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Kritiken
Observer

Observer

Der jüngste Horror-Ableger von Bloober Team zieht klare Inspiration aus Ridley Scotts erstaunlichem Blade Runner, aber spielt Observer in der gleichen Liga?

Das erste Spiel des kleinen, polnischen Studios Bloober Team, Layers of Fear aus dem Jahre 2016, bot einen frischen Blickwinkel auf Horror-Geschichten. Die Spieler erlebten das verstörende Szenario aus der Perspektive eines schizophrenen Protagonisten. Trotz der technischen Probleme war das psychologische Abenteuer wirklich gut gemacht und hat einige Herzen im Sturm erobert. Nach Layers of Fear und dessen großartigen Erweiterung ist das nächste Projekt nun endlich bei uns gelandet.

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Team Blobber hat sich ausgiebig bei Layers of Fear bedient, doch dabei leider die gleichen Probleme übernommen.

Der neue Titel ist eine Cyberpunk-Horror-Geschichte, die im Krakau der Zukunft angesiedelt ist. Hier leben die Menschen unter schwersten Bedingungen und werden am Leben erhalten, um defekte Teile für Roboterimplantate zu ersetzen. Wir schlüpfen in die Rolle eines kybernetisch verbesserten „Observers", einer Art Spezial-Polizei, deren Aufgabe es ist, Informationen über Leute und ihre Cyber-Implantate zu sammeln, indem sie deren künstlichen Gehirne hacken.

Diese Cyber-Polizei wurde von Chiron ins Leben gerufen, einem Konzern, der große Gewinne erzielen konnte, nachdem die digitale Krankheit „Nanophage" tausende von kybernetisch verbesserten Individuen tötete. Kurz nachdem der Virus gestoppt wurde brach ein Krieg aus und Chiron schuf eine neue, elitäre Gesellschaft. Der grobe Rahmen von Observer ist also eine Mischung aus Sci-Fi-Detektivarbeit und korrupten Cyborgs. Zusätzlich dazu spielt der Sohn von Protagonist Daniel Lazarski eine Rolle und das ganze CSI-Abenteuer verwandelt sich in ein grausames Familiendrama.

Die durchweg packende Geschichte wird von einem gut gemachten Missionsdesign unterstützt. Wie schon in Layers of Fear bewegen wir uns während des Abenteuers durch die gleichen Korridore und die Psyche des Protagonisten zeigt sich als eine Art Glitch-Filter, wenn Daniel gestresst ist oder Angst hat. Der Bildschirm wird dann unscharf oder zerbricht und es wird schwer, Texte zu lesen. Glücklicherweise kann Daniel Medizin finden, die seine Nerven beruhigen. Die Vorräte sind begrenzt und wir müssen aufpassen, dass wir sie nicht überdosieren, denn Medizin ist keine Lösung für diese Art von Problemen. Wenn uns die Medizin ausgeht müssen wir mit dem Epilepsie-Virus in Form dieser Filter leben.

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Die Observer hacken künstliche Gehirne, um Informationen über ihre Besitzer zu erlangen.

Das Grundthema wurde eindeutig von Bladerunner inspiriert, das gilt auch für die Umgebungen und das Level-Design. In diesem dystopischen, retro-futuristischen Krakau regnet es ständig und der Apartment-Komplex, in dem Daniels Sohn Adam leben soll, ist heruntergekommen. Die engen Korridore sind voll mit Kabeln Bildschirmen, die häufig die einzigen Lichtquellen in der Finsternis sind. Die verängstigten Bewohner lassen ihre Türen verschlossen und sprechen nur über ihre futuristischen Kopfhörer mit uns. Unsere Entscheidungen in den Dialogen scheinen keine großen Auswirkungen auf den Spielverlust zu haben, aber die unterschiedlichen Nebengeschichten und die Gründe, warum die Menschen Angst vor der Spezial-Polizei haben, erzeugen Atmosphäre.

Neben den beschriebenen Schienen-Sequenzen verbringen wir einen Großteil unserer Spielzeit mit der Detektivarbeit von Daniel. Die verrichten wir an einer Konsole, die mit den Schultertasten bedient wird. Mit RT scannen wir Objekte, wie Chips, Cybernetics und Elektronik, während LT organischen Substanzen, wie Blut, Tieren oder Pflanzen kenntlich macht. Mit Druck auf den rechten Stick wird eine Taschenlampe aktiviert, die ebenfalls sehr nützlich ist.

Team Blobber hat sich ausgiebig bei Layers of Fear bedient und die Entscheidung ist meistens nachvollziehbar. Leider leidet Observer unter den gleichen Problemen, die auch Layers of Fear zum Start hatte. Ich bin durch Fußböden gestürzt (ein unendliche Schleife) und die Framerate ist häufig eingebrochen. Bei Layers of Fear war das nach etlichen Updates behoben, aber es ist frustrierend, dass Observer unter den gleichen Schwierigkeiten leidet. Ein weiteres Problem, das nicht mit technischen Aspekten zu tun hat, sind die erzwungenen Schleichpassagen, die sehr schnell ermüden, auch wenn sie nicht allzu lang geraten sind.

Observer
Observer ist eine Mischung aus Sci-Fi-Detektivarbeit, korrupten Cyborgs und Familiendrama mit Blade Runner-Elementen.

Observer hat einige reale Probleme (zumindest auf der Konsole, auf dem PC scheint es bisher keine großen Beschwerden zu geben), aber das Setting, die Action und die grundsätzliche Idee sind extrem interessant. Und selbst wenn ihr euch nicht für Detektivarbeit interessiert - vielleicht seid ihr ja Blade Runner-Fans. Denn als würde der Stil und die Optik des Spiels nicht bereits ausreichen, um die größte Inspiration von Observer eindrücklich zu belegen, spricht Rutger Hauer, der schon den Androiden Roy Batty in Blade Runner verkörperte, den kybernetisch-verbesserten Daniel in Bloober Teams psychologischem Horror-Abenteuer.

07 Gamereactor Deutschland
7 / 10
+
Faszinierende Action; wunderschönes Design, passende und gute Synchronisation; interessante HUD-Mechaniken; verstörendes Sound-Design.
-
Viele Bugs; Glitch-Filter werden schnell ermüdend.
overall score
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