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Kritiken
Total War: Warhammer II

Total War: Warhammer II

Es ist fast wie eine eigene Welt.

Nach dem schönen und sehnlichst erwarteten Total War: Warhammer kam der Nachfolger ein wenig unverhofft. Creative Assembly war mit der Begeisterung des Vorgängers sehr zufrieden, denn sie hatten endlich wieder ein Warhammer-Spiel geschaffen, das die historischen Teile übertraf. Der Nachfolger sorgt nun für einen Ortswechsel und einen Schwarm neuer Probleme mit vielen spitzen Zähnen.

Total War: Warhammer IITotal War: Warhammer II
Die beiden Elfenvölker machen einen guten Job, sind im Vergleich zu den Skaven und den Echsenmenschen aber auch ein bisschen langweilig.

Das neue Total War: Warhammer II wirkt wie eine Mischung aus DLC und einem vollwertigen Nachfolger. Die Kampagne wird jetzt noch mehr von der Geschichte geprägt, als im Original und der große Vortex steht wortwörtlich im Fokus aller vier neuen Rassen. Abhängig von ihren Motivationen will dieses ungleiche Quartett den Whirlpool entweder kontrollieren, um den Kontinent zu retten oder um die Welt aufzureißen, um damit den Dämonen den Weg zu öffnen. Alle Rassen haben ihre eigenen Siegbedingungen und es heißt nicht länger nur fressen oder gefressen werden (obwohl das den Echsenmännern ganz sicher gefallen würde). Die neue Welt spannt sich von eisigen Gipfeln über ein verlassenes Ödland bis hin zu dichten Dschungeln und unterscheidet sich damit sehr von der Karte des Originals. Ich konnte das nicht selbst ausprobieren, aber die beiden gewaltigen Landmassen lassen sich sogar kombinieren, wenn man beide Teile besitzt.

Die vier neuen Rassen sind die Echsenmenschen, die Skaven, die Hochelfen und deren sadistischen Cousins, die Dunkelelfen. Alle haben ihre ganz eigene Strategie, wenn man mit ihnen oder gegen sie spielt. Die Echsenmänner sind groß, stark und können sich nur schwer beherrschen. Unter ihnen gibt es eine Vielzahl von riesigen Dinosaurier-artigen Kreaturen, die ihre Gegner mit purer Kraft zermalmen und fressen. Manchmal ist auf ihnen eine Belagerungswaffe montiert. In der Hitze der Schlacht können die Echsenmenschen die Kontrolle verlieren und durchdrehen. Sie sind die eher brachiale Gewalt in der Warhammer-Welt, haben jedoch auch raffinierte Einheiten. Die Echsen-Zauberer etwa sind mächtig und können den Gegnerformationen echte Probleme bereiten.

Bei den Skaven dreht sich alles um die Überzahl. Ihre Horden bedecken das Schlachtfeld und sie tauchen durch ihre geheimen Tunnel und Rauchbomben wie aus dem Nichts auf. Sie bestehen nicht nur aus leicht ersetzbarem Kanonenfutter, das Rattenvolk besitzt zudem geschickte Ingenieure mit Kanonen, Warpfeuer-Werfern und gigantischen Hamsterrädern der Vernichtung. Die Skaven gründen keine Städte, ihr Fortschritt in der Kampagne ähnelt der Lebensweise von Nomaden. Sie sind aufgrund niedriger Moral und Durchhaltevermögen besonders schwer zu kontrollieren, dafür haben sie aber auch die meisten einzigartigen Einheiten in ihren Reihen.

Total War: Warhammer IITotal War: Warhammer II
Total War: Warhammer II ist viel von dem Alten und deshalb vor allem etwas für Fans und echte Liebhaber.

Das Total War: Warhammer II ein Warhammer-Spiel ist, merkt man spätestens an den Elfenvölkern. Die Elfen haben ausbalancierte Einheiten mit starken Bogenschützen und fliegenden Truppen. Wenn ihre Schilde in der Sonne glänzen und sie in großer Zahl auftreten, kämpfen die Elfen mit zusätzlicher Stärke. Ihre Dracheneinheiten gehören zu den stärksten Kreaturen im Spiel und können einem wirklich den Tag verderben, wenn sie am Horizont auftauchen. Trotzdem gehören sie zu den langweiligeren Fraktionen. Die Dunkelelfen sind ähnlich gut ausbalanciert, aber stärker im Nahkampf als ihre glänzenden Verwandten. Außerdem können die Dunkelelfen in einen Blutrausch geraten und so ihre Effektivität steigern.

Die Echtzeitkämpfe sind gleich geblieben, die Erweiterung fokussiert sich im Grunde also auf die neuen Einheiten. Es gibt Belagerungen, Hinterhalte, bittere Verteidigungen bis zum letzten Mann und das glorreiche Überrennen des Gegners, für das die Total War-Spiele bekannt sind. Die Karten wurden überarbeitet und bieten mehr besondere Orte, um ein Schlachtfeld besser von dem anderen unterscheiden zu können. Creative Assembly hätte noch mehr wagen können, Klippen zum Beispiel oder steile Hügel und richtige Flüsse. Zu viele Schlachten finden auf leeren Feldern statt, auf denen nur ein paar Büsche und Bäume stehen. Die Kämpfe selbst haben sich kaum verändert. Wir können immer noch pausieren, um die Frontlinie wieder in Schuss zu bringen. Die Wälder eignen sich gut dafür mit den eigenen Truppen einen Hinterhalt zu legen oder um die Kavallerie zu bekämpfen und der Einsatz von Zaubern wird immer noch durch die Winde der Magie beeinflusst.

Ihr müsstet es an dieser Stelle schon ahnen, Total War: Warhammer II ist quasi mehr von dem alten Spiel, mit einigen neuen Rassen, die eigene Spielstile einfügen. Wenn ihr die Total War-Reihe mögt, dann seid ihr hier genau richtig. Für viele dürfte sich der Titel aber ein wenig zu ähnlich anfühlen und auch unserer Meinung verschwimmt hier die Linie zwischen großem DLC und Sequel etwas. Grafisch gleichen sich die beiden Spiele und das Interface könnte nach wie vor ein wenig überarbeitet werden, besonders die Einheiten- und Zauberbeschreibungen aufploppen, alles verdecken und gleichzeitig zu viel und zu wenig Informationen bieten. Bei unseren Test lief der Mehrspielermodus einwandfrei und es gibt mit den neuen Einheiten mehr Möglichkeiten, den Gegner zu überraschen als je zu vor. Zusammen mit den Rassen aus Total War: Warhammer gibt es für die Eins-gegen-Eins-Kämpfe jetzt eine riesige Gesamtauswahl.

Total War: Warhammer IITotal War: Warhammer II
Alle vier Rassen wollen den großen Vortex für ihre Ziele missbrauchen.

Total War: Warhammer II ist ein solides Spiel. Die Kampagne ist neu und jetzt viel zielorientierter. Alle vier Rassen haben ihren eigenen Look, fühlen sich einzigartig an und bringen neue Taktiken aufs Schlachtfeld. Der Rest ist wie bei Total War: Warhammer (1). Das Interface und die Gesamtstruktur haben sich kaum verändert. Warhammer II fühlt sich wie ein Standalone-DLC an, aber der Preis suggeriert etwas anderes. Wenn ihr das Geld locker habt und eine der Rassen zu euren Favoriten gehört, macht ihr mit dem Kauf sicher nichts falsch. Die Strategie aus Total War zusammen mit den Einheiten aus Warhammer ist immer noch eine echte Traumkombination.

08 Gamereactor Deutschland
8 / 10
+
Vier einzigartige neue Rassen; eingängigere Kampagnen-Ziele; prägnantere Schlachtkarten.
-
Teurer Spaß; Benutzeroberfläche nach wie vor verbesserungswürdig.
overall score
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