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Kritiken
Knack 2

Knack 2

Anfang des Jahres wurde überraschend Knack 2 angekündigt und wir sind sehr froh, dass Knack eine zweite Chance erhalten hat.

  • Text: Kieran Harris

Der Action-Plattformer mit Pixar-Optik Knack war einer der Launch-Titel der PS4. Es war ein einfaches Spiel für Familien, vom PS4-Architekten und Jump'n'Run-Mastermind Mark Cerny. Leider konnte das Ergebnis die Erwartungen vieler Spieler nicht erfüllen. Zur großen Überraschung vieler Fans hat das SIE Japan-Studio die Marke 2017 wieder zum Leben erweckt, das Potential erkannt und gleichzeitig jeden Aspekt des ursprünglich doch fehlerhaften Konzepts verbessert.

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Neu ist auch die Möglichkeit von Anfang bis Ende im Koop-Modus zu spielen und das offline im Splitscreen oder online.

Knack 2 spielt zwei Jahre nach den Ereignissen des Originals und schickt uns sofort mitten in die Action - als übergroßer Knack, der eine Goblin-Invasion bekämpfen soll. In einer Rückblende erleben wir, wie 200 Jahre alte Roboter auf mysteriöse Art und Weise wieder auferstehen. Dieses Geheimnis bildet die Grundlage des Abenteuers und wir müssen die Ursprünge aufdecken, um herauszufinden wie die Roboter gestoppt werden können. Die God of War-Schreiberin Marianne Krawczyk war für das Skript verantwortlich und das war eine gute Entscheidung. Der Plot ist wesentlich fokussierter und hat ein besseres Tempo. Die Geschichte ist eine echte Verbesserung, auch wenn es einigen der Figuren an Persönlichkeit fehlt.

Obwohl das Original als Beat'emUp-Plattformer vermarktet wurde, gab es erstaunlich wenige Hüpfpassagen. Das ist beim Sequel anders; hier rennen, springen und rutschen wir über rotierende Zahnräder, über dampfende Lüftungsrohre und geladene Kanonen. Knack kann sich auf Miniaturgröße schrumpfen und passt dadurch in schmale Lüftungsschächte und führt sogar präzisere Wandsprünge aus. Man kann diese Passagen mit den Clank-Abschnitten aus Ratchet und Clank vergleichen, denn auch hier werden in erster Linie Rätsel gelöst, die Kämpfe spielen nur die zweite Geige. Wenn genug Relikte gesammelt wurden, kann Knack riesig werden. Das ist dann fast als würde man Godzilla steuern und Gebäude und Goblins zertrampeln.

Statt der Dreier-Schlag-Kombo aus dem Original stehen uns in Knack 2 jetzt viele verschiedene Moves zur Verfügung. Mit Salto-Tritten, Body-Slams und aufgeladenen Schlägen halten wir Feinde auf Abstand, zudem gibt es die Möglichkeit, Gegner wieder näher an sich heranziehen, um präziser Treffer zu landen. Weitere Fähigkeiten werden entweder in Schlüsselmomenten des Spiels freigeschaltet oder über einen Fertigkeitsbaum erlernt. Um mit diesem Arsenal an Möglichkeiten mitzuhalten wurden auch die Gegner abwechslungsreicher gestaltet. Die sind jetzt mit Miniguns, Armbrüsten und Plasma-Gewehren bewaffnet. Da sich die Gegner nicht länger automatisch unserer Größe anpassen. fühlen wir uns als Spieler wesentlich verwundbarer, wenn uns die Relikte ausgehen. Indem Knack rote Kristalle zerstört, führen wir Special-Moves aus, die ihn für kurze Zeit unverwundbar machen. Dann können Gegner aus der Ferne mit einer Peitsche bearbeitet werden oder sie werden Opfer mächtiger Schock-Wellen.

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Die gelben Kristalle, mit denen früher seine Spezial-Fähigkeiten geladen wurden, geben ihm jetzt zusätzlichen Schutz.

Der Fertigkeitsbaum von Knack 2 ist in vier Abschnitte aufgeteilt, mit ihm verbessern wir unsere Angriffe und Fähigkeiten oder lernen neue Tricks. Die nötigen Skill-Punkte bekommen wir für erledigte Gegner oder aus Kisten mit Relikt-Energie - es gibt sogar Käfer aus denen wir zusätzliche Punkte herausquetschen können. Nicht alle Zweige des Fähigkeiten-Trees stehen von Anfang an zur Verfügung, doch sobald die Grundlagen eines Zweigs erlernt wurden, geht es weiter zum nächsten Ast. Das Upgrade-System ist ziemlich linear strukturiert, sorgt aber bei den Kämpfen für mehr Tiefgang, weil wir es unserem Spielstil anpassen können.

Um Knack in einen Schrotthaufen zu verwandeln braucht es nur ein paar Treffer, das hat im Original für Frust gesorgt. Jetzt stecken wir einiges mehr ein und unsere Gesundheit regeneriert sich zudem ziemlich schnell, wenn wir seine abgefallenen Teile wieder aufsammeln. Die gelben Kristalle, mit denen früher seine Spezial-Fähigkeiten geladen wurden, geben ihm jetzt zusätzlichen Schutz. Das ist nützlich, dürfte aber die Spieler des Vorgängers ein wenig verwirren. Wem das dann doch zu einfach klingt: Es gibt jetzt vier unterschiedliche Schwierigkeitsgrade.

Wie im ersten Teil kann Knack unterschiedliche Formen annehmen, in dem er mit verschiedensten Materialen (Eis, Stahl, Glas) fusioniert. Diesmal sind die Änderungen nicht nur kosmetischer Natur und haben echte Auswirkungen auf die Kämpfe und Rätsel. Der Eis-Knack kann mit seinem eisigen Atem Gegner festsetzen, der Stahl-Knack manipliert elektrische Ladungen und öffnet somit Türen. Ein Druck auf R1 verwandeln wir uns zurück in Knacks Miniatur-Form. Die Spezial-Partikel formen daraufhin eine Statue, die in Rätseln zu einem Hindernis werden können. Diese Spezial-Formen waren im ersten Teil eine verpasste Gelegenheit und es ist schön, dass sie im Nachfolger überarbeitet wurden.

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Mit Salto-Tritten, Body-Slams und aufgeladenen Schlägen halten wir Feinde auf Abstand.

Das Level-Design wurde ebenfalls stark verbessert und führt uns in Kloster, weite Wüsten und stark bewachte Museen. Es mag wie ein Klischee klingen, aber durch alle diese neuen Orte und die abwechslungsreichen Kapitel hat man wirklich das Gefühl, auf ein Abenteuer zu gehen. Die Gebiete fühlen sich lebendig an, Zivilisten streifen durch die Städte und die Hintergründe sind viel detailreicher geworden. Knack 2 ist immer noch linear, aber Plattformer wie Crash Bandicoot und Sonic haben erst kürzlich wieder gezeigt, dass Linearität nicht immer etwas schlechtes sein muss.

Das Sammelzeug ist natürlich auch wieder dabei, aber diesmal kommt man leichter an die Gadgets, für die man im Original häufig mehrere Durchgänge benötigte. Versteckte Gänge führen oft zu Kisten mit Gadget-Fragmenten, sammeln wir genügend Teile von einer Sorte baut sich Knack damit etwas Feines zusammen. Wir können die Gadgets jederzeit ausrüsten und erlangen so neue Fähigkeiten, wie den Teleport. Dann wären da noch die roten Kristalle, mit denen wir unterschiedliche Formen von Knack freischalten, aber die sind wesentlich seltener. Ich wünschte es gäbe eine Möglichkeit mit Freunden zu tauschen, das hätte den sozialen Aspekt des Spiels verbessert und würde in den nervigen Situationen helfen, wenn ein letztes Teil fehlt.

Neu ist auch die Möglichkeit von Anfang bis Ende im Koop-Modus zu spielen und das offline im Splitscreen oder online. Unser Partner übernimmt einen blauen Klon von Knack und kann jederzeit in unsere Kampagne ein- oder aussteigen. Mit einem Kumpel lassen sich Gegnermassen leichter in Schach halten und das Bewegen von Objekten bei den Rätseln geht leichter von der Hand. Knack 2 ist unter den am stärksten verbesserten Nachfolgern, die ich je gespielt habe. Die Kämpfe haben durch die freischaltbaren Kampfmanöver jetzt viel mehr Tiefgang erhalten und die Plattform- und Puzzle-Elemente sorgen für Abwechslung. Zu zweit zu spielen macht viel Spaß und die packendere Geschichte und die abwechslungsreicheren Umgebungen schnüren ein schönes Gesamtpacket. Schön das Knack eine neue Chance erhalten hat und jetzt aufblühen darf.

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08 Gamereactor Deutschland
8 / 10
+
Der Titel verbessert fast jeden Aspekt des Originals; neue Upgrade-Möglichkeiten; verbesserte Puzzle- und Plattforming-Segmente; Feinde und Schauplätze variieren.
-
Einige Level ziehen sich; Sequenzen mit Quicktime-Events sind unnötig und stören den Spielfluss.
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