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Kritiken
Destiny 2

Destiny 2: Warmind

Die erste Erweiterung von Destiny 2 war eine heftige Enttäuschung. Nun ist die Zeit von Warmind gekommen...

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Es ist kein großes Geheimnis, dass sich Destiny 2 in eine sehr unangenehme Lage manövriert hat. Die Lage des Grind-Shooters hat sich im Laufe der vergangenen Monate trotz Bemühungen des Entwicklers zudem nicht wirklich gebessert, da Bungie die Fans wiederholt mit merkwürdigen Entscheidungen vor den Kopf stößt und Hoffnungen mit einer ziemlich langweiligen ersten Erweiterung (Fluch des Osiris) an die Wand fuhr. Im Herbst wird Destiny 2 mit neuen Inhalten frischen Wind erhalten, aber davor erscheint erst einmal Warmind, die zweite Erweiterung. Reicht das aus, um verlorene Spieler zurückzugewinnen und diejenigen, die noch spielen, weiterhin an die ehrgeizige Fortsetzung zu binden?

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Mittlerweile schneit es auf dem Mars und alles wird von Hive-Feinden bedroht.

Eine meiner größten Kritikpunkte von Fluch des Osiris war, wie unnatürlich abgeschnitten sich die Geschichte vom Rest des Universums anfühlte. Die Handlung spielte in einem Vakuum, völlig losgelöst von der eigentlichen Spielwelt von Destiny 2. Warmind wurde leider nach genau dem gleichen Schema konstruiert und auch das ist eine verdammte Schande. Beide Geschichten stellen uns legendäre Charaktere vor, deren prächtige Taten den Ikonen vorausreiten, doch die tatsächliche Begegnung ist letztlich unglaublich unbefriedigend. Dabei mag ich Erweiterungen durchaus, für die man nicht notwendigerweise das Hauptabenteuer abgeschlossen haben muss oder die darauf verzichten, die gleichen Themenkomplexe aufzugreifen, die schon im Basisspiel angegangen wurden. Doch Destiny 2 endete mit einem dicken Cliffhanger und keiner der beiden bisher veröffentlichten Inhalte scheint sich damit auch nur ansatzweise beschäftigen zu wollen. Ich will Antworten, Gott verdammt!

Warmind handelt von der brutalen Kriegs-KI Rasputin und dessen Aktionen auf dem Mars. Etwas ist im Inneren des Roten Planeten erwacht und der allmächtige Rasputin schwebt nun in Gefahr. Wir reisen also dorthin, schießen auf Dinge, sammeln den fallen gelassenen Krempel ein, besiegen die Bedrohung und legen anschließend ein flottes Tänzchen hin. Es ist eine typische Destiny-Geschichte, die kaum Substanz hat - nicht, dass wir das zu dieser Zeit noch erwarten würden. Das Wichtigste in Destiny war noch nie die Geschichte, sondern vielmehr die mythische Welt und all die Dinge, mit denen man sich hier die Zeit vertreiben konnte. Trotzdem fiel mir immer wieder auf, wie viele Lücken in der Story von Warmind stecken. Hier hätte sich Bungie noch viel mehr Zeit nehmen sollen.

Warmind bietet uns eine Handvoll neuer Aufgaben, womit man ungefähr zwei Stunden lang beschäftigt ist. Danach öffnet sich der Inhalt wie gewohnt und die Grindphase beginnt mit ihren verschiedenen Questreihen und der exklusiven Beute. Bungie hat mittlerweile das Tempo geändert, mit dem wir die neue maximale Stufe erreichen (385 Powerlevel) und wer die Kampagne abgeschlossen hat, ist noch weit davon entfernt, für die härtesten Aktivitäten des Spiels bereit zu sein.

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Die Spielwelt von Warmind ist so glorreich, wie sie Hüter des ersten Destinys in Erinnerung haben werden

Der neue Schauplatz des DLCs ist der Mars. Spieler des Originals waren dort natürlich schon, aber für frische Hüter ist der Rote Planet ein neues, großartiges Zuhause. Die Oberfläche ist gigantisch und es gibt etliche Geheimnisse für alle, die nach der Kampagne noch lange beschäftigt sein wollen. Leider kämpfen wir auch dort immer noch gegen die gleichen Feinde, die wir schon letztes Jahr auf der Erde kennengelernt haben (mit einigen kleinen Ausnahmen). Die Produktionswerte sind allerdings noch immer erstklassig: Vom Sand, der beim Fußmarsch in die Luft gewirbelt wird, bis hin zum neuen Soundtrack ist Destiny 2 eine audiovisuelle Freude. Ich habe es schon einmal gesagt: Bungies Design- und Art-Team ist das Beste im gesamten Geschäft.

In puncto Inhalt sieht die Lage allerdings nicht mal ansatzweise so rosig aus. Ehrlicherweise gibt es nur zwei Dinge, die Warmind in meinen Augen vor einer totalen Katastrophe bewahren: Die neue Raid-Aktivität "Spire of Stars" und das Event Eskalationsprotokoll. Letzteres ist wirklich verdammt hart, manchmal fühl es sich sogar unmöglich an. In diesem Spielmodus müssen wir wellenartig Feinden besiegen, die ständig stärker werden. In der siebten Welle taucht zudem ein mächtiger Boss auf, bevor es Loot schließlich regnet. Es ist eine lustige Aktivität, die an Hof von Oryx erinnert, oder an die Archon-Schmiede aus dem ersten Destiny. Koordination ist bei diesen Aktivitäten wichtig - zumindest solange die Spieler noch nicht das richtige Level erreicht haben.

Die Raid-Aktivität Spire of Stars sorgt dafür, dass Warmind doch etwas besser abschneidet, als Fluch des Osiris. Ich werde es kurz halten, denn ich will euch nichts verderben, aber die Herausforderungen machen echt mächtig Spaß. Spire of Stars ist wahrscheinlich die schwerste Aktivität, die Bungie je hervorgebracht hat, und sie wird euer Feuerteam auf eine schwierige Belastungsprobe stellen. Geduld, individueller Skill und Teamwork sind hier unerlässlich.
Warmind ist insgesamt ein bisschen besser als die letzte Erweiterung, aber beide hinterlassen ein sehr ähnliches Bauchgefühl. In Warmind gibt es viel von dem, wonach Fans gefragt haben: Geheimnisse, größere Herausforderungen und die veränderte Progression. Aber das Paket kommt mit einer schrecklich langweiligen Geschichte daher und lässt echten Inhalt einmal mehr vermissen.

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Obwohl Warmind insgesamt etwas besser ist, als Fluch des Osiris, hinterlassen beide Inhalte ein merkwürdiges Gefühl in meinem Bauch.
06 Gamereactor Deutschland
6 / 10
+
Hervorragendes Design; tolle Grafik; viele Geheimnisse; sehr herausfordernd.
-
Faule Geschichte; viel zu kurz; wiederverwendeter Inhalt; fühlt sich von der Hauptspielwelt künstlich getrennt an.
overall score
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