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Kritiken
Xenoblade Chronicles 2

Xenoblade Chronicles 2

Ein RPG-Titan stampft auf der Nintendo Switch auf.

  • Text: Juan A. Fonseca

Es ist Zeit, sich auf die Suche nach Elysium zu begeben. Es wird eine lange und beschwerliche Odyssee werden, die ihr auf der Nintendo Switch nicht verpassen dürft. Nach dem universal gefeierten ersten Teil und die Wii U-Umsetzung Xenoblade Chronicles X konzentriert sich Monolith Soft. Nun wieder auf die Wurzeln der Serie und erzählt eine Fantasiegeschichte mit einem herrlich japanischem Stil, der jede Facette der gigantischen Erfahrung überdeckt.

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Jede Episode verdichtet die Erfahrung zwischen den Charakteren und ihren Hintergründen, da die oftmals brillanten Cutszenen die Erzählung maßgeblich vorantreiben.

Das Studio entschied sich wieder einmal für diesen narrativen Stil, den man aus anderen Shonen-Publikation kennt. Rex ist ein sturer Junge der von einer Klinge namens Pyra auf einem fantastischen Abenteuer begleitet wird und dabei viele spannende Plätze aufsucht. Auf ihrem Weg lernen sie außergewöhnliche Persönlichkeiten kennen und erleben viele klischeehafte Szenen (wie zum Beispiel diese peinliche Badeszene in den heißen Quellen). Glücklicherweise wirkt nichts davon zu festgefahren und im Verlauf der Geschichte wachsen die Charaktere spürbar über sich hinaus und das macht diese Erfahrung so nachhaltig.

Der Anfangspunkt von Xenoblade Chronicles 2 ist die Suche nach Elysium. Bedeutende Themen wie der Weltenbaum, die Klingen und ihre komplizierte Beziehung zu den Herrschern sind grob umrissene Handlungsstränge des Plots, die sich nach und nach weiter öffnen. Die sogenannten Klingen sind künstliche Lebewesen, die untrennbar mit einem Powerkern verbunden sind und einem Meister gehorchen müssen, der wiederum über besondere Merkmalsausprägungen verfügt. Die Klasse der Klingen ist ein vitaler Bestandteil von Xenoblade Chronicles 2, denn unsere Party besteht aus gleich drei dieser Lebewesen. Im Kampf lassen sich die Klingen in richtige Waffen verwandeln und wenn wir sie benutzen, erhält Rex Zugang zu verschiedenen neuen Kampfkünsten.

Die Klingen verfügen über unterschiedliche Fähigkeiten, mit denen wir uns neue Wege erschließen. Natürlich unterschieden sie sich in ihrem Design voneinander, allerdings ist diese Variation beschränkt. Es gibt viele verschiedene Klingen-Typen und sicher ist für viele Geschmäcker etwas dabei, aber es ist doch ein wenig schade, dass wir sie nicht selbst individualisieren dürfen. Viele dieser Lebensformen nutzen unterschiedliche Elemente oder sind in irgendeiner anderen Art und Weise einzigartig. Ein Großteil der künstlichen Kämpfer erhalten wir durch die Benutzung der sogenannten Gashapon-Maschine, die uns zufällig ausgewürfelte Charaktere vor die Füße spuckt, wenn wir unsere gesammelten Kristalle einspeisen. Deshalb kann es schon ein bisschen frustrierend sein, wenn man nicht die Variante herausbekommt, die man gerade sucht.

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Wer hätte gedacht, dass das Hybrid-System schon zu Weihnachten in dieser Pracht und Form erstrahlt?

Das Wachstum und die Entwicklung der Klingen basiert auf drei Elementen: Sogenannte Kernchips definieren die ausgerüstete Waffe, die Art der Kristalle bestimmen Status-Buff und dann wäre da noch die Affinität. Grob umschrieben bestimmt dieser Welt, wie effektiv sich die Klinge für uns ins Zeug legt und wir peppeln diesen Wert mit kleinen und großen Herausforderungen auf. Das System hört sich viel uninteressanter an, als es im Endeffekt ist, doch für mich haben sich diese Aufgaben tatsächlich wie eine Bereicherung des Spielgeschehens angefühlt. Auch wenn der Vorgang der Klingen-Erstellung vielleicht keine Neuheit für das Genre ist, wird sie doch so sehr gelungen und einzigartig eingefangen, sodass Nintendo hier tatsächlich eine schlaue Implementierung entdeckt hat - gerade in einer Welt, die so stark von den Klingen und ihren Fähigkeiten dominiert wird.

Wenn wir zum Beispiel in einem Areal feststecken können wir eine Türe aufsprengen oder mit einem starken Sprung ein weit entferntes Gebiet erreichen. Sollten wir keine Klinge dabei haben, die über die nötige Fähigkeit verfügt, wartet ein bisschen Backtracking auf uns, doch selbst das ist angesichts der unterschiedlichen Figuren und ihren einzigartigen Fähigkeiten kein Problem und lädt eher zur erneuten Suche nach Geheimnissen ein. Falls ihr jetzt aber dachtet, dass die Navigation durch die Spielwelt noch einmal verbessert wurde, müssen wir euch leider enttäuschen. Xenoblade Chronicles 2 ist lange nicht so ambitioniert wie seine Vorgänger und vor allem deutlich kleiner als die Welt von Xenoblade Chronicles X. Wir bewegen uns im neuesten Ableger des Franchise auf verschiedenen Titanen hin und her, doch das Herumstreifen auf diesen Kreaturen fühlt sich trotz unterschiedlicher Biotope nicht so kohäsiv an, wie es Mira tat.

Die Umgebungsdetails von Xenoblade Chronicles 2 sind dafür wirklich toll gelungen. Die Szenarien sind konsequent und divers umgesetzt worden, dynamisch in ihrem Klima und sie stellen sogar Gezeiten dar (was uns den Zugang zu bestimmten Bereichen ermöglicht oder versperrt). Dass wir uns darüber hinaus in einen Areal investieren können sorgt unter anderem dazu, dass nahe Städte und Dörfer aufgewertet werden. Indem wir die Quests der Bewohner erfüllen und nahe Monster in Schach halten, nehmen wir aktiv Einfluss auf die Umgebung und erhalten dadurch sogar Vorteile für unsere Party.

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