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Kritiken
God Eater 3

God Eater 3

Bandai Namco serviert uns mit God Eater 3 ein Spielkonzept, dessen Bestandteile sich gegenseitig kannibalisieren.

Kenner der Serie wissen natürlich, dass die Geschichte in der Vergangenheit immer eher in den Hintergrund gerückt wurde, um Neulinge überhaupt in die einnehmende Gameplay-Spirale zu ziehen. Die läuft auch immer noch nach dem bekannten Schema ab: Wir spawnen an einem beliebigen Ende einer von nur ungefähr zehn gleich aufgebauten Karten und müssen feindliche Bestien töten. Es gibt vorbestimmte Orte mit zufälligen Ressourcen, einen Timer und feste, sowie zufällige Missionsbelohnungen, die wiederum in die Fertigung oder den Ausbau unseres Arsenals fließen.

God Eater 3God Eater 3
Gespielt wird in der Regel zu viert, eine Handvoll ausgewählter Online-Missionen sind jedoch für acht Spieler vorgesehen.

Obwohl die Story, wie gesagt, vor allem menschliche Probleme und Lösungen breithält, sind Aragami das einzige, was wir bekämpfen. Die Biester haben eigene Verhaltens- und Angriffsmuster und wir können bestimmte Körperteile zerschlagen, um ihr Potential im Kampf zu mindern oder ihnen zusätzlichen Schaden zuzufügen. Eine Neuerung von God Eater 3 sind die Asche-Aragami, die zusätzliche Fähigkeiten erhalten, wenn sie uns anknabbern.

Zur Erläuterung: Die besonderen Waffen der God Eater entziehen ihren Opfern bei Kontakt bestimmte Fertigkeiten, was im Spiel dazu genutzt wird, um die eigene Kampfstärke zu erweitern. Ashe-Aragami besitzen dieses Talent nun ebenfalls, weshalb die Monster beispielsweise in Burst-Zustände (aggressivere Kampfphasen) geraten. Solange ein solcher Status anhält, werden gleichzeitig unsere eigenen Buffs blockiert, was etwa Link-Verbindungen zwischen den Mitgliedern unseres Squads unterbindet und sogar abbricht.

Ansonsten hat sich seit 2016 spielerisch wenig getan. Es gibt ein paar neue Waffengattungen (Doppelklingen und einen Laser) und einige zusätzliche Kampfsysteme, die unserer Crew kurzweilige Verbesserungen verleihen. Großen Einfluss auf das Spielerlebnis hat das alles nicht, God Eater 3 gewinnt dadurch aber immerhin ein bisschen mehr Spieltiefe. Beim Thema Crafting sehen wir allerdings viel verschenktes Potential, da sich die verschiedenen Waffengattungen zwar in verschiedene Elemente aufspalten, es im Grunde aber kaum einen Unterschied macht, mit welchem der Prügel wir auf eine umgeworfene Bestie hauen. Auch die Menü-Navigation lässt zu wünschen übrig und untergräbt die ansonsten moderaten Produktionswerte des Spiels noch weiter.

God Eater 3God Eater 3
Dem Spiel mögen seine Figuren und Momente egal sein, uns als Spieler aber nicht!

Technisch läuft God Eater 3 auf der PS4 ohne Probleme, auch die deutsche Lokalisierung (bei englischer oder japanische Sprachausgabe) ist gelungen - zur Qualität des PC-Ports können wir allerdings nichts sagen. Unsere Spielfigur gehört leider zu der Sorte von "Charakteren", die in den Zwischensequenzen keinen Mucks von sich geben, im Kampf aber ständig schreien und stöhnen. Glücklicherweise sind einige Stücke aus dem Soundtrack richtig gut geworden, weshalb man die nervigen Kommentare und die Kampfeffekte beruhigt etwas nach unten schrauben darf, um sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.

Die Liste an Monster-Hunter-Klonen ist lang, doch God Eater konnte sich neben der Toukiden-Serie mit der Zeit spieltechnisch hervortun und wahre Alternativen zu Capcoms Monsterorgie anbieten. Mit Monster Hunter: World hat sich diese Momentum allerdings komplett gedreht und God Eater 3 macht das noch einmal schrecklich deutlich. Technisch mag alles rund laufen und der Stil wird Anime-Fans sicherlich zufriedenstellen (schaut es euch an, das Game sieht aus wie Code Vein!), doch trotz kleiner Neuerungen steht das Franchise auf der Stelle. Die Geschichte ist aufgebrochen und entstellt, das Action-Gameplay stumpf und der ganze Rest furchtbar belanglos. Fans und Spieler des Vorgängers kennen das alles längst, doch mittlerweile stehen so viel bessere Alternativen bereit...

06 Gamereactor Deutschland
6 / 10
+
Flottes und stumpfes Monster-Kloppen, netter Zeitfresser, Soundtrack hat gute Songs, Umfang-erweiternde Neuerungen, einige niedliche Ideen hat der Titel schon.
-
Menüführung und Inventarmanagement sind überholt, veraltete Level-Architektur, Missionsdesign arbeitet aktiv gegen Rahmenhandlung, furchtbarer Spieleinstieg, Crafting-System ohne Komfortfunktionen.
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