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Kritiken
007 Legends

007 Legends

Es gibt sie zuhauf: Exzentrische Bösewichte, die mit ambitionierten Plänen die Weltherrschaft an sich reißen wollen. Ihn gibt es allerdings nur einmal: 007, Geheimagent im Dienst ihrer Majestät, ausgestattet mit der Lizenz zum Töten, immer in Begleitung hinreißender Damen. In 007 Legends dürfen wir seine größten Abenteuer und Eroberungen noch einmal erleben.


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An bestimmten Waffenkisten können wir unsere Ballermänner und Gadgets aufrüsten. Dafür müssen wir Erfahrungspunkte einlösen. Diese erhalten wir durch das Erreichen von Bonuszielen. Hohe Treffergenauigkeit, zusätzliche Hintergrundinformationen, perfekt abgeschlossene Schleicheinlagen - all das wird belohnt. Neben unseren Waffen und Gadgets können wir mit den XP-Punkten auch Bonds Fähigkeiten verbessern, ihn widerstandsfähiger, geschickter und tödlicher machen. Am Ende jeder Mission informiert uns eine Statistik wie gut oder schlecht wir abgeschlossen haben.

Mit Boss-Endgegner und anderen miesen Handlangern liefern wir uns in regelmäßigen Abständen Faustkämpfe. Im Stil eines Quicktime-Events müssen wir schlagen, parieren und ausweichen. Diese Einlagen erfordern das Drücken vieler Tasten und sind am Anfang sehr verwirrend. Da die Tasten aber immer dieselben sind, unterscheiden sich die Kämpfe nicht voneinander und werden schnell stupide. Hier wäre ein klassisches Quicktime-System sicherlich besser gewesen.

Ein großes Manko des Spiels ist generell, dass es keine Lernkurve gibt. Wir werden ohne Gnade mitten ins Geschehen geworfen. Eben befinden wir uns noch mit einer schönen Frau beim Skifahren, dann explodiert plötzlich alles und in der nächsten Sekunde stehen wir auf Skiern, während Schneemobil-Gauner auf uns schießen. Das Zwischendurch kurz das Steuerungslayout aufgeblendet wurde, ist kaum realisierbar. Ähnlich verhält es sich bei den Schleicheinlagen. Da wir anfangs noch unsicher sind, werden wir sofort entdeckt und lösen die Situation mit Waffengewalt. Die Freude am Schleichen erleben wir erst gegen Ende des Spiels, nur um uns dann über die vielen verpassten Passagen zu ärgern. Da die Ladezeiten recht lang sind und wir nicht selbst speichern können, gibt es wenig Anreiz, eine verpatzte Schleicheinlage zu wiederholen. Im Menü können wir zwar ein umfassendes Tutorial zu jeder Situation und Aktion aufrufen, aber dadurch werden wir jedes Mal aus dem Spielfluss gerissen.

007 Legends
Gut gelungen ist indes die Stimmung des Spiels. Toll ist auch das seichte Drama um Bonds weibliche Protegés und der Geheimagenten-Charme insgesamt.

Gut gelungen ist indes die Stimmung des Spiels. Das liegt zunächst einmal an den exotischen Schauplätzen. Fort Knox, unterirdisches Geheimlabor, Aztekentempel in Mexiko - all diese Orte sind toll gestaltet und versprühen eine geheimnisvolle Atmosphäre. Hinzu kommen die schillernden Bösewichte mit ihren verrückten Plänen, das seichte Drama um Bonds weibliche Protegés und der Geheimagenten-Charme. Amüsant sind auch die Dialoge des Wachpersonals. Die Musik ist gelungen und fügt sich gut in die jeweilige Situation ein. Schade ist allerdings, dass Bond und die Welt immer in der gleichen Zeit spielt (obwohl zwischen den Episoden viel Zeit vergangen ist) und dass wir keine Chance erhalten, den alten Q kennenzulernen.

Gedämpft wird die Stimmung auch durch die veraltete Grafik. Besonders bei den Außenlevel macht sich das bemerkbar. 007 Legends sieht nicht hässlich aus und läuft sehr flüssig, aber der Mangel an Partikel- und Lichteffekten raubt den schönen Szenen leider viel Leben. Wenn die Kugeln fliegen und überall Granaten einschlagen, runden eine (zumindest teilweise) zerstörbare Umgebung und aufspritzender Dreck das Gesamtbild ab. Das Erscheinungsbild ist bunt, mit satten Farben, was zum Spiel passt. Die Texturen sind jedoch eher matschig und pixelig. Besonders bei den Lichteffekten versagt die Engine. So mussten wir die Schatten, in denen wir uns bevorzugt bewegen sollen, erst einmal finden.

Der Multiplayer überrascht mit bis zu zwölf Modi. Darunter finden sich die klassischen Sachen wie Deathmatch, Team-Deathmatch und Capture & Hold, aber auch ein paar neue. Am interessantesten ist Golden Gun und Legends, wo wir als unser Lieblings-Bond Charakter spielen können. Da wir nach dem Tod sofort wieder einsteigen können, sind die Spiele schnell und kurzweilig. Alles in allem bietet der Multiplayer viel Abwechslung und Spielspaß.

Wir hatten teilweise sehr viel Spaß mit 007 Legends. Besonders die Aktion-Sequenzen und das tolle Waffengefühl haben es uns angetan. Oft waren wir jedoch auch am verzweifeln. Die Quicktime-Events, die langen Ladezeiten und die Situationen, wo einfach nicht klar, was wir tun sollen, haben ordentlich Nerven gekostet. Trotzdem ist das Spiel auch für Nicht-Bond Fans empfehlenswert. Man muss halt ein bisschen Ausdauer mitbringen.

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08 Gamereactor Deutschland
8 / 10
+
das Waffengefühl, die Schauplätze, die Gadgets
-
Quicktime-Events, schwammige Steuerung, durchwachsene Grafik
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