, sind deine persönlichen Fähigkeiten. Je besser du wirst, desto besser wirst du auch kämpfen. Das RPG-System unterstützt dich, du lernst neue Moves, wirst schneller. Aber ein einfacher Bauer mit einem rostigen Schwert kann dich am Anfang genauso töten wie am Ende des Spiels."

Genau das sei "eines dieser Dinge, die für Immersion bei den Kämpfen sorgt, weil du weißt, dass ein guter Hieb alles was für deinen Sieg oder für deinen Tod bedeutet", unterstreicht Martin Ziegler, der technische Designer des Spiels. "Wir versuchen, ein kleines bisschen weniger realistisch zu sein als das. Es macht einfach keinen Spaß, mit einem Hieb von 100 Prozent Gesundheit aus direkt in den Tod geschickt zu werden."

Ich bin von Kingdom Come: Deliverance ziemlich beeindruckt. Es ist mal etwas anderes und wie bei jedem guten historischen Spiel will man nach dem Geschichtsbuch greifen oder Wikipedia nach weiteren Informationen durchforsten. Bis zur Veröffentlichung wird es noch einige Zeit dauern und wie ihr auch aus dem Interview erfahren könnt, müssen noch einige Design-Entscheidungen getroffen werden (etwa, wie man verhindert, dass der Spieler wichtige Charaktere aus der Hauptgeschichte vorher schon tötet). Aber: Der Beta-Ausschnitt aus dem Spiel hat auf jeden Fall neugierig auf mehr gemacht.