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Ghost Giant

Ghost Giant

Mit Katzen ist alles besser. Aber gilt das auch für Geister-Abenteuer in der virtuellen Realität?

  • Text: Kalle Max Hofmann

Erste Bilder und Videos von Ghost Giant drängen VR-Kennern sofort einen Vergleich mit dem Vorzeigetitel Moss auf, in dem wir als riesiger Geist in einer Art Diorama-Landschaft das Schicksal einer kleinen Maus in der Hand haben. All das finden wir auch in Ghost Giant vor, allerdings ist unser Schützling Louis diesmal ein kleines Kätzchen. Und auch sonst gibt es viele Unterschiede.

Als wir Louis zum ersten Mal treffen, sitzt er weinend an einem Ufer und erschrickt sich über unsere riesenhafte Gestalt. Doch schon bald merkt er, dass wir ihm helfen wollen, wenn wir mit unseren riesigen, blau leuchtenden Händen alles anfassen, was nicht niet- und nagelfest ist. Die idyllisch anmute Landschaft, die aussieht, als wäre sie aus Alltagsmaterialien wie Pappe und Reißzwecken gebaut, gibt uns dabei deutliche Hinweise, was zu tun ist. Goldene Objekte sind meistens da, um von uns manipuliert zu werden. So machen wir den Weg für Louis frei oder lösen komplexere Rätsel, die im Laufe der Geschichte auf immer neue Ideen und Mechaniken setzen.

In erster Linie geht es natürlich darum, herauszufinden, warum Louis so schrecklich verzweifelt ist. Es stellt sich heraus, dass seine Mutter krank ist und sich der Junge nun mehr oder weniger alleine darum kümmern muss, das Leben auf dem kleinen Bauernhof der Familie zu schmeißen. Auf diesem Wege verschlägt es uns auch schon bald ins malerische Örtchen Sancourt, wo neue Aufgaben auf Louis und damit uns warten.

Ghost GiantGhost Giant

Im Gegensatz zu Moss erfolgt die Steuerung allerdings komplett indirekt. Wir sind an Ort und Stelle festgenagelt und können mit den Move-Controllern die Umgebung manipulieren. Zudem ist eine Drehung um 90° möglich, um alle Objekte erreichen zu können. Die Handlung spielt sich wie auf einer Miniatur-Bühne ab und wie bei einem Puppenhaus lassen sich die Handlungsorte oftmals aufklappen oder drehen, um dem Geschehen im Inneren folgen zu können.

So lösen wir Puzzles und lauschen vielen Gesprächen oder auch den zahlreichen Hinweisen zu den Räseln, wenn wir einmal nicht weiter wissen. Wie auch in anderen Spielen des schwedischen Studios Zoink (Stick It To The Man! oder Flipping Death), dominiert dabei ein schräger, manchmal etwas melancholischer Humor. Ghost Giant glänzt allerdings auch hin und wieder mit sehr ergreifenden Szenen, wie sie gut gemachte Indie-Games oft auszeichnen.

Doch von der Story wollen wir gar nicht zu viel verraten. Wie die meisten VR-Adventures ist auch Ghost Giant mit einer Spielzeit von drei bis vier Stunden eher kurz, jedoch gibt es jede Menge Sammelgegenstände zu entdecken und auch einige originelle Achievements, wegen derer wir gerne einen zweiten oder auch dritten Durchgang einlegen.

Ghost GiantGhost Giant

Technisch ist dabei alles vorbildlich umgesetzt, die Miniatur-Szenerien sind schön plastisch und mit ansprechenden Materialen gestaltet, Sprecher und Animationen sind auf hohem Niveau. Einzig die PSVR-typischen technischen Einschränkungen nerven manchmal etwas, wenn wir nicht vernünftig an Objekte herankommen, sich diese verhakeln oder wir ganz präzise etwas werfen müssen.

Dafür ist es wirklich wichtig, die PSVR-Kamera und die Beleuchtung des Raumes optimal einzurichten, wozu nach meiner Erfahrung bei jedem Spiel wieder neues Herumprobieren nötig ist. Aber dieses Problem haben alle Titel, die auf die Move-Controller setzen, das ist also nicht die Schuld von Ghost Giant. Ansonsten ist die VR-Implementation prima und durch unsere feste Position im Spiel kommt auch keine Motion Sickness auf.

Unterm Strich ist es also Geschmackssache, ob Moss oder Ghost Giant das bessere Spiel ist. Spielenswert sind sie auf jeden Fall beide, und da sie bis auf gewisse optische Parallelen auch gar nicht so viel gemein haben, wie man denken könnte, sollten sich PSVR-Fans beide anschauen. Die kleinen tierischen Helden werden es euch danken, egal ob Maus oder Katze!

Ghost GiantGhost Giant
08 Gamereactor Deutschland
8 / 10
+
Sehr hübsch gestaltetes VR-Adventure mit ernstem Story-Anspruch, viele Sammelobjekte
-
Systeminherente Hakeligkeit der Move-Controller , Dialoge manchmal etwas zu ausladend
overall score
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