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Kritiken
Pokémon: Let’s Go Pikachu!/Let's Go Evoli!

Pokémon: Let's Go Pikachu!/Let's Go Evoli!

Game Freak hat das bis dato zugänglichste Pokémon-Spiel geschaffen, doch was bedeutet das für Langzeitspieler?

  • Text: Kieran Harris
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Pokémon Let's Go Pikachu und Let's Go Evoli sind Remakes von Pokémon: Gelbe Edition und sie spielen deshalb in der Kanto-Region, wo wir zum Pokémon-Champion aufzusteigen können. Unsere Reise als junger Trainer beginnt in Alabasta, von wo aus wir durch die Region reisen, uns Abzeichen verdienen und unterwegs viele kleine Taschenmonster einfangen. Let's Go bietet hierbei ein paar subtile Veränderungen, aber wir erkunden immer noch den Turm von Lavandia, fahren auf der luxuriösen M.S. Anne und verhindern die Pläne von Team Rocket. Die Geschichte kann selbst zwei Jahrzehnte später noch bestehen und die tolle HD-Grafik der Switch schafft es, die Vision einer Anime-Serie im Videospielformat noch stärker umzusetzen.

Pokémon: Let’s Go Pikachu!/Let's Go Evoli!Pokémon: Let’s Go Pikachu!/Let's Go Evoli!
Let's Go kämpft damig, die perfekte Mitte für Gelegenheitsspieler und Veteranen zu finden.

Let's Go mag die ursprüngliche Rahmenhandlung halbwegs unberührt lassen, die Grundmechaniken wurden allerdings mächtig durchgeschüttelt - besonders das „Fangen" der Pokémon. Statt die Kraftpunkte der Monster zu reduzieren, bieten wir ihnen jetzt Beeren an, wodurch sie eher bereit sind, in den Pokébällen zu bleiben. Im Dock-Modus müssen wir beim Werfen der Bälle die Bewegungssteuerung nutzen: Je genauer unser Pokéball trifft, desto höher der Erfolg des Fangvorgangs. Manche Pokémon springen hin und her oder flattern wild herum, um uns zu entkommen.

Es lohnt sich möglichst alle Pokémon zu erwischen, da wir von ihnen Süßigkeiten (die wiederum die Werte stärken) oder Bonus-XP als Belohnung erhalten. Anstatt ungeliebte Pokémon für immer gefangen und vergessen in der Box zurückzulassen, können wir sie im Austausch für Leckereien an Professor Eich schicken - ein weiteres Feature, das wir aus Pokémon Go kennen. Jedes Pokémon bietet uns unterschiedliche Sorten an Süßigkeiten an, die Gesundheit, Geschwindigkeit oder Angriffsstärke erhöhen. Außerdem hat jedes Pokémon natürlich seine eigenen Werte und daher solltet ihr mehrere Exemplare einer Spezies einfangen - bis ihr eines findet, bei dem sich das Training wirklich lohnt.

Let's Go soll als Schnittstelle zwischen Go und der Hauptserie fungieren, aber es gibt natürlich Bedenken, dass diesem neuen Duo die echte Herausforderung fehlt. Glücklicherweise sind die rundenbasierten Kämpfe gleich geblieben und es gibt immer noch die Meistertrainer, die nach den Top Vier die Schwierigkeit nach oben schrauben und uns zu Duellen mit bestimmten Pokémon zwingen. Es gibt aber ein paar Veränderungen, die das Gefühl der Erkundung und die allgemeine Balance stören. Unsere Rivalen und NPCs führen uns jetzt zum Beispiel in Gebiete, die wir als Nächstes besuchen sollten. Außerdem wird die Erfahrung geteilt, weshalb unser Team viel zu schnell auflevelt.

Pokémon: Let’s Go Pikachu!/Let's Go Evoli!Pokémon: Let’s Go Pikachu!/Let's Go Evoli!
Die Integration von Pokémon Go dürfte für viele Spieler sehr interessant sein.

Veteranen werden feststellen, dass die Orte an denen die Pokémon auftauchen, verändert wurden und dass jetzt Teamkombinationen möglich sind, die in der gelben Edition nicht vorgesehen waren. Das sorgt bei erfahrenen Spielern für frischen Wind und lädt zum Experimentieren mit dem eigenen Team ein, was ansonsten vermutlich eher nicht der Fall gewesen wäre - auch nicht im späteren Spielverlauf. Die Alola-Formen aus Pokémon Sonne/Mond findet man nun auch in Pokémon Let's Go und verschiedene NPC tauschen sie gegen ihre Kanto-Gegenstücke aus.

Pokémon Let's Go Pikachu/Let's Go Evoli haben in puncto Anpassungsmöglichkeiten vielleicht nicht die Tiefe, die uns Pokémon X/Y oder Pokémon Sonne/Mond geboten haben, uns stehen jedoch trotzdem viele Möglichkeiten zur Verfügung, um unsere eigene Reise zu personalisieren. Wir können etwa jedes beliebige Pokémon aus unserer Party dazu anhalten, den hoffentlich gemütlichen Pokéball zu verlassen und unserer Spielfigur physisch hinterherzulaufen. Das sieht meistens sehr witzig aus und hilft tatsächlich dabei, die Persönlichkeit der einzelnen Pokémon hervorzuheben. Außerdem können wir uns und unser Partner-Pokémon mit Klamotten und Accessoires ausstatten.

Let's Go ist übrigens das erste Pokémon mit lokalem Koop-Modus. Andere Spieler dürfen jederzeit unserem laufenden Spiel beitreten, indem sie sich einen anderen Joy-Con schnappen und diesen schütteln. Sie helfen uns dann beim Fangen von Pokémon oder im Kampf gegen einen besonders schweren Trainer. Der zweite Spieler nutzt die Pokémon aus unserer Party, gesammelter Fortschritt wird also nicht gespeichert oder getragen. Es ist eher eine unterstützende Funktion - gut geeignet für Eltern oder größere Geschwister.

Pokémon: Let’s Go Pikachu!/Let's Go Evoli!Pokémon: Let’s Go Pikachu!/Let's Go Evoli!
Die Gelbe Edition war damals ein gutes Spiel und ist es auch heute noch. Wer es früher nicht gespielt hat, der kann mit Let's Go seine Reise starten.

Die Interaktivität mit dem populären Pokémon Go ist sicher ein starkes Verkaufsargument. Wir können die gefangenen Pokémon mit der App synchronisieren und Spieler mit mehreren Accounts werden sich freuen, dass man die gefangenen Monster von mehreren Accounts beziehen kann. Auf „Go Park" - wo wir diese Pokémon rauf transferieren können - treffen wir erst in Fuchsania City und die Pokémon gehorchen uns nur, wenn wir die richtige Menge an Arenaorden besitzen. Die Interaktivität sorgt dafür, dass wir nicht mehr beide Versionen des Spiels brauchen, da alle versionsexklusiven Pokémon über die App transferiert werden können.

Neu ist auch der Pokéball Plus, ein Controller in der Form eines Pokéballs, der uns alle Bewegungen mit einer Hand erlaubt. Das Gadget verfügt über einen Stick im Zentrum und auf der Oberseite gibt es einen Knopf für Menüs. Wir können ihn wie einen Pokéball werfen (nur nicht die Hand öffnen!) und er ist ein Begleiter für Pokémon Go, in dem wir Eier ausbrüten und Süßkram verdienen, ohne auf das Gerät sehen zu müssen. Es enthält zudem das mystische Mew - ein netter Anreiz, aber auch ein großer Mittelfinger für alle, die nicht bereit sind 50 Euro für ein Pokémon auszugeben und ihren Pokédex somit niemals vervollständigen können.

Let's Go mag damit kämpfen die perfekte Mitte für Gelegenheitsspieler und Veteranen zu finden, aber es ist sicher der interaktivste und zugänglichste Teil der Serie. Uns gefällt der starke Fokus auf das Fangen der Pokémon und durch die Integration von Pokémon Go machen wir auch ohne unsere Switch Fortschritte. Trotzdem wirkt es durch einige Veränderungen kindisch leicht und der Pokéball Plus sorgt dafür, das ein kompletter Pokédex nur mit Geld zu erreichen ist. Wir hoffen Gamefreak nimmt die Kritik mit zurück ans Zeichenbrett, denn wir würden gerne auch andere Regionen als Hoen und Jhoto besuchen.

08 Gamereactor Deutschland
8 / 10
+
Zugänglicher Startpunkt für neue Spieler, greift Konzepte von Pokémon Go sinnvoll auf, lokaler Koop-Modus.
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Pokédex-Vervollständigung hinter Bezahlschranke versteckt. Gameplay häufig zu simpel.
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