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Kritiken
Titanfall 2

Titanfall 2

Titanfall kombiniert flinke Roboter mit freier Bewegung und einem Wahnsinnstempo. Teil 2 bringt uns eine Kampagne und verbessert dabei die Grundpfeiler des Shooters.

Respawn sind zurück und machen, was sie am besten können: Ego-Shooter. Mit Titanfall 2 haben sie seit Modern Warfare einen neuen Höhepunkt erreicht. Diesmal ist sogar eine kurze, aber schöner Story-Kampagne im Hollywood-Stil dabei. Große Bühnen, epische Showdowns, clevere Wendungen und alles andere, was man von einem Studio erwarten kann, das mal das schlagende Herz von Infinity Ward gewesen ist.

Fangen wir also mit der Einzelspieler-Kampagne an, denn das ist die größte Veränderung des Spiels geworden. Sie ist kurz und dürfte so um die sechs Stunden lang sein, aber echte Shooter-Experten werden sie noch schneller abgeschlossen haben. Es ist eine magere Kampagne, aber dafür ist auch kein Gramm Fett daran zu finden. Alles fängt - wie zu erwarten - mit dem Tutorial an, das uns die Grundlagen näherbringt und Neulingen die Parkour-Elemente des Spiels vorführt. Anschließend sind wir mittendrin in der Action und kämpfen gegen Roboter-Gegner, Söldner, IMC-Soldaten (die Kampagne erleben wir in der Rolle von Jack Cooper, einem Miliz-Kämpfer) und die aggressive lokale Fauna. Der Fokus liegt dabei auf der Verbindung zwischen Pilot und Titan, die natürlich voller Klischees steckt, aber trotzdem genug Persönlichkeit hat - kein Grund zum Klagen.

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Als einer dieser riesigen, mechanischen Krieger zu spielen ist eigentlich immer fantastisch.

Die Kampagne ist atemlos, hat ein großartiges Tempo und ist vielleicht ein wenig zu schnell vorbei. Das ist eventuell ein kleiner Kritikpunkt, aber was wir bekommen rockt. Respawn stellt immer wieder neue Mechaniken vor, wie das Wechseln der Perspektiven um Rätsel zu lösen. Solche Dinge werden behutsam und effizient eingesetzt bevor sie wieder verschwinden und ziehen nichts künstlich in die Länge. Es gibt hier einige großartige Momente, denn unsere Söldner-Gegner sind unerbittlich. Mehr möchte ich nicht verraten, denn die Kampagne ist einfach zu kurz dafür und ich will niemandem den Spaß zu verderben. Soviel sei gesagt: Sie ist gut.

Beim Spielen schaltet man neue Titan-Modelle frei und kann frei zwischen ihnen wechseln. Es gibt da einige wirklich coole Builds (mit gefiel besonders der Ronin mit seinem Schwert, Scorch mit seinen Feuerangriffen und Northstar ist fast ein wenig OP mit seinen Fernschüssen) und es ist toll sie in unterschiedlichen Situation einzusetzen, auch wenn das ein bisschen gegen die Erzählung arbeitet. Schön ist auch die „New Game+"-Option, die zu weiteren Durchgängen einlädt und uns auf einen einzelnen Titan beschränkt, der dann Upgrades freischaltet, die nur von dieser Klasse entdeckt und benutzt werden können.

Der Hauptkritikpunkt am Einzelspieler ist, dass sie daraus mehr hätten machen können. Das soll nicht heißen, dass Titanfall 2 eine umfangreichere Story bieten muss (was natürlich auch schön gewesen wäre), sondern einfach, dass einige Dinge noch besser gehen. Sicherlich war Zeit ein bestimmender Faktor, aber es wäre schön gewesen, wenn hier nach der Veröffentlichung noch Inhalte kämen. Das oben genannte New Game+, das Nutzen der Umgebungen für eine Art Wellen-basierten Modus oder Modifizierungen (wie die Schädel bei Halo) - solche Dinge würden neue Durchgänge noch interessanter machen. Es gibt Vieles was sie machen könnten und ich hoffe wirklich, dass Respawn darüber nachdenkt, weitere Inhalte nachzureichen. Nur ein paar erfolgreiche Beispiele sind da id mit Doom oder Blizzard mit Diablo III.

Ansonsten gibt es wenig zu meckern. Die Kampagne ist kurz und schmissig und Dank der cineastischen Präsentation fühlt sie sich auch an, wie eine Arbeit von Respawn. Ich hatte damit eine großartige Zeit und sie folgt den Fußstapfen von Doom, als eine der spaßigsten Egoshooter-Kampagnen des Jahres.

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Der Multiplayer ist toll und bietet uns ein Schlachtfeld voller interessanter Entscheidungen.

Natürlich ist die Kampagne nicht die Hauptattraktion, die Online-Komponente dürfte die meiste Aufmerksamkeit bekommen. Keine Überraschung, denn Titanfall 2 gehört zu den besten Multiplayer-Spielen des Jahres. Respawn baut auf den sehr soliden Fundamenten des Vorgängers auf und hat ein cleveres Sequel erschaffen. Die unterschiedlichen Modi sorgen für Abwechslung, das Schlachtfeld lässt genug Raum für Experimente und es gibt Potential für einige interessante Builds. Dabei sind die Zutaten zum Großteil gleichgeblieben: Große Arenen voller Piloten, die sich in diesen Umgebungen mit Leichtigkeit bewegen und die mit der Zeit ihre eigenen Titans rufen.

Auf beiden Seiten gibt es Reibereien - ob Söldner-Einheiten oder marodierende Titans. Alles verbindet sich zu einem geschäftigen Schlachtfeld voller interessanter Entscheidungen für den Spieler. Wollt ihr die zum Sieg nötigen Punkte durch Kills von K.I.-Soldaten machen und dabei Gefahr laufen, von gegnerischen Spielern entdeckt zu werden? Oder ignoriert ihr den Kleinkram und macht euch stattdessen auf die Jagd nach feindlichen Piloten? Und was macht ihr, wenn ihr einen Titan seht? Springt ihr wie ein Rodeoreiter auf seinen Rücken, um die seine Batterie herauszureißen oder rennt ihr um euer Leben und hofft auf eine bessere Gelegenheit?

Titanfall 2 ist clever und schnell und hat dank der großartigen Mechaniken das Potential, dass die Spieler ihren ganz eigenen Stil entwickeln können. Es ein Spiel um Geschwindigkeit und Genauigkeit, es gibt aber auch ein Element von Risiko und Belohnung, denn Respawns Shooter belohnt die Mutigen und wer gut mit den Parkour-Elementen umgehen kann und gleichzeitig treffsicher ist, wird viel Erfolg haben. Die Piloten fühlen sich agil und tödlich an und der neue Enterhaken verstärkt diese Gefühle noch. Die Entwickler haben die Spieler mit den richtigen Werkzeugen versorgt, um sich erhaben zu fühlen und eine gute Balance gefunden, die Steuerung zugänglich zu machen und eine fordernde Umgebung zu kreieren, die Wandläufe und coole Bewegungen erlaubt. Es gibt immer mehrere Routen in jedem Gebiet, egal ob man gerade als Pilot oder Titan spielt.

Sechs der acht Titanklassen haben es bis in den Multiplayer geschafft. Als einer dieser riesigen, mechanischen Krieger zu spielen ist eigentlich immer fantastisch, aber sie als persönlichen Wachhund zu benutzen (also nach dem Rufen nicht einzusteigen) ist auch nicht zu verachten. Sie frei zu lassen, hält uns länger am Leben und sorgt für ordentlich Ablenkung und tolle Gelegenheiten selbst zuzuschlagen. Diesmal können die Batterien der Titanen gestohlen und einem Teamkameraden gegeben werden, der dadurch ein Schild erhält und mit seinem Titan länger im Kampf bleibt.

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Die Kampagne ist kurz und schmissig und Dank der cineastischen Präsentation fühlt sie sich auch an, wie eine Arbeit von Respawn.

Die Builds werden sich mit der Zeit ohne Zweifel weiterentwickeln, da man so viele Dinge freischalten kann, wenn man im Level aufsteigt. Die Waffen haben mehrere Verbesserungsmöglichkeiten und man kann seine Knarren mit Granaten oder Bonusfähigkeiten erweitern (zum Beispiel für kurze Zeit das gegnerische Team aufdecken oder Hologramme zur Ablenkung nutzen). Das neue Set-Up ist schöner als die Burn-Cards aus dem Vorgänger und es gibt viel Raum für Experimente und Synergien im Team.

Die Spieler können über die üblichen Kanäle zusammenfinden oder durch das sogenannte Network, in dem die Spieler mehreren Gruppen beitreten und sich mit Gleichgesinnten zusammentun. Die Modi reichen von klassischen TDM und CTF bis zu Titanfalls eigenem Attrition und Last Titan Standing. Und es gibt einen coolen 1 vs. 1 Arena-Modus mit dem Namen Coliseum. Wenn Respawn auf Nummer sicher geht und uns Flaggen einnehmen lässt ist das Spiel am Schwächsten. Wenn dagegen riesige Titans miteinander ringen, während andere Piloten zwischen ihren Füssen herumflitzen, ist Titanfall 2 richtig beeindruckend. Das Schlachtfeld wird regelmäßig von riesigen Explosionen erleuchtet. Chaos und Gelegenheiten warten an jeder Ecke - es passiert so viel, dass es kaum zu lahmen Momenten kommt.

Die ordentliche Auswahl an Modi wird durch die kinetischen Waffen noch unterstützt. Man fühlt förmlich die Kraft der mächtigen Waffen und es gibt verschiedene Werkzeuge für die unterschiedlichen Situationen. Besonders wichtig: Die Treffererkennung scheint wirklich genau zu sein und die Steuerung ist intuitiv und reagiert gut. Es gibt eine Vielzahl von Karten und es werden noch mehr dazukommen und zwar kostenlos, damit kein Spieler ausgesperrt wird. Auch wenn einige Karten an den Vorgänger erinnern und keine Map besonders hervorsticht, fühlen sie sich zumindest nicht frisch an und die Balance von Räumen für die Piloten und offeneren Arealen für die Titans ist gut gelungen.

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Respawns Shooter belohnt die Mutigen und wer gut mit den Parkour-Elementen umgehen kann und gleichzeitig treffsicher ist, wird viel Erfolg haben.

Das gesamte Paket sieht großartig aus und hat meistens eine stabile Framerate, auch wenn manchmal die Animationen rumspinnen. Vielleicht hätten die Umgebungen ein wenig bunter und abwechslungsreicher ausfallen können, aber das ist Haarspalterei. Was da ist, funktioniert auf hohem Niveau und erfüllt seinen Zweck. Der Audio-Mix soll auch noch erwähnt werden und hat einige krachende Soundeffekte die den Multiplayer noch mehr beleben. Die Sprachausgabe im Singleplayer ist ebenso gut und Titan-Kumpel BT 7274 hat hier besonders Eindruck gemacht - er erinnert an Optimus Prime.

Titanfall 2 kann ich bedenkenlos empfehlen. Der Einzelspieler-Teil ist großartig, wenn auch kurz und bietet unterhaltsame fünf bis sechs Stunden voller Action, Sprüngen, leichten Rätseln und beeindruckenden Situationen. Da wäre noch mehr drin gewesen, aber so ist es ein großartiges Tutorial für den Multiplayer, der zur besten Online-Action gehört, die ihr in diesem Jahr zocken dürft. Hier warten mehr Abwechslung und verbesserte Mechaniken, die spaßige und abenteuerlustige Spielweisen fördern. Einfach gesagt: Titanfall 2 hat einfach alles und wer einen Sci-Fi Shooter sucht, in dem er richtig durchdrehen darf, ist hier goldrichtig aufgehoben.

09 Gamereactor Deutschland
9 / 10
+
Brillante Kontrollen, exzellenter Multiplayer, gelungene Einzelspielerkampagne, Unzahl an Individualisierungsoptionen,
-
Kampagne hätte zusätzliche Tiefe erhalten können, Story außerdem recht kurz.
overall score
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