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Kritiken
The Elder Scrolls V: Skyrim

The Elder Scrolls V: Skyrim VR

Skyrim ist in einer anderen Dimension angekommen.

  • Text: Sam Bishop

Mittlerweile ist The Elder Scrolls V: Skyrim für eine Vielzahl an Plattformen erschienen - darunter kürzlich die Nintendo Switch - aber jetzt beginnt eine Reise in absolutes Neuland: die virtuelle Realität. Skyrim VR für Playstation VR ist ein ambitioniertes Projekt, das ein riesiges RPG (inklusive aller DLCs) in die virtuelle Realität einführt. Es ist tatsächlich das gesamte Rollenspiel, an das ihr euch erinnert. Wer die „das Glas ist halb leer"-Mentalität bevorzugt versteht dabei vor allem: Es ist all das Zeug, das ihr schon mal gesehen und erlebt habt. Und trotzdem könnt ihr es eben auf eine völlig neue Art erleben.

The Elder Scrolls V: SkyrimThe Elder Scrolls V: Skyrim
Die meiste Zeit über funktionierte der Schwertkampf und die Zaubersprüche sorgen für echte Immersion.

Es braucht einige Zeit, um sich an diese Darstellung zu gewöhnen, denn es ist tatsächlich ein seltsames beklemmendes Gefühl auf einem Wagen als Gefangener zu sitzen, sich umzusehen, das Land zu beobachten und dabei das Gemurmel unseres Mitgefangenen zu hören. Man gewöhnt sich da aber schnell daran, denn immerhin muss man sich in diesem Intro ja nicht einmal selbst bewegen. Ich habe das Spiel mit dem regulären Controller gespielt, da war der Einstieg leicht. Für Puristen bietet sich die Steuerung mit den Move-Controllern an. Wer die Teleportations-Bewegungen aus anderen VR-Spielen mag, kann selbst das tun, in dem man einfach dahin zeigt wohin man gehen möchte (das ist die Grundeinstellung für die Move-Controller, aber es ist nicht möglich mit dem DualShock 4). Natürlich dürfen wir auch selbstständig laufen, die Bewegungsarten lassen sich also seinem persönlichen Geschmack anpassen.

Die wohl wichtigste Optionen für die VR-Anpassung ist der FOV-Filter (das Sichtfeld), der unsere Sicht ein wenig verengt, wenn wir uns drehen oder schnell bewegen. Das lässt sich auch manuell abstellen, aber ich fand es sehr hilfreich und ohne diesen kleinen Trick hätte mein Magen wohl nicht mitgespielt. Tatsächlich bin ich von der klassischen Seekrankheit während meines gesamten Abenteuers verschont geblieben. Anderen mag es anders ergangen sein und natürlich hat hier jeder Spieler seine eigenen Toleranzen, aber ich bin beeindruckt, wie optimiert sich das Ganze anfühlt.

Nachdem ich also herausgefunden hatte, wie man sich bewegt (alles aus der Egoperpektive) und mich in Sicherheit gebracht habe, wurde ich von meinen Fesseln befreit und durfte mich in das Abenteuer stürzen. Das Spiel stellt auf diese Art die unterschiedlichen VR-Aspekte vor, die wie zusammenhängende Tutorials funktionieren und uns nicht überfordern und uns gleichzeitig in diese majestätische Welt einführen. Mit freien Händen tat ich was jeder Abenteurer tun würde: Ich habe mir geschnappt was nicht niet-und nagelfest ist und mich ins Abenteuer gestürzt. Zu diesem Punkt sollte bereits das Inventar vorgestellt worden sein und mit dem DualShock funktioniert alles wie gehabt. Mit den Move-Controllern halten wir hingegen den Trigger mit der linken Hand, um uns durch die Menüs zu bewegen, während wir mit beiden Händen die Dinge auswählen, die wir ausrüsten möchten. Es braucht ein wenig Eingewöhnung bis man sich zurechtfindet und das gilt auch für die Einkäufe, aber generell funktioniert alles wie erwartet.

The Elder Scrolls V: SkyrimThe Elder Scrolls V: Skyrim
Mit dem Dualshock 4-Controller fühlt ihr euch wie zuhause, doch die Move-Controller erzeugen den Reiz.

Alle die Skyrim kennen wissen, dass unsere Flucht am Anfang in einer Höhle endet und obwohl mich die Spinnen dort früher nicht erschreckt haben (obwohl ich im echten Leben Angst vor ihnen habe), so haben sie mich in der virtuellen Realität doch einige Nerven gekostet. Das zeigt wie stark die Immersion mit VR sein kann und es war eine schauderhafte Erfahrung, das mir riesige Spinnen direkt ins Gesicht sprangen und nicht in das Gesicht meines Avatars auf dem Bildschirm. Der beeindruckendste Moment war für mich, als ich aus der Höhle in die offene Welt kletterte. Da dämmerte es mir, dass die Gesamtheit von Skyrims verschneiten Pässen, weiten Ebenen und geschäftigen Städten in der virtuellen Realität auf mich warten. Die Leute sprechen häufig über den Moment in dem man aus der Kanalisation in Oblivion steigt. Doch in VR bot Skyrim mir den gleichen Effekt und ich entschied mich prompt, die Welt in meinem eigenen Tempo zu erleben.

Nachdem ich einen Bogen aufgelesen hatte, versuchte ich mich zunächst an einem Elch und bemerkte schnell das größte Problem der Move-Controller-Steuerung: Das Tracking findet nicht richtig statt. In dieser Steuerung müsst ihr die Pfeile an den Bogen anlegen, den Trigger an der Pfeilhand halten, zurückziehen und loslassen, was wirklich cool ist, wenn es funktioniert. Oftmals war es aber unglaublich schwer zu zielen und die Controller verhielten sich häufig eigensinnig. Das gilt aber nicht nur für Pfeil und Bogen sondern auch für den Nahkampf. Schnelle Schwünge transformieren manchmal die Waffen (die sieht man wenn nichts ausgerüstet ist statt den Händen).

Die meiste Zeit funktionierte das besser als Pfeil und Bogen und die Zaubersprüche sorgen für echte Immersion, wenn wir mit der linken Hand die Feinde in Flammen setzen und dann mit der rechten Schwerthand zuschlagen. Insgesamt machen die Kämpfe viel Spaß, auch wenn es sich seltsam anfühlt, jemanden mit einer großen, alten Waffe zu schlagen, ohne das Feedback zu erhalten, einen Widerstand getroffen zu haben. Der andere Punkt mit den Move-Controllern ist jedoch, dass dieses Spiel ein wirklich gutes Kamera-Setup benötigt, damit ihr und die Controller vom Spiel so gut wie möglich erkannt werden. Je mehr ihr dafür sorgt, dass die Kamera euren Händen folgen kann, desto besser.

The Elder Scrolls V: SkyrimThe Elder Scrolls V: Skyrim
Die wohl wichtigste Optionen für die VR-Anpassung ist der FOV-Filter (das Sichtfeld), der unsere Sicht ein wenig verengt, wenn wir uns drehen oder schnell bewegen.

Wie schon erwähnt, dürftet ihr euch mit den Standard-Controllern sofort wie zuhause fühlen, aber auch wenn die Move-Controller eine gewisse Eingewöhnungsphase brauchen, könnt ihr damit die gleichen Dinge machen - mal abgesehen davon, dass ihr jetzt die Waffen wie in einem realen Kampf einsetzt und auf Dinge zeigt, die ihr öffnen wollt. Aber seid vorsichtig, denn mit einer schnellen Bewegung gelangt ihr von „unbewaffnet" zum flammenden Schwert und das kann Konsequenzen haben, wenn ihr unvorsichtigerweise eine Wache oder einen Händler verletzt. Und wo wir gerade von den Wachen sprechen - die NPCs in dem Spiel haben die gleichen Schwächen, die sie schon immer hatten. Unsere Begleiter treffen immer wieder verblüffende Entscheidungen und die gleichen albernen Ereignisse, mit denen uns die Bethesda RPGs schon seit Jahren unterhalten, sind immer noch da. Mittlerweile erwarten wir ja aber fast schon ein wenig Albernheit von den Bewohnern Skyrims.

VR-Games wie Resident Evil 7: Biohazard haben gezeigt, dass der Wechsel in die virtuelle Realität grafische Abstriche mit sich bringt. Davon betroffen sind vor allem Texturen und Ähnliches und das zeigt sich hier bei Skyrum in VR auch sehr deutlich. Alles fühlt sich ohne Frage nach Himmelsrand an, aber es sieht eben ein bisschen schlechter aus, besonders bei den feineren Details. Dabei geht es wohl eher um die Technik allgemein, denn hier wird die Optik einer besonders flüssigen Framerate geopfert und tatsächlich habe ich keinen Ruckler bemerkt - im ganzen Spiel nicht. Das Interface wurde überarbeitet, aber bereitet euch darauf vor, trotzdem euren Kopf viel zu bewegen. Der Schleich-Anzeiger ist über euch, der Kompass unten und unsere Aufgaben links oder rechts. Das bedeutet viele Kopfbewegungen, aber dafür ist auch nichts im Weg. Das erleichtert die Kämpfe und lässt uns die tolle Aussicht genießen.

Insgesamt war ich eher skeptisch wie Bethesda ihr RPG für dieses Medium neu erschaffen könnte - für eine Plattform, die lange nur für „Tech Demos" gut war. Doch schon nach kurzer Zeit wurde ich überrascht und wirklich beeindruckt: Es ist alles da und die Steuerung funktioniert großartig. Ja, die Move-Controller schwächeln manchmal beim Tracking, aber das Gefühl der Immersion ist fantastisch, besonders wenn wir anfangen zu kämpfen und Zaubersprüche einzusetzen - es ist als wären wir tatsächlich dort. Die grafischen Abstriche sind es wert und ich kann es nicht abwarten wieder in diese Welt einzutauchen.

The Elder Scrolls V: Skyrim
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08 Gamereactor Deutschland
8 / 10
+
Großartige Immersion; saubere Framerate; VR erzeugt ein dichteres Kampfgefühl; sämtliche Inhalte wurden rekreiert; einfaches und effektives UI und Steuerung; gute Tutorials.
-
Tracking der Move-Controller liegt nicht immer richtig; unabsichtliche Eingaben; KI ist nach wie vor dumm; Grafikqualität überzeugt nicht.
overall score
ist die Durchschnittswertung von Gamereactor. Wie hoch ist eure Wertung? Die Durchschnittwertung aller Gamereactor-Redaktionen wird aus den Wertungen in allen Ländern erhoben, in denen es lokalen Gamereactor-Redaktionen gibt

Leserkritiken

  • kriegelAK
    The Elder Scrolls V: Skyrim ist ein atemberaubendes Spiel! Ich habe keinen Vergleich zu seinen Vorgängern doch ich bin voll und ganz davon... 9/10