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Kritiken
Crookz: Der große Coup

Crookz: Der große Coup

Der Berliner Entwickler Skilltree Studios beweist mit dem Taktik-Strategie-Spiel, dass Humor und Ernst auch ganz nah beieinander liegen können.

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Obwohl ich grundsätzlich ein Kopfmensch bin, habe ich mir über die Jahre angewöhnt, viel öfter auf meinen Bauch zu hören und entspannter zu sein. Das verursacht weniger Stress und lässt mich das ohnehin viel zu kurze Leben besser genießen. Trotzdem überkommt mich noch immer ein wohliges Gefühl, wenn es darum geht, einen großen Plan zu schmieden. Dieses strukturierte Denken, bei dem alle Eventualitäten einbezogen werden und jeder Schritt im Kopf genau durchdacht wird, es verschafft mir eine unglaubliche Befriedigung.

Schwierig wird es immer nur dann, wenn ich gleichzeitig der Meinung bin, dass eben genau das nichts bringt. Am Ende würde sowieso alles anders kommen. Mein schöner Plan fällt wie ein Kartenhaus zusammen und zurück bleibt nur Enttäuschung. Es ist ein ewiger Kampf zwischen Ordnung und Chaos, zwischen Vernunft und Übermut. Das drückt sich beim Spielen etwa darin aus, dass ich bei Civilization erst viel in die Forschung stecke und eine große Armee aufbaue, nur um es dann gleich mit der ganzen Welt aufnehmen zu wollen. Manchmal klappt es. Manchmal scheitere ich mit Pauken und Trompeten.

Crookz: Der große CoupCrookz: Der große Coup
Gute Vorbereitung ist die halbe Miete - dieses Konzept sollten wir verinnerlichen.

Crookz: Der große Coup wiederum ist nun so ein Spiel, bei dem gute Vorbereitung die halbe Miete ist. Dieses Konzept sollten wir wirklich verinnerlichen. Das ist für mich gar nicht so einfach. Die wilden Siebziger und eine Handlung im Stil von Filmen wie Der Clou oder Ocean's Eleven klingen eher nach Spaß und lockerer Unterhaltung. Eine sympathische Bande von Meisterdieben wurde von einem alten Wegbegleiter über's Ohr gehauen und schwört nun Rache im großen Stil. Wie angedeutet geht es aber spielerisch aber nicht um Klamauk, sondern um knallharte Planung. Es ist ein Taktik-Strategie-Spiel mit einer bunten, fröhlichen Fassade.

Doch zunächst werden wir langsam an die unterschiedlichen Charaktere und Spielmechaniken herangeführt. Im Verlauf der Geschichte mit ihren 18 Missionen schalten sich die sechs Diebe und auch die vier individuellen Talente erst nach und nach frei. Wir bekommen außerdem mit jeder Mission Zugriff auf weitere Hilfswerkzeuge, von denen es insgesamt 25 gibt. Dazu gehören etwa nützliche Dinge wie Brecheisen, um Sicherheitstüren und Geldkassetten gewaltsam zu öffnen. Mit Chloroform können wir Wächter für eine Weile ruhig stellen. Klebeschaum verschließt Türen permanent. Und Kameraklemmen schalten Überwachungskameras kurzzeitig aus.

Zu den Hindernissen im Spiel gehören neben Kameras, Lichtschranken, Sicherheitstüren und elektrisierte Bodenplatten natürlich auch Wächter. Davon gibt es auch unterschiedlichen Typen, die nicht alle einfach betäubt oder ruhig gestellt werden können. Allerdings wird es dem strategischen Planer zumindest insofern leicht gemacht, dass Laufwege, Sichtfeld und Wahrnehmungsradius angezeigt werden. In diesem Radius sollten wir möglichst auch keinen Lärm veranstalten, sonst wird der Wächter aufgeschreckt. Und wer ein Mission unbemerkt abschließen will, hätte dann bereits verloren.

Crookz: Der große CoupCrookz: Der große Coup
Im Verlauf der Geschichte mit ihren 18 Missionen schalten sich die sechs Diebe und auch die vier individuellen Talente erst nach und nach frei.

Die Diebe lenken wir über die Karte, in dem wir mit ein paar wenigen Mausklicks Laufwege und Aktionen festlegen. Wir erleben das Spiel die meiste Zeit im Pausemodus und arbeiten uns von Raum zu Raum vor. Theoretisch wäre es natürlich auch möglich, den großen Coup wirklich in einem Zug zu planen. Es gibt eine entsprechende Wartefunktion, um auf die Manöver unser Mitstreiter zu warten. Diese müssten wir dann jedes Mal nur händisch lösen und schauen ansonsten bequem beim Raubzug zu. Allerdings spielt es sich deutlich einfacher, wenn wir zwischendurch immer eine kleine Verschnaufpause einlegen und den nächsten Schritt überdenken.

Skilltree Studios haben versucht eine Balance zwischen Figuren und Gegenständen herzustellen. Der Hippie Bishop ist beispielsweise von Haus aus ein guter Schlossknacker und braucht dafür eigentlich keine Hilfsmittel. Die schlanke Cleopatra mit dem auffälligen Afro ist schnell und leise. Sie kann sich so meist unbemerkt an Wachen vorbeischleichen, ohne sie vorher aus dem Weg räumen zu müssen. Der knuddelige Lobkowitz kennt sich mit elektrischen Schaltungen aus und verkürzt und vereinfacht auf diese Weise viele Wege. Es hängt immer auch ein bisschen von der eigenen Spielweise ab, welche Charaktere wir einsetzen wollen.

Die Zahl der Diebe bei einen Streifzug ist nämlich begrenzt. Dazu kommt, dass Hilfsmittel zwar auf der Karte verteilt zu finden sind, allerdings nicht immer in ausreichender Form. Außerdem kann jeder Dieb nur drei davon mit sich führen. Die Vorbereitung für den großen Coup beginnt also im Grunde bereits vor dem eigentlichen Missionsstart. Anfangs läuft meist noch alles wie geschmiert, aber mit jeder Mission steigt der Anspruch und damit auch die Notwendigkeit sich intensiver mit dem Auftrag auseinanderzusetzen.

Crookz: Der große Coup
Zu den Hindernissen gehören neben Kameras, Lichtschranken, Sicherheitstüren und elektrisierte Bodenplatten natürlich auch Wächter.

Manchmal wirkt Crookz: Der große Coup wie ein Puzzle. Wir suchen den perfekten Weg, um die Mission möglichst schnell abzuschließen und keine wertvolle Beute liegen zu lassen. Manchmal gibt uns das Spiel aber auch das Gefühl, ein großer Sandkasten zu sein, in dem wir uns austoben können. Jede Karte lässt sich grundsätzlich mit allen Dieben lösen, auch wenn bestimmte Charaktere sich für manche Karten besser eignen als andere. Die Wahrheit liegt wie immer irgendwo dazwischen. Das Spiel ist flexibel wie schon beim Spielfluss. Der läuft ja auch weder nur in Echtzeit ab, noch ist er ausschließlich rundenbasierend.

Und das ist es wohl, was das Spiel so sympathisch macht. Obwohl wir natürlich irgendwann gezwungen werden, uns wirklich einen großen Plan zu machen, bleibt zwischendurch immer auch ein bisschen Platz für Witz und Chaos. Und weil das Spiel sehr oft automatisch speichert - etwas, das ich persönlich ständig vergessen würde - lassen sich kleine Fehler gut verkraften. Bleiben nur noch die eigenen groben Planungsfehler, wenn dann am Ende ein notwendiges Hilfsmittel fehlt oder wahlweise eben der passende Charakter. Dafür sind wir dann zum Glück selbst verantwortlich und geloben beim nächsten Versuch Besserung.

Neben der überraschend unterhaltsamen Kampagne gibt es noch einen Herausforderungsmodus mit festgelegten Bedingungen. Hier steht tatsächlich die perfekte Planung im Mittelpunkt. Das liegt zum einen am hohen Schwierigkeitsgrad und dem gesetzten Zeitlimit. Zum anderen hängt es mit dem vergebenen Highscore zusammen, über den wir uns mit anderen messen können. Zum Glück hat mich das Spiel bis zu diesem Punkt langsam daran gewöhnt, dass ich mir die richtige Strategie zurecht legen muss. Mein Bauchgefühl weiß deswegen schon, dass es sich für ein paar Stunden besser zurückhält und den Kopf machen lässt. Und der belohnt mich mit einem breiten Grinsen im Gesicht. Alles richtig gemacht.

Crookz: Der große Coup
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08 Gamereactor Deutschland
8 / 10
+
witzige Kampagne, Diebe haben individuelle Talente, verschiedene Lösungswege möglich, Online-Bestenlisten, Herausforderungsmodus
-
Steuerung manchmal etwas fummelig, kein Level-Editor, künstliche Intelligenz reagiert zum Teil seltsam
overall score
ist die Durchschnittswertung von Gamereactor. Wie hoch ist eure Wertung? Die Durchschnittwertung aller Gamereactor-Redaktionen wird aus den Wertungen in allen Ländern erhoben, in denen es lokalen Gamereactor-Redaktionen gibt