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Kritiken
Divinity: Original Sin II

Divinity: Original Sin II

Larian hat mit Divinity: Original Sin II ein herrliches RPG-Abenteuer geschaffen, das quasi sofort zum Klassiker wird.

  • Text: Marko Mäkipelto
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Eine der Beschwerden am originalen Divinity: Original Sin war die enorme Menge an geschriebenen Dialogen. Teil zwei sprengt diese Dimension noch einmal deutlich, nutzt allerdings über 70.000 Sprachaufnahmen, um den Lesefluss zu untermauern. Über 80 Sprecher haben mit insgesamt toller Performance dieses Buch zum Leben erweckt und dafür gesorgt, dass die 1200 NPC nie langweilig rüberkommen.

Divinity: Original Sin IIDivinity: Original Sin II
Alle vier Rassen haben ihre Eigenheiten und ihr solltet aus jedem Volk jemanden mitnehmen, um möglichst viel zu erleben.

Obwohl viele Konflikte friedlich gelöst werden können, führt der falsche Tonfall häufig zu einem der vielen rundenbasierten Strategiekämpfe, in denen unsere vier Helden meist zahlenmäßig unterlegen sind. Jeder Charakter hat einige Aktionspunkte, die wir auf die Bewegung, Fähigkeiten oder den Einsatz von Gegenständen verteilen müssen. Das System ist sehr fair und vielfältig, aber ebenso unversöhnlich. Einige falschen Bewegungen führen nicht selten dazu, dass unsere Party frühzeitig ausgelöscht wird, schließlich starten wir mir wenigen Lebenspunkten und einem begrenzten Arsenal an Fähigkeiten. Befreundeter Beschuss spielt dabei ebenfalls eine Rolle - zündet eure Freunde nur in Notfällen an.

Die Kernerfahrung beim Kampf liegt in den elementaren Kombos. Mit einer Fertigkeit lassen wir es in einem großen Areal regnen und erzeugen dadurch Pfützen und durchnässen alle Figuren im Zielgebiet, was eine ideale Ausgangslage für elektrische Betäubungszauber oder frostige Eiseffekte ist. Probiert doch mal einen Feind in eine nahe Öllache zu teleportieren, um diese im Anschluss mit einem Feuerball zu entfachen. Diese mächtigen Fähigkeiten werden natürlich auch regelmäßig aus Versehen ausgelöst, was zu unerwarteten, zerstörerischen und sehr unterhaltsamen Resultaten führt. Diese Möglichkeiten sind quasi endlos und ihr müsst wirklich um die Ecke denken, um einige der schwierigeren Schlachten zu überstehen

Im Gegensatz zum ersten Divinity bietet Original Sin II physische und magische Rüstung, die jeweils verhindert, dass die wichtigen Zusatzeffekte der Zaber und Fähigkeiten zum Tragen kommen. Bevor wir die Rüstung nicht vernichten, landen wir keine bösen Treffer. Physische Rüstung verhindert die wichtigen Kontrollverlusteffekte, wie Betäubung oder Umwerfen, während die magische Rüstung ausschließlich Elementarangriffe abwehrt.

Divinity: Original Sin IIDivinity: Original Sin II
Natürlich ist Divinity: Original Sin II kein Spiel für jeden Typ, aber RPG-Fans werden hiermit ihre helle Freude haben.

Im Gegensatz zum ersten Spiel ist Divinity: Original Sin II fast frei von Bugs. Die Benutzeroberfläche konnte generalüberholt werden, obwohl es dank der umfassenden Natur des Spiels natürlich etliche Menüs und Untermenüs gibt. Die Skalierung der Minikarte sorgt aktuell noch für einige Verwirrung, da einige Gebiete dort sehr klein dargestellt werden, obwohl wir gefühlte Ewigkeiten brauchen, um alles komplett zu erkunden. Ab und zu haben wir uns auch gewünscht, dass die Kampfschauplätze größer ausfallen sollten, denn nachdem man einige Feuerstürme auf das Feld beschworen hat, gibt es erstaunlich wenig Platz, um noch sicher zu stehen. Wer sich durch die vielen, vielen Stunden der Kampagne geboxt hat, darf sich als sogenannter Dungeon-Master an einem neuen taktischen Modus probieren. Dort übernimmt einer der Spieler die Rolle des Erzählers, der seine Freunde durch das epische Abenteuer lotst. Es gibt sogar einen kleinen PVP-Modus für den rundenbasierten Kampf für Zwischendurch.

Divinity: Original Sin II ist eines der besten Neuerscheinungen dieses Jahres und wird hoffentlich ebenso schnell wie sein Vorgänger zu einem Klassiker unter den Rollenspielfans werden. Selbst wenn die Erfahrung nicht perfekt ist, sich die Lernkurve sehr steil anfühlt und ihr lieber mehr als zehn manuelle Speicherstände nutzen solltet, sollte jeder, der sich auch nur entfernt für das Genre begeistern kann, zugreifen. Mit der richtigen Gesellschaft ist Divinity: Original Sin II die beste Alternative zu den immersiven und unterhaltsamen Pen&Paper-Brettspielen.

10 Gamereactor Deutschland
10 / 10
+
Erzählung auf wahnsinnig hohem Niveau; spielerische Entscheidungsfreiheit ohne nerviges Händchenhalten; detaillierte und originelle Welt; taktischer Kampf.
-
Hohe Lernkurve für Einsteiger; Kämpfe steigen nur gemächlich im Schwierigkeitsgrad; einige Probleme mit der Benutzeroberfläche.
overall score
ist die Durchschnittswertung von Gamereactor. Wie hoch ist eure Wertung? Die Durchschnittwertung aller Gamereactor-Redaktionen wird aus den Wertungen in allen Ländern erhoben, in denen es lokalen Gamereactor-Redaktionen gibt

Zweite Meinung

Ich spiele Divinity: Original Sin II mit einem guten Freund, der in den letzten 20 Spielstunden viel zu oft von mir angezündet oder durch die Gegend geworfen wurde. Die spielerischen Möglichkeiten sind schier grenzenlos, Erfindungsreichtum wird belohnt, es gibt immer etwas zu Lachen und alle Aufgaben können unterschiedlich gelöst werden. Leider geht die Erzählung im Koop-Modus meiner Meinung nach etwas unter, aber für Fans ist der Titel ein absoluter Pflichtkauf - klare Empfehlung.
Meint: Stefan Briesenick und wertet 9/10