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Kritiken
The Surge

The Surge - A Walk in the Park

Wir kehren zu Deck 13s herausfordernder Zukunftsvision zurück und werden sprichwörtlich eine Achterbahnfahrt erleben.

  • Text: Kieran Harris

The Surge lief in Deutschland gut an, ist international aber doch ein wenig unter dem Radar erschienen. Der Titel ist eindeutig von der Souls-Reihe inspiriert, aber mit eigenen Sci-Fi-Ideen ausgestattet worden. Wir kämpfen in einer Fabrik ums Überleben gegen Maschinen und abgedrehte Arbeiter. Nach einer Handvoll Waffenpakete und einem halben Jahr in den Regalen erscheint jetzt die erste große Erweiterung - A Walk in the Park. In gewisser Weise ist das ein Abschied vom düsteren Szenario der ursprünglichen Spiels. Wir halten die Schlüssel zu einem verlassenen Vergnügungspark in den Händen und haben Zugang zu neuen Waffen, Implantaten und Rüstungen.

The SurgeThe Surge
Ein Highlight war die riesige mechanische Katze, die uns mit ihrem wirbelnden Schwanz und ihren Pfoten zerschmettern wollte.

Gleich vorne weg: Das DLC funktioniert nur, wenn ihr auch das Grundspiel besitzt. Es ist keine Standalone-Erweiterung, sondern wurde wie Bloodbornes The Old Hunters-DLC in das Spiel integriert. Zugang zur CREO World erhalten wir mit einem Zug im zweiten Level des Spiels, einige Spieler müssen sich also auf einen beschwerlichen Rückweg gefasst machen. Ich war weit in meinem Nw Game+ vorangeschritten und die Reise zurück war doch recht nervig (eine Schnellreise-Option wäre wirklich schön gewesen). Ich kann aber verstehen warum die Entwickler den Zugang zum DLC in diesem Level platziert haben - dazu später mehr.

CREO World ist ein ehemaliger, familiengeführter Vergnügungspark und der Schauplatz dieser Erweiterung. Im Park fahren wir Achterbahn, prügeln uns mit den Maskottchen herum (Ein Donutkopf und riesigem Zuckerstab etwa) und kämpfen gegen eine riesige mechanische Katze. Die fesselnde Welt ist voller lebendiger Farben und überall warten Überraschungen auf uns, die es im ursprünglichen Spiel so nicht gab. Es ist ein ähnlich albernes Abenteuer wie Dead Rising oder Saints Row und eine angenehme Überraschung, wenn man bedenkt wie ernst sich das Original genommen hat.

Einen Großteil der Geschichte folgen wir dem vermutlich einzigen Überlebenden des Parks, der mit uns über eine gehackte Drohne kommuniziert. Wir folgen seinen Instruktionen und versorgen verschiedene Bereiche wieder mit Energie, suchen nach Vermissten und durchsuchen die Überreste eines Hubschrauberabsturzes. Es wird wenig darüber verraten, wie der Park ins Chaos stürzte, stattdessen müssen wir uns die Ereignisse mit Hilfe von Audio-Logs zusammenreimen. Ein verpasste Gelegenheit, denn die Trailer wirkten noch, als würde die Geschichte stärker erzählt werden.

The SurgeThe Surge
Der DLC verändert aber nicht The Surges eigenen Mechaniken, ob das gut oder schlecht ist, muss jeder für sich selbst entscheiden.

Ich will aber nicht zu viel verraten und stattdessen mehr über die Bosse und Gegner sprechen, auf die wir treffen. Ein Highlight war die riesige mechanische Katze, die uns mit ihrem wirbelnden Schwanz und ihren Pfoten zerschmettern wollte. Im Park treffen wir auf einige neue Gegnertypen, darunter Nahkampfdrohnen, durchgedrehte Maskottchen und Gegner, die sich selbst heilen können. Wir sind also gezwungen unseren Spielstil immer wieder neu anzupassen.

A Walk in the Park beseitigt sogar einige Fehler des Grundspiels und sorgt so für ein insgesamt runderes Spielerlebnis. The Surge wurde nach der Hälfte recht schwer und behinderte so unseren Fortschritt. Die Erweiterung bietet jetzt ein neues Gebiet in dem wir bessere Implantate und neue Waffen finden können. Das bewegt vielleicht sogar jene Spieler die schon aufgegeben haben zur Rückkehr. Dafür zu bezahlen um das Spiel runder und ausbalancierter zu machen ist natürlich nicht besonders professionell, aber immerhin haben sich die Entwickler der Probleme angenommen.

Der DLC verändert aber nicht The Surges eigenen Mechaniken, ob das gut oder schlecht ist, muss jeder für sich selbst entscheiden. Fernkampfwaffen scheinen immer noch zu fehlen, das hat mich früher schon gestört. Besonders ärgerlich, das die neuen Gegner eine größere Reichweite als wir haben. Trotzdem funktioniert natürlich noch alles so, wie im Grundspiel. Die Bosskämpfe sind packend und fordern uns wirklich heraus (und unterstreichen dadurch ironisch den Titel des Add Ons), die Schauplätze sind schön miteinander verknüpft und wir sind doch stets in der Nähe unserer Basis.

The SurgeThe Surge
Wir halten die Schlüssel zu einem verlassenen Vergnügungspark in den Händen und haben Zugang zu neuen Waffen, Implantaten und Rüstungen.

Ich habe für A Walk in the Park ungefähr vier Stunden benötigt und scheine damit recht lange beschäftigt gewesen zu sein. Es ist noch nicht klar, ob es noch weitere Inhalte für das Spiel geben wird, aber die ebenfalls gerade veröffentlichte Complete Edition von The Surge deutet an, dass es keine neuen Inhalte mehr geben wird. Auch wenn mich A Walk in the Park wieder für das „Dark Souls-Sci-Fi" begeistern konnte, ist es doch vermutlich der letzte Inhalt für den Titel.

A Walk in the Park wagt Neues und ist eine dramatische und sehr wünschenswerte Abkehr vom Grundspiel. Der DLC bietet eine absurde Achterbahnfahrt von Anfang bis Ende. Wir bekommen Tonnen an neuen Waffen und Implantaten, erinnerungswürdige Bosskämpfe und selbst das Late-Game wird ein wenig ausgeglichener. Es mag kurz sein und kann auch nicht alle Schwächen des Grundspiels ausbügeln, aber mit A Walk in The Park kann man als The Surge-Fan eine gute Zeit haben und es lässt uns lächelnd zurück.

08 Gamereactor Deutschland
8 / 10
+
Starker Wechsel in der Tonalität des Hauptspiels; es gibt etliche Waffen, Implantate und Rüstung, die uns beim Wechsel ins Late-Game unterstützen.
-
Noch immer keine Fernkampfwaffen; fehlende Cut-Szenen und Story-Verweise; kurzlebig.
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