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Kritiken
Kinect Adventures

Kinect Adventures

Kinect wird mit einem Spiel im Paket verkauft: mit Kinect Adventures. Das ist eine simple und kurze Minispiel-Sammlung, wo wir Rafting auf dem reißenden Fluss erleben, im All schweben oder in einer durchsichtigen Box auf dem Meeresgrund Löcher stopfen. Schlicht, schnell und nach ein paar Runden leider ziemlich überflüssig.

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Es ist vier Jahre her, seit wir die Wii ausgepackt haben und natürlich zuerst das Spiel spielten, was mit in der Packung lag: Wii Sports. Das ist mittlerweile das meistverkaufte Spiel aller Zeiten (die Tatsache, dass es in Europa und Nordamerika im Bundle gemeinsam mit der Wii-Konsole verkauft wurde, hat sicher geholfen). Klar, dass die Kinect-Konkurrenz dieses Konzept kopiert. Aber wer die Kinect-Verpackung öffnet, dem fällt nicht etwa das ziemlich anständige Kinect Sports in die Hände, sondern Kinect Adventures. Ein Spiel, das uns die Stärken der neuen Technologie demonstrieren soll.

Kinect Adventures besteht aus fünf Mini-Spielen, die alle alleine oder von zwei Personen gleichzeitig gespielt werden können. Entweder man springt gleich ins Freie Spiel oder startet den Abenteuer-Modus, wo man eine Karte bereist und die Games in einer bestimmten Reihenfolge spielt. Die Spiele selbst sind einzel sinnig, gemeinsam haben sie aber keinen logischen Zusammenhang. Im einen Moment steht man im einen Schlauchboot, im nächsten schwebt man schwerelos im All... na ja, zumindest gibt es Unterschiede. In jedem Minispiel gibt's neun Events in jeweils vier Schwierigkeitsstufen.

Also, zuerst Rafting im Schlauchboot bei der Flusssause - das ist der beste Teil von Kinect Adventures. Alleine oder gemeinsam mit einem Freund rast man auf einem Schlauchboot durchs tosende Wasser und sammelt Token mit dem Buchstaben A drauf ein. Man lenkt das Boot durch das Hindrehen des Körper in die jeweilige Richtung und wenn man springt, hebt das Boot ab. Ein Sprung auf einer Rampe oder mitten in der Luft gibt Extra-Boost. Das Tempo ist hoch, die Level hübsch und es ist vor allem witzig zu zweit. Da der Fluss mehrere Wege bietet, muss man kommunizieren und kooperieren. Natürlich kommen unweigerlich die Momente, wo beiden etwas wollen, nur ist es nicht das gleiche. Was dazu führt, dass das Boot direkt in die Felswand segelt. In lustigen Momenten wie diesen vergisst man fast die hier doch spürbare, langsame Reaktion auf Sprünge und Drehungen sowie die Verzögerung bei der Übertragung der Bewegungen, die alle Kinect-Titel mal mehr und mal weniger plagt.

Kinect Adventures
Der Arkanoid-Klon Rallyball ist eigentlich ganz lustig, leider ist hier der bisweilen lahme Kinect-Sensor am deutlichsten sichtbar.

Rallyball ist eine Art Arkanoid-Klon, wo wir mit Armen und Beinen einen oder mehrere Bälle auf bewegte Blöcke am Ende eines Korridors hauen oder schießen. Das Konzept ist brillant, wird aber von der mangelnden Genauig- und Schnelligkeit der Bewegungserkennung bald überrannt. In den höheren Levels liegt die Herausforderung schnell darin, Arme und/oder Beine einen guten Augenblick vor dem Moment an der richtigen Stelle zu platzieren, wo der Ball ankommen wird, um die Langsamkeit des Kinect-Sensors zu kompensieren. Das nimmt der eigentlich tollen Idee etwas den Wind aus den Segeln.

In 20.000 Lecks braucht man zum Glück keine schnellen Reaktionen. Hier erkennt man dann deswegen auch auf den Fotos im abendlich etwas schlechter ausgeleuchteten Wohnzimmer endlich sich selbst wieder. Die Polaroid-artigen Bilder werden während des Spielens automatisch geschossen, was unweigerlich komische Aufnahmen produziert, die man via Kinectshare.com mit der Welt und Freunden teilen kann. Bei dem Minispiel steht man in einer transparenten Box auf dem Boden des Meeres, umgeben von fiesen Kugelfischen, die gegen die Scheiben schwimmen und Löcher reinpieken. Mit Händen und Füßen müssen wir diese Löcher überall um uns herum möglichst schnell stopfen. Je mehr Lecks gleichzeitig erscheinen, desto seltsamer werden die Posen. So ähnlich wie Twister in 3D ist das, was wirklich für ein paar Lacher gut ist. Leider ist es dann aber schnell irgendwie zu öde...

Reflex-Bergkamm ist unterhaltsamer und das körperlich anstrengenste Spiel. Wir fahren auf "Schienen" eine Art von Hindernis-Parcours entlang, müssen den Hindernissen ausweichen, sie überspringen und dabei die A-Token einsammeln. Durch schnelle Hüpfen beschleunigt man und muss zeitgleich immer wieder den eigenen Körper in absurde YMCA-Posen verrenken. Wieder einmal ist das lustiger mit zwei Spielern, aber diesmal spielt man nicht gemeinsam wie bei Rallyball, sondern ist parallel im Wettbewerb um die beste Punktzahl untwerwegs.

Kinect Adventures
Flusssause ist grafisch am hübschesten und macht auch am meisten Spaß.

Zuletzt dann noch Raumknall, ein Spiel, wo wir Luftblasen in einer Schwerelosigkeitskammer zerknallen müssen. Natürlich. Die Blasen erscheinen an verschiedenen Stellen in der Kammer und wir müssen im dreidimensionalen Raum herumschweben, um sie alle zu kriegen. Zum Aufsteigen muss man mit den Armen flattern wie ein flugunfähiges Hühnchen und zum Absinken einfach aufhören. Wirkt leider ziemlich beliebig das Spiel.

Alle fünf Minispiele lassen sich auch online gemeinsam oder gegen einen Spieler spielen. Kein besonders aufregender Onlinemodus. Überhaupt ist Kinect Adventures eine eher schwache Beigabe zum Kinect-Sensor. Klar, diese neue Art von Spielen macht Spaß - aber am Ende nur für eine halbe Stunde. Dann fehlt jegliche Motivation, das nochmal zu machen. Außer vielleicht die Jagd nach Platinmedaillen für Achievments und als Demonstration für Oma, den Klempner oder die neue Freundin. Aber wenn die Neuheit und der Enthusiasmus für die Bewegungssteuerung im Allgemeinen ausklammert werden, bleibt ein Spiel, das man schnell vergessen wird.

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05 Gamereactor Deutschland
5 / 10
+
Flusssause ist lustig, Spiel ist kostenlos beim Kinect-Sensor dabei
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Zu viele langweilige Minispiele, Steuerung reagiert nicht richtig gut
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