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Kritiken
Fire Emblem: Awakening

Fire Emblem: Awakening

Strategie-Rollenspiele müssen nicht langweilig sein. Nintendo liefert uns ein weiteres Meisterwerk für den 3DS - sogar mit riesigem Umfang.

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Rundenbasierten Strategierollenspielen haftet immer etwas Ödes an. Das kommt allein schon davon, dass wir jeden unser Schritte im Vorfeld überdenken müssen und die Kämpfe danach automatisiert berechnet ablaufen. Hier geht es nicht um Schnelligkeit und Action. Es gewinnt derjenige die Schlacht, der bedacht und mit Geduld vorgeht und nicht wer eifrig die Initiative ergreift. Grips schlägt Geschick eben. Die Fire Emblem-Reihe hatte dennoch immer etwas Magisches an sich. Während der Entdeckung der Langsamkeit gab es da auch immer eine interessante Geschichte und viele Stunden Spielinhalt.

Unter dem Strich aber blieb Fire Emblem dennoch meist jenen vorbehalten, die für diese Art von Spielen etwas übrig hatten. Und deswegen versucht sich Fire Emblem: Awakening nun etwas zu öffnen. Dafür opferte Nintendo auch eine der wichtigsten Regeln und ermöglichte eine Option, bei der unsere Charaktere nicht zwangsläufig für immer sterben würden, wenn sie im Kampf fallen. Wer sich in dem Genre nicht zu Hause fühlt, war jedes Mal frustriert, wenn ein Held der Truppe starb. Jetzt lässt sich genau das im Casual-Modus deaktivieren. Es ist uns also selbst überlassen, wie wir unser Abenteuer bestreiten. Einmal entschieden, lässt sich dies aber für den Spielstand nicht mehr ändern.

Außerdem gibt uns Nintendo die Möglichkeit, einen eigenen Charakter zu erstellen, der dann in der Handlung trotzdem die Hauptrolle spielt. Prinz Chrom vom Königreich Ylisse findet uns in einem Feld zu Beginn des Spiels und wir schließen uns ihm an. Aufgrund unser Fähigkeiten bekommen wir die Rolle des Taktikers zugeschrieben und dürfen deswegen natürlich auch die Figuren auf dem Schlachtfeld steuern. Darüber hinaus können wir aber auch auch selbst am Gefecht teilnehmen. Eine schöne Verbindung, die Intelligent Systems da geglückt ist und die uns näher an die tatsächliche Handlung heranbringt.

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Fire Emblem: AwakeningFire Emblem: Awakening
Das Spiel ist eine Mischung aus Rollenspiel und Strategie und überzeugt wieder durch die große Nähe zu den Charakteren.

Sowieso sind es wieder die Geschichte und die Charaktere, die das eigentlich trockene Konzept so unterhaltsam machen. Zwischen den Charakteren entwickeln sich Beziehungen, wenn sie in Kämpfen auf dem Raster nebeneinander stehen. Jeder Aufstieg im Beziehungslevel wird mit einer Dialogsequenz belohnt, in der wir mehr über die beiden Figuren kennenlernen. Dabei bekommen wir viele, zumeist auch hurmorvolle Randnotizen. Zwischen männlichen und weiblichen Charakteren gibt es noch eine Zusatzstufe, die sie zu einem Paar werden lässt und aus einigen dieser Beziehungen entstehen dann auch Kinder, die wir in Nebenmissionen für unser Team rekrutieren können. Es gibt also nicht nur einen inhaltlichen Mehrwert, sondern auch einen ganz praktischen.

Der Nutzen geht sogar noch weiter. Je besser eine Beziehung ist, desto mehr Unterstützung leisten sie in Duellen. In einen Kampf fließen damit die Klasse der Einheit, ihr Level, ihre ausgewählte Waffe und das Beziehungslevel des nebenstehenden Charakters ein. Obendrauf können sich Charaktere zusammenschließen und auf dem Spielfeld eine Einheit bilden. Dabei verdoppelt sich zwar nicht die Kraft des anderen, aber steigt deutlich und schwächere Charaktere sind eventuell besser geschützt. Durch das Nebeneinanderstehen oder Verbünden ist auch eine Attacke oder Abwehr im Team möglich. Dieses Dual-System ist eine neue taktische Komponente und gerade bei stärkeren Gegnern essentiell. Eine Prise Zufall ist bei allen Kämpfen immer mit dabei, aber Fire Emblem: Awakening ist dabei wirklich ziemlich fair.

Der Kern des Spiels ist intakt geblieben. Wir legen vor dem Kampf fest, mit welchem Team wir das Gefecht bestreiten wollen. Die Einheiten bewegen wir über ein quadratisches Raster, wobei jede Einheit je nach Klasse über einen gewissen Bewegungsradius verfügt. Es gibt Klassen, die ausschließlich im Nahkampf unterwegs sind, andere greifen aus der Ferne an und manche können beides. Das Spiel läuft in Runden ab und auch wenn wir grundsätzlich defensiv spielen können, zwingen uns manchmal Ereignisse oder Aufgaben dazu, schnell zu agieren - etwa wenn wir einen nichtspielbaren Charakter aus einer misslichen Lage befreien und schützen müssen.

Fire Emblem: Awakening
Wir können Duelle in kurzen 3D-Animationen anschauen - sogar aus der Egoperspektive, aber das zum Glück auch einfach überspringen.

Die Karten sind abwechslungsreich, bieten zum Teil auch Truhen, die nur von Gaunern, Dieben oder speziellen Schlüsseln geöffnet werden können. Es gibt Dörfer, von denen wir Geschenke bekommen können, wenn wir sie vor dem Feind erreichen und unterschiedliche Terrains. Trotzdem gehören die Karten zum einzigen echten Kritikpunkt am Spiel. Es gibt hier und da nette Ideen, die sich auch durch bestimmte Missionsziele ergeben. Doch eine Menge Potenzial bleibt ungenutzt, um Gefechte noch spannender zu gestalten - etwa durch Wetter. Wie das funktionieren kann, hat Nintendo bereits in dem ebenfalls rundenbasierten Strategiespiel Advance Wars gezeigt.

Technisch geht Fire Emblem: Awakening in Ordnung. Die Grafik ist nicht herausragend, aber zweckdienlich für ein Strategiespiel. Duelle und Karten sind in 3D-Grafik, in einigen Dialogsequenzen wird aber auf Standbilder von Anime-Charakteren zurückgegriffen, aber es gibt auch ein paar hübsche Anime-Videos. Die Musik gefällt und in den Dialogen gibt es zumindest Brocken von Sprache, die beim Mitlesen für etwas Atmosphäre sorgen. Das Spiel ist aber unter dem Strich ziemlich textlastig, was aber Fans kaum überraschen dürfte. Alles zu synchronisieren hätte dann wohl auch den Rahmen gesprengt. Die Texte sind übrigens alle auf Deutsch, bei der Sprachausgabe stehen nur Englisch und Japanisch zur Auswahl.

Und noch etwas ist neu. In Japan ist das Spiel schon eine Weile erhältlich und dort war es für den Nintendo 3DS eines der ersten Spiele, die herunterladbare Inhalte unterstützen. Diese kommen natürlich auch nach Europa und umfassen neue Missionen und Charaktere aus vorangegangenen Spielen. Einige Inhalte werden dabei kostenlos sein, andere sind kostenpflichtig. Bei einem Titel wie Fire Emblem: Awakening handelt es sich aber recht deutlich um ein Zusatzangebot für Freunde des Spiels. Der Umfang ist auch ohne diese Inhalte herausragend und ein mögliches mehrmaliges Durchspielen ist dabei noch nicht einmal berücksichtigt.

Fire Emblem: AwakeningFire Emblem: Awakening
Es gibt viele kleine, aber feine Elemente, die dem Titel seine Tiefe geben und ihn so abwechslungsreich und spannend machen.

Als Multiplayer-Option steht ein Street Pass-Feature zur Verfügung, mit dem wir die Strategen anderer Spieler in unsere Truppe aufnehmen können, wenn wir sie kaufen oder die Truppe im Kampf besiegen. Bei erfolgreichen Auseinandersetzungen steigt zudem unser Ruf. Zusätzlich können wir gemeinsam mit anderen Spielern auf einer Karte kämpfen, um besondere Gegenstände zu erhalten. Diese Variante steht aber nur lokal zur Verfügung. Auf einen echten Online-Multiplayer hat Nintendo diesmal verzichtet. Tatsächlich ist diese Entscheidung aber in gewisser Weise nachvollziehbar.

Fire Emblem: Awakening ist ein Zeitfresser, der uns für unzählige Stunden beschäftigt und trotzdem nicht langweilig wird. Und wir sprechen hier nicht von zehn oder zwanzig Stunden, sondern eher von vierzig Stunden und mehr. Das ein recht dröges Genre durch viele kleine Elemente und eine interessante Geschichte trotzdem unterhaltsam sein kann, gehört zum größten Verdienst von Intelligent System. Nintendo hat einmal mehr bewiesen, dass sie Spiele für ganz verschiedene Zielgruppen interessant machen können - vom Einsteiger bis zum Profi. Natürlich ist der Titel auch im niedrigsten Schwierigkeitsgrad noch immer fordernd, aber zumindest wurde die Hemmschwelle für Rollenspiel-Freunde deutlich herabgesetzt.

Fire Emblem: Awakening ist ein weiteres Meisterwerk für den Nintendo 3DS, das die Plattform so einzigartig macht. Auf den ersten Blick mag das Spiel überfrachtet und kompliziert klingen, aber jede Möglichkeit ist so logisch integriert, dass es eine perfekte Mischung aus Strategie und Rollenspiel ergibt. Wer sich bisher noch nicht an die Reihe gewagt hat, sollte sich nun endlich einen Ruck geben. Mit diesem Spiel verschwendet man gern seine Zeit.

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09 Gamereactor Deutschland
9 / 10
+
großer Umfang, Beziehungen zwischen den Charakteren, strategische Tiefe, fordernd, optionaler Casual-Modus
-
bei den Karten wurde Potenzial verschenkt
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