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Kritiken
Hidden Agenda

Hidden Agenda

Die sehr gute Lösung für einen gemütlichen Filmeabend, bei dem sich die Leute wieder nicht auf die gemeinsame Unterhaltung einigen können.

Becky Marney ist noch ein Anfängerin als sie den großen Fang macht und den Serien-Killer „The Trapper" schnappt, der seine Opfer mit explosiven Fallen ausstattet, um erste Einsatzkräfte mit ins Unglück zu stürzen. Sie ist jetzt seit fünf Jahren Detective und die Hinrichtung des Verurteilten steht bevor, als der Trapper plötzlich seine Taten abstreitet. Es beginnt ein düsteres Drama um Missbrauch und Korruption.

Hidden AgendaHidden Agenda
Die Playlink-App ist gut gemacht, auch wenn es zu Tracking-Problemen mit Geräten kommen kann.

Das neuste Spiel von Supermassive Games hat die Spielfilmlänge von ungefähr 90 Minuten und ist damit ideal, um es gemeinsam mit Freunden zu erleben. Wäre es länger würden einzelne Teilnehmer unruhig werden, außerdem würde es dem Plot auch nicht gut tun, weiter in die Länge gezogen zu werden - besonders da man nach der Hälfte des Falls längst verstanden hat, wie der Hase läuft.

Es ist ein Plot wie aus dem Standardwerk für Krimis; ein weniger komplexes Heavy Rain, das sich bei David Finchers Sieben oder dem Original Speed bedient. Es behandelt die dunkle Seite von Gesetzeshütern und dem Missbrauch im Waisenheim, was dem Trapper als Motivation dient. Neben Becky Marney dürfen wir noch DA Felicity Graves spielen und abhängig von unseren Aktionen, kooperieren die beiden unterschiedlich gut miteinander.

Hidden Agenda ist ein Playlink-Titel und erlaubt den Spielern tatsächlich sehr viel mehr, als sich nur für Entscheidungen zusammenzusetzen. Das sorgt auch für den Wiederspielwert, was Detektivgeschichten ja eigentlich nicht bieten. Im Grunde gibt es zwei Möglichkeiten das Spiel zu spielen, den Story-Modus und den Wettbewerbsmodus. Beim zweiten Vertreter dabei handelt sich um eine punktebasierte Version des Spiels, bei der ein Spieler einen geheimen Auftrag erhält und die anderen herausfinden müssen, was hinter dem Vorhang gespielt wird. Dadurch liegt der Fokus nicht darauf, wie sich der Plot weiterentwickelt, stattdessen kommt es zu einer Art Tauziehen zwischen den Spielern.

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Hidden Agenda hat einen düsteren Stil, der an Filme wie Sieben erinnert.

Der Multiplayer im Story-Modus gibt dem Ganzen zusätzlichen Reiz. Hier geht es nicht länger nur um das Bilden von Mehrheiten und es kommt zu Gruppenentscheidungen, also wem man am meisten traut und solchen Sachen. Manch ein Mitspieler trifft Entscheidungen alleine und es gibt Übernahme-Karten (die man durch das Finden von Hinweisen verdient), die Mehrheitsentscheidungen außer Kraft setzen. Das sorgt für eine wirklich clevere Dynamik und viel Spaß. Bis zu sechs Spieler können mit ihren Smartphones teilnehmen, aber selbst wenn nur zwei Spieler zusammenspielen wird der Story-Modus noch mal zusätzlich aufgewertet.

Die Playlink-App ist gut gemacht, auch wenn es zu Tracking-Problemen mit Android-Geräten kommen kann, während die iPhone-Version keine Probleme zu haben scheint. Besonders gut gefiel uns das Notizbuch, mit dem man einen Überblick über die Figuren bekommt. Dieser Bereich hilft uns auch dabei, leicht zwischen Verdächtigen, Cops, Tätern, Opfern und den Zeugen zu unterscheiden.

Neben den Dialog-Optionen (es gibt jeweils zwei) müssen manchmal auch schnelle Entscheidungen getroffen werden, um auf plötzliche Ereignisse zu reagieren oder unter Zeitdruck nach Hinweisen zu suchen. Hidden Agenda bleibt in diesem Bereich stets schlicht, aber die Spieler müssen immer am Ball bleiben. Ein einzelner fehlender Hinweis und wir verpassen einen Zweig in der Geschichte oder es sterben Charaktere.

Hidden AgendaHidden Agenda
Hidden Agenda ist ein Playlink-Titel und erlaubt den Spielern tatsächlich sehr viel mehr, als sich nur für Entscheidungen zusammenzusetzen.

Es gibt Momente in denen wir entscheiden müssen, ob wir unsere Waffe einsetzen oder nicht, aber wir bekommen genug Zeit für solche wichtigen Entscheidungen. Es ist cool, dass wirklich alle Spieler einverstanden sein müssen, damit die Waffe abgefeuert werden kann. Das Ganze ist ein wenig klischeehaft geschrieben und ich bin mir nicht sicher, ob das wirklich so notwendig war, um die Geschichte zu verkaufen... Jetzt ist das Spiel eher auf Niveau von CSI oder Law & Order, was nicht unbedingt schlecht ist, wenn man die soziale Natur der Spielerfahrung bedenkt.

Hidden Agenda hat einen düsteren Stil, der an Filme wie Sieben erinnert. Einzelne Farben werden in den sonst dunklen, grau-braunen Umgebungen hervorgehoben. Das Spiel teilt große Teile seiner DNA mit Supermassives wohl bekanntestem Spiel: Until Dawn (eine Playlink-Version von diesem Spiel würde ich gerne sehen). Es ist optisch eindeutig ein Schritt nach vorne für ein Plot-basiertes Abenteuer, aber gleichzeitig stechen auch die vorhandenen Fehler deutlicher hervor. Das Wasser auf der Haut unseres Partners Tom in einer Regenszene sieht seltsam aus und er hält sein Telefon zu weit weg von seinem Ohr.

Die Sprachausgabe und die Sounds haben mir größtenteils gut gefallen, auch wenn manche Momente seltsam wirkten. Katie Cassidy (Arrow, die Becky Marney spielt) porträtiert den aufsteigenden Stern, der versucht einen Fall zu lösen, der schon mal gelöst wurde; eine großartig Performance. Mir hat Hidden Agenda gut gefallen und ich hoffe Supermassive und Sony liefern uns weitere Spiele dieser Art. Man könnte sich vielleicht einen Plot mit offenerem Ende wünschen, damit es auch über mehrere Durchgänge hinweg Spaß macht und der Preis ist eventuell ein wenig hoch für ein so kurzes Spiel. Aber ihr werdet ohne Zweifel mehrmals spielen wollen und es macht viel Spaß mit Freunden einen etwas anderen Filmabend zu veranstalten, weil man sich mal wieder auf keinen Film einigen konnte, den alle noch nicht kennen.

07 Gamereactor Deutschland
7 / 10
+
Intelligenter Einsatz des Playlink-Konzepts; hoher Wiederspielwert für eine narrative Geschichte; eigenständiger und hübscher visueller Stil; viele Story-Pfade zum Erkunden.
-
Die Geschichte ist klischeebeladen; einige technische Probleme; Forshadowing ab und zu sehr einnehmend; einige Abstürze.
overall score
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