Deutsch
LESERKRITIK

The Lord of the Rings: Return to Moria

Der Trailer suggeriert ein Aufbauspiel, eventuell mit Tower-Defense-Elementen (deutet an, dass Lärm was auch immer aus den Tiefen anlocken kann). Ja, noch das Vorspann-Video lässt einen glauben, dass man gleich mit Gimli und anderen Zwergen, die von allen Bergen Mittelerdes kommend Gimlis Ruf gefolgt sind, Moria zu altem Glanz aufbauen wird. Was für ein Potential! Nicht nur aufbaumäßig, sondern auch RPG-mäßig durch die Zwerge aus verschiedenen Regionen.

Zwei Minuten später findet man sich nacheiner schnöden Explosion alleine in der Dunkelheit von Moria wieder und spätestens nach 10 Minuten dämmert einem, dass sich das für den Rest des Spiels praktisch auch nicht mehr ändern wird (außer man spielt im Koop). Wie war der Satz im Trailer "Erlebe die Gemeinschaft der Zwerge, wie Du sie noch nie erlebt hast"??? Achso.

Was folgt ist ein Survival-Setting ala Valheim, (nur das Valheim in jeder Hinsicht besser ist, mehr dazu gleich).
Klar war im Vorfeld von Survivalelementen die Rede, aber man bekam den Eindruck, dass der Aufbau einer fubnktionierenden wirtschaft und Gemeinschaft innerhaln Moras der Kern des Spiels sein würde (und Survival sich vor allem darauf beschränkt, alle zu versorgen und das aufgebaute zu verteidigen).
Stattdessen irrt man alleine durch Moria und muss an jeder Ecke schauen, dass sich da nichts tummelt, was einen nicht umhaut.

- Das Bauen und Craften ist langweiliger (und frikeliger) als bei Valheim. Vor allem, was die "Tiefe" betrifft (unterschiedliche Materialien; wie komples ist das Craften - laaangweilig bei Return to Moria!

- Das Kämpfen ist in doppelter Hinsicht furchtbar, erstens gab es schon vor 35 Jahren auf dem Gameboy anspruchsvoller umgesetzte Kampfsysteme, zweitens bestehen die meisten Kämpfe daraus, dass Du halt von irgendwas angegriffen wirst und im Ergebnis einfach Zeit verlierst, denn wenn Du überlebst, must Du erstmal zurück zur Basis, um zu heilen (Essen) und Ausrüstung zu reparieren; wenn Du nicht überlebst, landest Du eh dort und kannst ala Valheim den "Grabstein-Run" starten

- Die Spielwelt ist eher linear als offen.
Klar brauchst Du bei einem Survival-Spiel eine gewisse Linearität, weil die Gegner ja immer anspruchsvoller werden sollen, aber das kann man gut lösen (Valheim mit den Biomen) oder eben nicht.

... Und hey, ich wollte ja auch gar kein Survivalspiel spielen, sondern s.o.

Wäre das Spiel auf Steam im EA erschienen, hätte ich noch ein wenig Hoffnung, dass da noch viel mehr kommt. Aber als fertiger Vollpreis-Titel auf Epic: Finger weg!

Durchschnittswertung: 1/10
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10