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Kritiken
Project Cars 2

Project Cars 2

Fünf Wochen lang ist unser Rennspielexperte Petter die Stecken in Project Cars 2 abgefahren, jetzt kommt er endlich zu seine Fazit.

Es war so leicht Project CARS zu lieben. Es ist die fantastische Geschichte eines kleinen Studios, das via Crowdfunding und der Unterstützung seiner Fans ihre Arbeit an einem schmalen Projekt begannen, das schnell und stetig wuchs. Am Ende musste sich der Debüttitel sogar mit Genregrößen, wie Gran Turismo und Forza Motorsport messen und konnte da durchaus mithalten. Was ich aber bis heute nicht verstanden habe war, wie der Entwickler zusammen mit Publisher Bandai Namco nur sechs Wochen nach der Veröffentlichung des Erstlings bereits die Fortsetzung ankündigen konnten. Die Fans mochten das auch nicht und einige waren ziemlich sauer, dass Slightly Mad Studios die Menschen, die für die Realisierung ihres Traumes bezahlt und gearbeitet haben, so einfach hinter sich ließ. Denn perfekt und damit fertig war und ist ihr Produkt noch immer nicht.

Project Cars 2Project Cars 2
Grafisch hat sich seit zwei Jahren nicht viel getan und deshalb fühlen sich die Stecken etwas langweilig an.

Der größte Unterschied in Project Cars 2 ist schon bemerkbar, sobald man das Spiel startet. Ich rede von der Präsentation, die nun viel, viel besser ausfällt. Die komplette Einführung wirkt sehr kostspielig und poliert, das fällt direkt im Hauptmenü auf. Alles ist detaillierter, funktioniert schneller und reibungsloser. Die Entwickler haben einen tollen Job gemacht, indem sie die Navigation aus Forza Motorsport mit dem stilsicheren, reduzierten Design von Gran Turismo vermischten und sich trotzdem eigenständig positionierten.

Der Karriere-Modus war eines der Elemente, die im Vorgänger ihre Startschwierigkeiten hatten und trotzdem liebte ich es, ganz einfach weil es mich im Vergleich zu seinen Konkurrenten selbst entschieden ließ, was ich machen möchte. Allerdings bekam ich während des Spielens des Originals nie das Gefühl, zu etwas Größerem zu gehören. Selbst meine Teilnahme an internationalen Motorsport-Veranstaltungen wirkte austauschbar und diese Sorge räumt auch der Nachfolger nicht auf.

Zur Individualisierung der Karriere lassen sich jetzt die sogenannten „Tiers" wählen. Wer mit einem bescheidenden KZ2-Turnier im Go-Kart starten möchte, darf das tun - und anschließend nach gut zwanzig Stunden endlich an die Spitze des Rennsports ankommen. Wer seine Zeit lieber in größeren Karosserien verbringen möchte, der startet direkt als Semi-Pro, in einem GT3 vielleicht. Diese Freiheit in unserer Entscheidungsfindung gefällt mir auch dieses Mal sehr gut, (Forza und Gran Turismo sollten wirklich mal darüber nachdenken, uns ähnliche Optionen zur Verfügung zu stellen). Trotzdem bekomme ich dieses Gefühl von stoischen Strukturen und vorgegeben Pfaden. Dieses gesamte Konzept fühlt sich alt an und braucht frischen Wind. Man muss 2017 doch in Rennspielen mehr machen können, als einen Wettbewerb zu gewinnen. Das kann nicht das höchste der Gefühle sein.

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In meiner Welt - und das muss ich sehr deutlich sagen - ist Project Cars 2 ohne anständiges Lenkrad nahezu unspielbar.

Dass wir in Project Cars 2 nun ebenfalls einen eigenen Charakter erstellen dürfen und wichtige E-Mails mit Sponsoren-Verträgen und Motorsport-Artikel über unsere tollen Fahrkünste lesen können, ist ein Fluch, der dem Rennspiel-Genre seit einer Weile anhängt. Soll das der Traum sein, für den Rennfahrer und Spieler ins virtuelle Cockpit steigen und sich zu Höchstleistungen anspornen? Ernsthaft Leute, lasst euch etwas Besseres einfallen. Warum knöpft man das zukünftig an eine Online-Komponente und lässt uns eigene Teams erstellen, die im direkten Vergleich mit anderen "Amateuren" ihre Rennspielerfahrung definieren. Dort würden E-Mails, Manager und Coaches Sinn machen (oder in einem richtigen Manager-Strategiespiel). Ich wünsche mir diesen Rivalitätsgedanken zurück, der dynamisch die Geschichte beeinflusst und ähnlich obskur wie im richtigen Rennsport im Profibereich ausfällt.

Nach 14 Stunden im Karriere-Modus war ich ziemlich abgefüllt mit dieser Sektion des Spiels, also habe ich mir eine eigene Rennerfahrung gebastelt und im Custom Race meine Zeit verbracht. Es gibt unglaubliche 181 Autos (doppelt so viele Wagen, wie im ersten Teil) und 46 verschiedene Strecken. Außerdem wurden einige Strecken in unterschiedlichen Varianten gespeichert, was beeindruckend ist. Eau Rouge in Belgien bin ich in jedem erdenklichen Auto entlang gebrettert, vom Gebrauchtwagen bis hin zu meinem eigenen Nissan GT-R (R35) Nismo. Ich habe im neuen neuen Fort GT 2017 auf dem Laguna Seca-Raceway das Tempolimit erreicht und und habe den McLaren P1 im Caracciola-Karussell auf dem Nürgburgring ausgefahren - etliche Male. Einige Strecken vermisse ich sehr, darunter Knutstorp, Gotland Ring und Mantorp und am meisten den Mugello Raceway, der für mich die großartigste Strecke auf der Welt ist.

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