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Kritiken
Shooty Fruity

Shooty Fruity

Es ist ein Spiel in dem wir auf Früchte ballern, aber ganz so einfach ist es natürlich nicht.

  • Text: Sam Bishop
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Unter VR-Spielen herrscht dieser Trend uns in die Rolle von jemanden schlüpfen zu lassen, der eine recht einseitige Tätigkeit ausübt (schaut euch mal all diese Jobsimulatoren an). Aus irgendeinem Grund wird es meist trotzdem chaotisch und dadurch auch sehr spaßig. In Near Lights Shooty Fruity arbeiten wir in einem Supermarkt und werden während der Arbeit von unglaublich aggressiven, riesigen Fruchtstücken angegriffen. Klingt das nach einer spannenden Prämisse?

Shooty FruityShooty Fruity
Einen Apfel aus großer Distanz zu erledigen macht nicht nur Bock, sondern gibt auch mehr Punkte.

Wir müssen die richtige Balance zwischen unserer eigentlichen Arbeit an der Kasse und unserem bewaffneten Kampf mit den Früchtchen finden. Jeder der sich schon an VR-Spielen versucht hat, weiß dass selbst der erste Teil schon seine eigene Herausforderung bietet, aber es wird noch schlimmer wenn wir in der einen Hand eine Knarre halten und gleichzeitig am Tresen rumfummeln müssen. Zuerst müssen wir nur mit den Move-Controllern Gegenstände einscannen und das ist anfangs auch noch sehr leicht (man schnappt sich halt ein Objekt und zieht es über den Scanner). Später zieht der Schwierigkeitsgrad ordentlich an, denn am nächsten Arbeitsplatz müssen wir zum Beispiel schon farbige Essensblöcke auf die richtigen Tabletts sortieren und später bestimmte Einkäufe auf verschiedene Fließbänder oder die passenden Rutschbahnen legen.

Aber am Ende interessiert sich wahrscheinlich eh niemand ernsthaft für etwas anderes als das Ballern. Wir starten jeden Level mit einer Pistole und können für erworbenen Saft bessere Waffen kaufen. Gleichzeitig sollen wir bestimmte Punktevorgaben erfüllen, die wir für unseren Supermarktjob erhalten - wir dürfen also unsere eigentliche Arbeit nicht vernachlässigen. Die Waffen reichen von seltsam bis wunderbar. Es finden sich Schrotflinten, Revolver und automatische Maschinenpistolen, aber wir bekommen auch Granaten und C4-Werfer und die machen den Unterschied. Die fetten Knarren brauchen wir für Wassermelonen und Zwiebeln, da helfen die normalen Knarren einfach nicht mehr weiter. Wir müssen also unsere Bewaffnung mit Bedacht wählen, denn man darf maximal sechs Waffen mit in einen Level nehmen.

Ich muss gestehen, dass Shooty Fruity für mich schnell haarig wurde. Schon während der ersten zehn Areale begann ich zu schwitzen und mich abzumühen, um überhaupt ganze Runden zu überstehen. Ihr könnt der beste Schütze im Wilden Westen sein, aber wenn das Obst von Links heranstürmt und 15 Himbeeren den Arbeitsplatz einkreisen, dann wird es schwer. Jede Frucht hat obendrauf noch ihre eigenen Fähigkeiten: Kirschen fallen vom Himmel und explodieren, Weintrauben feuern Projektile, Wassermelonen stecken viel Schaden ein und Himbeeren sind schnell und zahlreich. Zu wissen was man wann erledigen muss ist Teil des Spaßes und es ist wirklich befriedigend den Bildschirm komplett von Früchten zu befreien.

Shooty FruityShooty Fruity
Wir müssen die richtige Balance zwischen unserer eigentlichen Arbeit an der Kasse und unserem bewaffneten Kampf mit den Früchtchen finden.

Es fühlt sich gut an mit den Move-Controllern die Knarren abzufeuern, denn sie reagieren wirklich gut. Einen Apfel aus großer Distanz zu erledigen macht nicht nur Bock, sondern gibt auch mehr Punkte. Trotzdem gibt es kaum eine bessere Methode für Highscore-Jäger als der Nahkampf mit Schrotflinten und Granaten. Verbessern lassen sich die Waffen wie gesagt auch, etwa durch Aufsätze oder Zielfernrohre - es gibt sogar einen Schiesstand zum Üben.

Sitzend in einem mittelgroßen Raum hat das Tracking manchmal Probleme verursacht. Wenn wir Essenspakete von unten greifen müssen, hat die Kamera Probleme den Bewegungen zu folgen und die Controller werden nur ungenau registriert. Die meiste Zeit gab es aber keine größeren Probleme und ich hatte viel Spaß mit dem Spiel. Das liegt auch daran, dass sich Shooty Fruity selbst nicht allzu ernst nimmt und man viel zu lachen hat. Besonders wenn uns der nasal-sprechende Erzähler mit dem New Yorker Akzent wieder anschreit, weil wir aus Versehen den Laden getroffen haben... Auch die Spielphysik trägt ihren Teil zum Charme bei und macht viel Freude.

Die einfache Idee von Shooty Fruity ist gut umgesetzt. Es ist packend, obwohl es so chaotisch zugeht und das Spiel wirklich schwer ist. Mir hat es Spaß gemacht mit den Waffen zu hantieren und gleichzeitig dem Supermarkt-Job nachzugehen. Eine gute Wahl für alle die eine einfache und zugängliche VR-Herausforderung suchen und wie in einer Arcade-Maschine lässt sich die Leistung stets noch verbessern.

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08 Gamereactor Deutschland
8 / 10
+
Einfache und unterhaltsame Prämisse; sehr herausfordernde spätere Level; Gutes Waffengefühl; Lustig und bekloppt.
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Tracking der Move-Controller beweist sich in engeren Räumen als unvorteilhaft.
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