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Monster Hunter 4 Ultimate

Monster Hunter 4 Ultimate

Wir haben uns die japanischen Monster auf dem 3DS vorgenommen und viele Stunden auf der Jagd verbracht.


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Komplett orientierungslos steige ich die Stufen hinab, als mir der schweflige Geruch gefühlt in die Nase steigt. Hier unten gibt es keine frische Luft, es gibt kein Tageslicht. Stattdessen erleuchtet ein seltsames Gestein diese Höhle in einem unnatürlich gelben Licht und dieser Gestank vernebelt mir die Sinne. Mir knurrt der Magen, seit zwanzig Minuten renne ich durch diese Höhle und meine Gedanken sind bereits bei anderen Angelegenheiten, als plötzlich ein Tetsucabra - das ist ein amphibienartiges, stark gepanzertes Ungetüm - aus dem Schwefelsee springt und meinen Weggefährten nur um Haaresbreite verfehlt. Wir sind gekommen, um dieses Ding zu erlegen. Doch ich war ein Narr anzunehmen, dass es einfach wird.

Seit jeher verbindet die Monster Hunter-Serie grandiose Kämpfe mit unglaublichen Kreaturen und dem Gefühl, zu etwas Größerem zu gehören. Im neuesten Serienableger Monster Hunter 4 Ultimate für den Nintendo 3DS verändert sich an dieser Erfolgsrezeptur nichts, dem Action-Rollenspiel wird aber zusätzlich eine authentischere Geschichte und so etwas mehr Spieltiefe verliehen. Doch leider hat Capcom die Wii U-Version des Spiels aus der Entwicklung ausgeschlossen, weshalb man zwangsweise an den kleinen Handheld verwiesen wird - und das ist bei diesem Mammutprojekt wirklich ein bisschen schade.

Monster Hunter 4 UltimateMonster Hunter 4 Ultimate
Sind genügend Quests einer Stufe abgeschlossen, steigt der Jägerrang und die Gilde vertraut uns schwierigere Missionen an.

Auch in Monster Hunter 4 Ultimate spielen wir einen ambitionierten Jäger, der sich beweisen will. Die Reise beginnt in der geschäftigen Handelsstadt Val Habar, einem Ort, der auf keiner Karte eingezeichnet ist. Val Habar ist ein Paradies für aufstrebende Jäger, denn hier gibt es viel zu tun. Der Karawanenführer ist der Erste, der unser Potenzial erkennt und beschäftigt uns sofort mit einigen Angelegenheiten. Die Einführung ist seicht, doch sie verdeutlicht vor allem neuen Spielern anschaulich, wie das Spiel funktioniert. Im Prinzip gibt nur drei verschiedene Arten von Gildenquests: das Sammeln von Mineralien und anderen Ressourcen, das Töten einiger niederer Monster oder den Kampf gegen eine besonders gefährliche Kreatur. Sind genügend Quests einer Stufe abgeschlossen, steigt der Jägerrang und die Gilde vertraut uns schwierigere Missionen an. Genau so funktioniert Monster Hunter 4 Ultimate: Hier muss sich ein Jäger noch mühsam selbst in der Nahrungskette nach oben arbeiten.

Haben wir mit der Gildenjungfer gesprochen und die Aufgabe angenommen, beginnt die eigentliche Arbeit. Dann wird noch einmal die Ausrüstung überprüft oder es geht direkt zum Koch. Ein Jäger sollte nie mit leeren Magen in die Schlacht ziehen und der Straßenkoch zaubert herrliche Mahlzeiten für einen geringen Obolus. Neben den Abenteuern erzählt Monster Hunter 4 Ultimate eine angenehm aufbereitete Geschichte voller lustiger Dialoge und überdrehtem Humor. Die Nebencharaktere reden sehr gerne über ihre Probleme und sind sich dabei nicht zu schade, ihre eigene Rolle in diesem Spiel zu reflektieren. Und obwohl das Jägerdasein alles andere als langweilig ist, sorgen Nebenbeschäftigungen in den Dörfern für zusätzliche Abwechslung. Unerforschte Orte warten darauf, erkundet zu werden, während in der Arena Kämpfe bestritten werden wollen. Außerdem gibt es eine Musikhalle, die mit entspannten Melodien zum Verweilen einlädt.

Monster Hunter 4 Ultimate
Wer sich allein auf seine Ausrüstung verlässt und nur mit einer tollen Waffe in den Kampf zieht, der wird keine große Kreatur zum Fall bringen.

In Monster Hunter 4 Ultimate sind zwei neue Waffenkategorien vertreten. Zum einen ist das die Morph-Axt, die im Laufe des Kampfes ihre Form verändert und dadurch variablen Schaden an zahlreichen Gegnersorten anrichtet. Mit an Bord ist neuerdings auch die Insektenglefe, die mit großartiger Beweglichkeit und raffinierten Spezialtechniken punktet. Die Waffe verschießt einen Parasiten, der eine Kreatur schwächt und dem Jäger einen Bonus auf ein bestimmtes Attribut überträgt. Insgesamt gibt es vierzehn unterschiedliche Waffengattungen, die alle ihre Vor- und Nachteile haben. Daher spezialisiert sich ein geübter Jäger nicht nur auf eine einzige Waffenart, er greift auf ein hochwertiges Sortiment verschiedenster Überlebenswerkzeuge zurück - je nachdem, welche Beute erlegt werden muss.

Wer sich allein auf seine Ausrüstung verlässt und nur mit einer tollen Waffe in den Kampf zieht, der wird keine große Kreatur zum Fall bringen. Ohne die richtige Taktik wird der Jäger schnell zum Gejagten und endet womöglich als Mahlzeit eines Wyvern. Die meisten Nahkampfwaffen verfügen über eine Energieleiste, die sich durch erfolgreiche Treffer an einem Gegner füllt. Mit der gespeicherten Energie entfesseln wir heftige Attacken und Kombinationsangriffe, die verheerenden Schaden an der Beute verursachen. Dolchträger zum Beispiel profitieren vom Dämonenmodus, der die Trefferzahl und den Schaden immens in die Höhe treibt. Andere Waffen wie das Langschwert erreichen hierdurch verschiedene Schadensstadien oder temporäre Angriffseffekte. Natürlich haben diese Zustände auch Nachteile und sollten daher äußerst sorgfältig benutzt werden. Das neuartige Kampfysystem ist aber zweifelsohne eine tolle Ergänzung für die Serie.

Im Vergleich zum direkten Vorgänger Monster Hunter 3 Ultimate aus dem Jahr 2013 ist Monster Hunter 4 Ultimate um einiges zugänglicher. Serienkenner profitieren natürlich von ihrer bisherigen Spielerfahrung, ungeübte Jäger wühlen sich derweil durch zahllose Textwüsten, um grundlegende Spieltaktiken, Hilfestellungen und Tipps zu erhalten. Natürlich lässt sich diese Option ausstellen, allerdings schadet es selbst Monster Hunter-Veteranen nicht, diese Informationen noch einmal aufzufrischen.

Monster Hunter 4 Ultimate
Die aus dem dritten Teil bekannten Unterwassergefechte sind nicht länger Teil des Spiels, dafür profitieren wir von einer verbesserten Beweglichkeit der Spielfigur.

Monster Hunter 4 Ultimate ist auch deshalb etwas leichter, weil es nun einen persönlichen Gefährten gibt. Die kleine Kampfmieze hat mir das ein oder andere Mal aus der Klemme geholfen, indem sie mich heilte oder die Aufmerksamkeit der Bestien auf sich zog. Der Begleiter levelt im Laufe des Spiels Stufen auf und darf mit Ausrüstungsgegenständen an eigene Bedürfnisse angepasst werden. Auch wenn der Begleiter keine direkten Befehle erhält, ist er eine sinnvolle Ergänzung des Einzelspielermodus. Denn nachdem die kleinen Anfangsmonster besiegt sind und wir einer echten Herausforderung gegenüberstehen, lernen wir die Bedeutung dieses Mitstreiters schnell zu schätzen.

Die aus dem dritten Teil bekannten Unterwassergefechte sind nicht länger Teil des Spiels, dafür profitieren wir von einer verbesserten Beweglichkeit der Spielfigur. In Monster Hunter 4 Ultimate dürfen wir nämlich auf den gefährlichen Bestien reiten, falls es gelingt, auf den Rücken einer Kreatur zu gelangen. Aber natürlich lässt die sich das nicht einfach so gefallen und wird schleunigst versuchen, uns abzuschütteln. Leider sind diese Kletterpartien zumindest bei mir verhältnismäßig unkoordiniert entstanden und konnten in den hitzigen Gefechten kaum gezielt wiederholt werden. Aber das lag vielleicht auch einfach nur an mir. Vielleicht lag es aber auch an der krampfhaften Steuerung, mit der schon Monster Hunter 3 Ultimate zu kämpfen hatte. Gesteuert wird das Rollenspiel nämlich über ein virtuelles Steuerkreuz auf dem Touchscreen des Nintendo 3DS oder alternativ über das digitale Steuerkreuz unter dem Controlstick des Handhelds. Beides ist eher unpräzise, doch glücklicherweise unterstützt Monster Hunter 4 Ultimate das Circle Pad Pro, das einen physischen Kamerastick zum 3DS hinzufügt.

Monster Hunter 4 Ultimate ist für den Nintendo 3DS wohl genau jenes Spiel, das sich Fans der Serie wünschen. Das Spiel bekommt etwas frischen Wind, doch im Grunde bleibt alles beim Alten. Mithilfe des Begleiters und der vielen Tutorials bewältigen nun auch Einsteiger die moderate Lernkurve und werden nicht komplett unvorbereitet in die Schlangengrube geworfen. Einfacher wird die Serie dadurch mit Sicherheit nicht, aber deutlich freundlicher für Einsteiger als vergangene Teile. Bereits die ersten Kämpfe gegen bildschirmfüllende Kreaturen zeigen deutlich, dass nicht nur Taktik und Ausrüstung, sondern Hartnäckigkeit, spielerisches Können und eine Prise Glück gefragt ist.

Monster Hunter 4 Ultimate
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