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Kritiken
Dungeons 3

Dungeons 3

Realmforge ist mit einem weiteren bösen Abenteuer am Start.

  • Text: Kieran Harris

Vor etwas mehr als einem Jahr ist Dungeons 2 für die Konsolen erschienen und Entwickler Realmforge Studios hat schon einen Nachfolger am Start. Der dritte Teil ist der erste Multiplattform-Titel der Reihe und soll den einzigartigen Humor und das Dungeon Keeper-Gameplay einem breiteren Publikum vorstellen. Wir kehren wieder einmal als das ultimative Böse zurück, erschaffen Armeen monströser Kreaturen um die Guten zu besiegen und Gewölbe voller gefährlicher Fallen zu erschaffen.

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Dungeons 3 ist ohne Frage der bisher stärkste Titel der Reihe, das Spiel bietet aber nur wenig, um sich von seinen Vorgängern wirklich zu unterscheiden.

Dungeons 3 setzt direkt nach den Ereignissen des Vorgängers ein. Der böse Lord ist müde und deprimiert, weil es keine Länder mehr gibt, die auf seine Eroberung warten. Dann erfährt er von einem bisher unentdeckten Kontinent und schickt sofort eine Flotte mit seinen besten Truppen los. Die Mission scheitert natürlich und der Lord sucht die Hilfe von Thalya, einer Dunkelelf-Priesterin. Thalya steht im Mittelpunkt der Geschichte und während der Kampagne schlüpfen wir in ihre Rolle um den Einfluss des „ultimativen Bösen" zu vergrößern und all seine Feinde zu vernichten.

Wie schon sein Vorgänger hat auch die Kampagne von Dungeons 3 ein großartiges Tempo und stellt den Spielern immer neue Fallen, Raumtypen und Fraktionen vor. Das Gameplay ist eine Mischung aus Dungeon-Aufbau und Echtzeit-Strategie - zwei Stile die simultan stattfinden und zwischen denen ständig gewechselt wird. Wir müssen stets die Oberwelt und die Eingänge zum Kerner im Auge behalten, ansonsten werden wir von lästigen Angreifern überrascht, während wir selbst gerade plündern. Die Ressourcen spielen eine wichtige Rolle - Gold und Bosheit sind die Währungen mit denen wir neue Truppen anheuern oder Neues freischalten.

Im dritten Teil werden die Dungeons zufällig generiert und sind bei jedem Durchgang neu. Das perfekte Layout für den eigenen Kerker ist der Schlüssel, um schnell an Gold zu gelangen und die Fallen strategisch klug zu platzieren. Unsere Feinde werden jeden Design-Fehler erbarmungslos ausnutzen. Außerdem müssen wir auch auf die Bedürfnisse unserer Schergen achten. Schlafmöglichkeiten und gefüllte Bäuche müssen sichergestellt sein, ansonsten boykottieren sie.

Dungeons 3Dungeons 3
In Dungeons 3 übernimmt wieder Kevin Brighting die Rolle des Erzählers, aber er wirkt weniger sarkastisch als früher und der Humor zündet nicht immer.

Der größte Teil der Aufgaben findet an der Oberfläche statt und die Wahl der richtigen Truppen ist bedeutend, ebenso wie der Startpunkt unseres Angriffs. Ein gut ausbalanciertes Team das heilen, Projektile abfeuern und auf beengtem Raum kämpfen kann ist überlebenswichtig, genauso wie das Aufleveln der Einheiten, denn das stärkt unsere Angriffskraft am meisten. Neu sind die optionalen Gebiete die erobert werden können, um mehr Bosheit zu erlangen. Das schafft nicht nur zusätzliche Abwechslung, sondern sorgt auch für ein unterhaltsames Katz-und-Maus-Spiel, da die Feinde verlorene Gebiete zurückzugewinnen wollen.

Das Interface wurde überarbeitet und die meisten Neuerungen sind gelungen, auch wenn ein paar Probleme weiterhin bestehen. Statt alle Schergen die wir in den Kampf schicken wollen einzeln anzuwählen, geht das jetzt bequem in einem Schritt über das Menü. Das Rekrutieren neuer Schergen wurde ebenfalls vereinfacht und wir können mittlerweile auch Truppen außerhalb unseres Thronraums einstellen. Leider blockiert das neue Interface den ganzen Bildschirm, was ein echtes Problem wird - nicht nur wenn wir in der Hitze des Gefechts nach Zaubersprüchen suchen müssen.

Während die meisten Strategietitel für Maus und Tastatur angepasst sind, ging die Steuerung mit dem Xbox Controller gut von der Hand (ich habe die Xbox One-Version getestet). Gesten wie das Zeigen oder ziehen von Arealen beim Bauen wirken flüssig, genau wie das Navigieren in den Menüs. Mit dem D-Pad können wir zwischen den Dungeons und er Oberwelt wechseln und mit dem Analogstick und A lassen sich leicht Fallen platzieren und die Truppen befehligen.

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Ein gut ausbalanciertes Team das heilen, Projektile abfeuern und auf beengtem Raum kämpfen kann ist überlebenswichtig.

In Dungeons 3 übernimmt wieder Kevin Brighting die Rolle des Erzählers, aber er wirkt weniger sarkastisch als früher und der Humor zündet nicht immer. In den Gesprächen wird häufig die vierte Wand durchbrochen und versucht popkulturelle Scherze zu reißen, aber das passiert so häufig, dass schnell die Begeisterung nachlässt. Die ständigen Neckereien zwischen ihm und Thalya sind zuerst noch ganz unterhaltsam, aber das verliert schnell an Fahrt. Häufig gehen die Dialoge auch einfach im Kampfgetümmel unter, denn wer will sich schon in der Hektik auf Untertitel konzentrieren...

Insgesamt warten 20 Missionen auf uns, von denen jede ungefähr eine Stunde dauert. Erfreulicherweise dürfen wir das Abenteuer auch im Koop-Modus genießen und die Skirmish- und Multiplayermodi sind ebenfalls wieder dabei. Im Skirmish haben wir die volle Kontrolle über Parameter wie den Schwierigkeit, die Karte und die beteiligten Fraktionen. Im Multiplayer dürfen dagegen andere böse Dungeons übernommen werden und es macht viel Spaß, die Labyrinthe anderer Spieler zu stürmen und sich durch ihr Netz aus Fallen zu kämpfen.

Dungeons 3 ist ohne Frage der bisher stärkste Titel der Reihe, das Spiel bietet aber nur wenig, um sich von seinen Vorgängern wirklich zu unterscheiden. Ob das ein Problem ist hängt wohl in erster Linie mit eurer eigenen Beziehung zur Serie ab, aber während der erste Titel die Grundlagen festlegte und der zweite die Oberwelt einführte, fehlen bei Dungeons 3 die Innovationen komplett. Trotzdem ist der Titel ein gut gemachtes Strategiespiel mit einer netten Auswahl an Spielmodi und einer ungefähr zwanzigstündigen Kampagne - ein absolut solides Paket für Fans von Dungeon-Simulationen.

07 Gamereactor Deutschland
7 / 10
+
Das Interface wirkt flüssig; die komplette Kampagne darf im Koop gespielt werden; polierteste Erfahrung der Reihe.
-
Keine Neuerungen an der bestehenden Formel; Humor verfehlt oft seinen Zweck; zurückkehrende Fans werden die repetitive Ader bemerken.
overall score
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