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Kritiken
Tower 57

Tower 57

Wir haben uns in die Kanalisation begeben und wollen dort herausfinden, was unter dem Tower 57 stinkt.

Tower 57 ist ein Twin-Stick Shooter von Pixwerk und die Entwickler haben wirklich hart daran gearbeitet, das nostalgische Gefühl der Spiele aus der DOS- und Amiga-Ära einzufangen. Die Geschichte dreht sich um den namensgebenden Tower 57, einem der Türme in denen der Rest der Menschheit nach einer dystopischen Katastrophe Zuflucht gefunden hat. Wir wurden zu diesem Turm geschickt, um dort merkwürdigen Ereignissen auf die Spur zu gehen. Die Geschichte wird durch Fallakten, Terminals und Dialoge erzählt. Es gibt also einiges zu lesen, wenn ihr der Geschichte folgen wollt.

Tower 57Tower 57
Wenn wir das Spiel zu zweit zocken, werden die Fehler umso noch deutlicher... // Pixwerk

Glücklicherweise müsst ihr kein Buch lesen, um die adrenalin-geladene Action und die mitreissende Musik zu genießen. Der Soundtrack läuft bei mir seit Tagen in der Dauerschleife und das wird vermutlich noch eine ganze Weile so bleiben. In Tower 57 müssen wir ein Team aus drei von sechs verfügbaren Spezialisten (Don, Wissenschaftler, Offizier, Bettler, Diplomat und Spion) zusammenstellen. Ich habe mich für eine Wissenschaftler-Polizist-Spion-Kombo entschieden.

Nach einer kurzen Einführung geht es in die Kanalisation und wir müssen uns auf die Suche nach dem Ausgang machen. Kurze Zeit später taucht der erste formidable Gegner auf... ein gruseliger, pinker Blob. Unsere abgesägte Schrotflinte macht kurzen Prozess mit ihm, aber der Blob hat seine Freunde mitgebracht, die uns kurzerhand auffressen. Wir werden zwar erledigt, aber das ist nicht das Ende der Geschichte, sondern nur eine kurze Pause. Anschließend wird die Fackel an unsere drei Spezialisten weitergereicht.

Wir verteilen Kugeln und Schaden und versuchen gleichzeitig dem Ärger aus dem Weg zu gehen, aber je fortgeschrittener die Gegner werden, desto herausfordernder wird Tower 57. Ein großer Teil der Schwierigkeit liegt in den vielen Gegenständen, die uns als Deckung dienen, aber eben auch spektakulär zerstört werden können. Das Chaos regiert und der Game-Over-Bildschirm begrüßt uns regelmäßig. Es bildet sich Schweiß an der Stirn und Adern an den Schläfen, aber es ist eine gute Art von Angespanntheit - genau die nämlich, die wir von Rogue-Likes kennen. Ich will das Spiel schlagen. Un-be-dingt.

Nach ein paar Flüchen taucht endlich die Nachricht auf: Spiel gespeichert und ich kann aufatmen. Ich habe die Kanalisation und die dortigen Viecher besiegt und es geht zurück ins Spiele-Hub, wo wir Gelegenheit erhalten uns mit Waffen und Upgrades zu versorgen. Wenn wir es uns leisten können dürfen wir dort auch unsere gefallenen Teammitglieder wiederbeleben, aber das ist nicht ganz günstig. Vor meinem nächsten Missions-Briefing hatte ich mich ein wenig gezockt, doch dann ging es erneut zurück in die Kanalisation. Wieder dort angelangt begeisterte mich die Liebe zum Detail in diesem Spiel. Unsere Spielfigur mit glänzenden neuen Beinen zu sehen, nachdem die vorher abgefressen worden waren, ist wirklich ziemlich cool.

Tower 57Tower 57
Ein großer Teil der Schwierigkeit ist dem bildschirmfüllenden Chaos geschuldet. // Pixwerk

Tower 57 hat aber natürlich auch seine Fehler. Der Schwierigkeitsgrad gepaart mit den weit auseinanderliegenden Checkpoints ist wirklich nur etwas für hartgesottene Fans. In dem visuellen Chaos kann man kaum den Überblick behalten, dadurch wirkt mancher Abgang unfair. Man kann viel zu leicht irgendwo steckenbleiben und hat vor einem Bosskampf plötzlich keine Munition mehr - was noch besser ist als volle Munitionsvorräte zu besitzen, aber keine Arme, mit denen man die Waffen bedienen könnte. Dann müssen wir unweigerlich den gesamten Level von vorne beginnen. Immerhin werden die Upgrades (wenn wir sie uns leisten können) ziemlich mächtig, das macht das Abenteuer zumindest ein wenig leichter. Neugier und Erkundungsdrang werden belohnt - es lässt sich allerhand cooles Spielzeug finden.

Ich habe mich auch am Koop-Modus versucht, denn der macht doch wirklich jedes Spiel zehnmal besser. Merkwürdigerweise ausgerechnet Tower 57 nicht. Wenn wir das Spiel zu zweit zocken, werden die Fehler umso noch deutlicher - Munition, Gesundheit und Geld werden durch zwei geteilt und gleichzeitig verdoppelt sich das Chaos. Es ist ein gigantischer Kugelhagel und wir stehen mittendrin. Der Bildschirm bleibt an einer Stelle mittig zwischen den ungefähren Positionen beider Spieler und das bedeutet viele Gegner außerhalb des Bildschirms, die uns leicht töten können.

Insgesamt ist Tower 57 eine schöne Hommage an alte Amiga-Zeiten, die uns mit einer Kombination aus Frust und dem Gefühl etwas erreicht zuhaben ins Spiel saugt. Ihr solltet das Spiel aber vorher ein wenig alleine anspielen, bevor ihr euch einen Freund dazu holt.

Pixwerk
07 Gamereactor Deutschland
7 / 10
+
Toller visueller Stil; schnelllebige Action; spaßige Waffen und Gadgets; Nostalgie die belohnt wird.
-
Stellenweise brutaler Schwierigkeitsgrad; nicht alle Waffen sind hilfreich; Dialog ist unfassbar leise.
overall score
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