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Kritiken
The Mage's Tale

The Mage's Tale (PSVR)

Immer mehr Spieler werden von der virtuellen Realität verzaubert - dank den Schöpfern von The Bard's Tale zaubern wir jetzt zurück!

  • Text: Kalle Max Hofmann

Eines der größten Probleme des VR-Marktes ist das Fehlen von bedeutenden Spielen aus den Händen renommierter Entwickler. In diese Bresche springt nun das Team rund um Brian Fargo, dem Schöpfer des Rollenspiel-Urgesteins The Bard's Tale. Die Reihe wurde in den letzten Jahren erweitert und The Mage's Tale ist ein Spin-Off dieser Welt, nur dass dort die titelgebenden Magier im Mittelpunkt stehen. Als Zauberlehrling erleben wir in der Eröffnungssequenz, wie der böse Magier Gaufroi unseren Meister Alguin im Kampf schlägt und verschleppt. Seine Rettung steht im Zentrum der nächsten acht bis zehn Spielstunden, in denen wir uns durch Kerker und Verliese kämpfen - der Titel wird von den Entwicklern folgerichtig als „Dungeon Crawler in VR" angepriesen.

The Mage's TaleThe Mage's Tale
The Mage's Tale spielt in der gleichen Welt, wie The Bard's Tale.

Zur Vermeidung der berüchtigten Motion Sickness setzt uns die Steuerung in der Voreinstellung per Tastendruck auf dem Move-Controller jeweils etwa zwei Meter nach vorne. So hat man dann tatsächlich das Gefühl, eine witzige Mischung aus alter und neuer Technik zu erleben, da das schrittweise nach-vorne-Springen an Klassiker des Genres, wie Wizardry erinnert. Alternativ kann man sich auch per Fingerzeig an bestimmte Orte teleportieren - passt ja auch ein bisschen zu einem Magier. In The Mage's Tale dürfen wir auch eine Mischung aus diesen beiden Bewegungsmethoden wählen.

Vor kurzem habe ich mich erst bei A Fisherman's Tale über die Beschränkungen der betagten Sony-Controller geärgert, in diesem Spiel funktionieren sie aber auch bei schneller Action. Und davon bietet The Mage's Tale so einige, da sich die Titelfigur mit diversen Klassen gemeiner Goblins herumärgern muss. Den Löwenanteil unter den garstigen Kreaturen stellen Bogenschützen dar, deren Projektile wir mit einem magischen Schild elegant abwehren. Härtere Brocken sind fliegende Zauberer und dicke Gnome mit Schwert und eigenem Schild. Und ohne den einen oder anderen Bosskampf lässt sich eine zünftige Rettungsmission natürlich auch nicht aufbauen, das steht uns also ebenso bevor.

Ein Zauberer weiß sich aber logischerweise zu wehren, obwohl wir selbst noch ein Lehrling sind. Unter Anleitung eines mürrischen Kobolds, der den typischen Humor von The Bard's Tale ins Spiel bringt, werden an einem dicken Kessel eigene Zauber gebraut, indem man die Zutaten in die blubbernde Suppe wirft und umrührt (ja, genau so funktioniert das!). Um solche Gestensteuerungen haben sich die Entwickler Inxile viele Gedanken gemacht, deshalb "trinken" wir unsere Gesundheitselixiere am Gürtel ebenfalls mit passenden Bewegungen.

The Mage's TaleThe Mage's Tale
Gestensteuerung und Teleport-Fortbewegung gehören zum Alltag eines Zauberers.

In die eigene Feste beamt sich der Zauberer zurück, indem er die Hände über den Kopf hält und an Zaubern schmeißt man Feuerbälle, Blitzstrahlen und Eislanzen stilecht mit der Hand - das funktioniert gut und macht Spaß. Neue Zutaten für die Zauber finden sich in den ausladenden Gewölben, die schick gestaltet sind und diverse Fallen, Puzzles und Überraschungen bieten. Dabei lässt sich natürlich noch ganz anderer Kram finden, den wir im Regelfall intuitiv richtig verwenden. Das ist eine schöne Idee, um die Immersion in einer magischen Welt zu erhöhen.

Ebenfalls sehr gelungen ist die Grafik, die ansprechend ausmodelliert ist und mit ihrem Detailreichtum viele bemerkenswerte Orte schafft. Ein kleiner Wermutstropfen ist dabei jedoch die aktuell noch sehr niedrige Auflösung, die auf das Standardmodell der Playstation 4 angepasst ist. Laut Aussage der Entwickler soll allerdings schon sehr bald ein Patch veröffentlicht werden, der Benutzern der PS4 Pro eine höhere Auflösung und bessere Kantenglättung verschafft. Damit wird der liebevoll gestalteten Umgebung dann sicher besser Rechnung getragen.

Und wo wir gerade von Rechnungen sprechen; The Mage's Tale hat nicht nur, wie gesagt, eine wirklich ausreichend lange Spielzeit mit viel Abwechslung, variantenreichen Zaubern und Puzzles, sowie vielen versteckten Sammelgegenständen zu bieten - der Preis von nur knapp 29,99 Euro ist unserer Meinung nach ebenso fair (und verzichtet außerdem auf den sonst bei vielen PSVR-Titeln enthaltenen Technologie-Aufschlag). Insgesamt hat Inxile den Virtual-Reality-Freunden mit diesem Spiel wirklich einen guten Dienst erwiesen und wir hoffen, dass noch mehr namhafte Entwickler diesem Beispiel folgen werden.

The Mage's Tale
The Mage's TaleThe Mage's Tale
Für knapp 30 Euro wird man mit The Mage's Tale auf der PS4 acht bis zehn Stunden lang gut unterhalten.
08 Gamereactor Deutschland
8 / 10
+
Liebevoll gestaltete Dungeons, durchdachte Steuerung, Bard's-Tale-Humor, spaßige Zauberkämpfe.
-
Hardwarebedingte Schwächen der Controller, Grafikauflösung (momentan noch) sehr niedrig.
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