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Kritiken
Pokémon X/Y

Pokémon X/Y

Seit nun mehr 15 Jahren sammeln auch wir in Europa die kleinen Monster. Die neue Edition für den 3DS verpasst der Serie einen neuen Anstrich und ist doch nur der nächste logische Schritt.

Pokémon wagt den Sprung in die dritte Dimension. Endlich wechselt Nintendo von der schnöden 2D-Optik zu einem zeitgemäßeren Stil. Es ist die wesentlichste Änderung, weil sie auf den ersten Blick sichtbar ist. Weit über 700 kleine Monster sehen wir nun endlich in 3D in einem regulären Abenteuer der Hauptreihe. Und auch die restliche Umgebung bekommt dadurch einen neuen Stil verpasst. Das ist anfangs sehr merkwürdig, weil es weniger vertraut wirkt. Insbesondere die Charaktere sehen wir ja nun deutlich, erkennen Gesichter und Statur. Aber man gewöhnt sich schnell. Bereits nach wenigen Stunden will man nichts anderes mehr.

Alles auf Anfang. Pokémon X/Y sieht nicht nur ganz anders aus, sondern spielt sich tatsächlich auch anders. Bereits der Einstieg ist deutlich gestrafft und Nintendo hat offenbar begriffen, dass die Mehrzahl der Leute da draußen nicht zum ersten Mal in ein großes Abenteuer starten. Das grundsätzliche Konstrukt bleibt natürlich identisch, aber es gibt kleinere Anpassungen bei den Spielmechaniken, die vor allem jenen entgegenkommen, die schon länger Pokémon-Freunde sind. So gibt es beispielsweise sehr früh einen EP-Teiler, der Erfahrungspunkte mit dem Rest des Teams teilt, wir können von Anfang an schneller rennen und wenn wir ein Pokémon einfangen, dann kassieren wir trotzdem Erfahrungspunkte dafür.

Pokémon X/YPokémon X/Y
Die Spiewelt ist nun in echtem 3D, wenngleich Nintendo es aber nicht geschafft hat, auch das 3D-Feature vom 3DS zu unterstützen.

Es klingt nur nach Kleinigkeiten, aber wer seit dem Gameboy vor der Kiste hängt, der weiß, dass diese Änderungen eigentlich längst überfällig waren. Bisher haben sich die Japaner aber offenbar nicht getraut, am Kern etwas zu verändern. Nun mit dem Nintendo 3DS folgt der Befreiungsschlag, der die Serie in die nächste Generation hebt. Zwar setzt auch Pokémon X/Y beim Herumlaufen auf ein Raster, was die Steuerung in der 3D-Welt ein bisschen kompliziert macht. Umgekehrt hilft es an vielen Stellen auch, präzise einen Punkt anzusteuern - etwa eine Tür oder einen Trainer. Es ist ein Kompromiss, mit dem es sich leben lässt.

Und noch etwas hat die Art und Weise geändert, wie wir die Handlung erleben. Unser Charakter ist deutlich stärker anpassbar. Eingangs beim Spielstart gibt es nur wenig Auswahl, aber schnell wird es uns auch erlaubt, Frisur und Bekleidung zu ändern. Ein Grund dafür ist auch die stärkere Gewichtung der Onlinekomponente, welche wiederum ein höheres Maß an Individualisierung nötig gemacht hat. Es ist jetzt noch leichter online gegen andere zu spielen, Pokémon zu tauschen und miteinander zu chatten. Für unser Profil können wir ein kurzes Video erstellen, in dem wir mit unserem Lieblings-Pokémon auftreten. All das führt dazu, dass wir nicht einfach nur den Eindruck haben, die Geschichte eines Jungen oder eines Mädchens zu erleben, dass der beste Pokémon-Trainer der Welt werden will. In Pokémon X/Y haben wir viel mehr das Gefühl, selbst diese Person zu sein.

Ein sehr schönes Beispiel für den veränderten Ansatz gibt es übrigens bereits ziemlich früh im Spiel. Wir erkunden die Kalos-Region mit vier anderen Kindern, die alle von Professor Platan angeleitet werden. In einem Dialog erklären dann alle ihre eigene Motivation für die Reise und - man lese und staune - einen vollständigen Pokédex zu haben und wirklich alle Pokémon zu sammeln, ist nicht alles. Ein Kind will die Pokémon verstehen, ein anderes will etwa einfach nur Spaß haben. Darin spiegelt sich auch wider, dass wir alle aus unterschiedlichen Gründen zu Pokémon X/Y greifen. Der beeindruckende Umfang und die vielen Möglichkeiten werden wahrscheinlich nicht von allen gleichermaßen genutzt, aber sie sorgen dafür, dass wir auch wirklich alle Spaß damit haben.

Pokémon X/Y
Das Kampfsystem ist komplex wie simpel und bietet uns unendlich viele Möglichkeiten, eine schlagkräftige Truppe zusammenzustellen.

Auf dem unteren Bildschirm gibt es übrigens drei verschiedene Ansichten, welche uns gelegentlich vom eigentlichen Abenteuer ablenken. Neben dem PSS, dem Player Search System für die bereits angesprochene Onlinekomponente, gibt es noch den PokéMonAmi und das Supertraining. Ersteres dient dazu, sich besser mit einem Pokémon zu befreunden. Wir können es streicheln, füttern, rumalbern und drei Minispielen absolvieren. Beim Supertraining handelt es sich ebenfalls um lockere Unterhaltung für zwischendurch. In diesem Fall in Form von kleinen Geschicklichkeitsaufgaben. Als Belohnung winken Statusverbesserungen sowie Boxsäcke, an denen unser Pokémon seine Werte weiter verbessern kann - ganz ohne ein Level aufzusteigen.

Es sind einfach viele Kleinigkeiten, mit denen die Entwickler die Spielerfahrung erweitern wollten. Pokémon X/Y fühlt sich modern an. Gerade die Onlineangebote sind inzwischen vielfältig geworden und machen es möglich, dass wir auf lokale Tausch- und Kampfpartner verzichten können. Es gibt darüber hinaus aber auch nette Spielereien wie den Wundertausch, bei dem wir ein beliebiges Pokémon zum Tausch anbieten und dafür ein Überraschungs-Pokémon zurückbekommen. All das ist aber eben auch genau aus einem ganz bestimmten Grund im Spiel: Es geht schon lange nicht mehr darum, sie einfach alle zu schnappen. In Pokémon geht es darum eine schöne Zeit zu haben. Manche sammeln, andere lassen sich einfach nur berieseln, aber ein ganz erheblicher Teil will sich natürlich mit anderen messen.

Die große Zahl an Monstern, ihre unterschiedlichen Arten - wozu nun auch der brandneue Typ Fee gehört, die einzelnen Entwicklungsstufen, sie ermöglichen unendlich viele Kombinationen für den Kampf. Obendrauf entscheiden wir selbst, welche Attacken unser Pokémon lernt, wir können ihm sogar noch zusätzliche beibringen. Natürlich sind manche Monster stärker als andere, aber keines ist allen überlegen. Es gibt immer eine Balance und es geht darum, die richtigen Strategien zu finden - eine goldenen Mittelweg gibt es nicht. Und obwohl sich auch Pokémon X/Y ganz offensichtlich an ein junges Publikum richtet, die gebotene Tiefe, übersteigt die von vielen erwachsenen Rollenspielen ganz erheblich.

Pokémon X/Y
Das neue Abenteuer fühlt sich anfangs noch ein bisschen merkwürdig an, weil viele vertraute Dinge nun anders aussehen - schon bald aber sind wir vom neuen Stil überzeugt.

Natürlich gibt es auch ein paar Schwachpunkte. Weiterhin umständlich ist das Tauschen der aktiven Pokémon mit dem Box-System. Warum es uns nicht gestattet ist, ein Monster auszutauschen, begreifen wir einfach nicht. Die 3D-Unterstützung vom Nintendo 3DS gibt es nur in Kämpfen und bestimmten Sequenzen. In der normalen Spielwelt wurde darauf komplett verzichtet. Dafür gibt es störende Kamerawechsel beim Herumlaufen, die offenbar szenisch wirken sollen, tatsächlich aber eher für Kopfschmerzen sorgen. Und eine Sprachausgabe, wenn auch nur punktuell, wäre tatsächlich auch ganz nett gewesen.

Aber all das trübt nicht ernsthaft den hervorragenden Gesamteindruck. Pokémon X/Y ist vollgestopft mit lauter kleinen Zerstreuungen, bietet immer noch eines der ausgeklügelsten Kampfsysteme im Rollenspiel-Genre und es fühlt so frisch an, wie schon lange nicht mehr. Nachdem die beiden letzten Editionen eher enttäuschend waren, ist dies genau der Schritt nach vorn, den die Serie gebraucht hat. Und auch wer vielleicht zwischendurch ein paar Spiele ausgelassen hat, dies ist der beste Zeitpunkt, um sich mal wieder in ein Abenteuer zu stürzen, um der beste Pokémon-Trainer der Welt zu werden.

Pokémon X/Y
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09 Gamereactor Deutschland
9 / 10
+
frisches Spielgefühl, großer Umfang, großartiges Kampfsystem, viele Pokémon, gute Online-Unterstützung
-
3D-Modus wird nicht durchweg unterstützt, weiterhin umständliches Boxen-System
overall score
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Leserkritiken

  • ChristianZocker
    Es Ist Ein Gutes Spiel Aber die Story Ist Zu Kurz Gewessen Und Die Mega Entwicklungen Sehen Sehr Cool Aus.Kritik Punkt 1: Das Der 3d Effekt Nur Bei... 7/10