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Fressen oder gefressen werden

Der Verhaltensforscher Desmond Morris bezeichnete den Menschen als „nackten Affen". Der Umstand, dass die Spezies Mensch sich ohne Spezialisierung behaupten konnte, liegt in ihrer Anpassung begründet: Verglichen mit der Weaponry der Fauna und Flora um ihn herum, ist er nackt und schutzlos wie ein Wurm - also musste der Mensch sich die Werkzeuge zum Überleben notgedrungen selber kreieren.

Fressen oder gefressen werden

Stanley Kubrick setzte den ersten Schritt zu einem Werkzeug nutzenden Wesen mit „2001 - Odyssee im Weltraum" eindrucksvoll in Szene: Das Mitglied einer Primatenhorde, die von einer anderen Horde permanent attackiert wird, findet heraus, dass ein Ast auch als Keule dienen kann - woraufhin sich dann die ganze Horde wappnet und erfolgreich wehrt.

Das Pendant der Jetztzeit: In Park Chan-wooks „Oldboy" sucht der Protagonist Oh Dae-su eine Waffe und findet sie in einem Zimmermanns-Hammer - schlicht, aber wirkungsvoll (übrigens im Aufbau dem mittelalterlichen Streithammer sehr ähnlich).

Werkzeug, Waffe - Die Geschichte der Menschheit ist eine der bewaffneten Konflikte. Der technologische Fortschritt war immer eng mit Kämpfen und Kriegen verknüpft. Das Existenzielle ihrer Bedrohung sorgte für eine Beschleunigung der technischen Innovation.

Da verwundert es nicht, dass Allround-Genies wie Leonardo da Vinci und Archimedes sich einen Gutteil ihrer Zeit mit der Entwicklung von Angriffs- und Abwehrwaffen beschäftigten. So konstruierte Da Vinci unter anderem einen Panzer - der allerdings nie realisiert wurde.

5000 Jahre Militärgeschichte in einem Buch - das ist eigentlich vom zu bewältigenden Stoff ein unmögliches Unterfangen. Allein über die Legionen Roms sind nicht Bücher, sondern ganze Bibliotheken veröffentlicht worden.

Das Buch ist in Zusammenarbeit mit der „Royal Armories", einem der größten Museen für Waffen und Rüstungen weltweit entstanden und die „Exponate" werden wie in einem Museum präsentiert. Wenn man also die Lektüre als eine Art virtuellen Museumsrundgang verstehen will, dann macht es Sinn.

Militärgeschichte
Waffen und Kriegführung von der Antike bis heute

448 Seiten
über 1.750 Fotografien, Abbildungen & Karten
€ 39,95
ISBN 978-3-8310-2388-2
www.dorlingkindersley.de

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13,5 Leben sind nicht genug

Gut 13 ½ Jahre sind vergangen, seitdem Walter Moers mit „Die 13 ½ Leben des Käpt´n Blaubär" deutsche Fantasy-Geschichte schrieb. Auf mehr als 700 Seiten ließ der deutsche J.R.R. Tolkien seinen tapsigen Seebären durch die aberwitzigsten Abenteuer stolpern.

13,5 Leben sind nicht genug

Nun ist das Buch wieder als Hardcover verfügbar. Erstmals mit komplett farbigen Illustrationen, koloriert von Florian Biege. Mit Florian Biege hat Moers einen kongenialen Mitstreiter gefunden, der es versteht, die ganze fantastische Pracht der bizarren Welt Zamoniens mit leuchtenden Farben zum visuellen Leben zu erwecken.

Inhaltlich wurde am Buch nichts verändert, außer, dass nun die inneren Umschlagseiten mit detaillierteren und natürlich ebenfalls farbigen Karten von Zamonien ausgestattet wurden. Also, abgesehen von diesem Prachtexemplar von Buch: Nichts Neues in Zamonien?

Nicht ganz: Walter Moers verrät im Nachwort etwas, was die Herzen der Zamonien-Fans höher schlagen lassen wird: Gemeinsam mit Florian Biege arbeitet er an einer Graphic Novel-Version von „Die Stadt der Träumenden Bücher". Und der Titel des finalen Bandes der „Buchhaim-Trilogie" steht auch schon fest: „Das Schloss der Träumenden Bücher", das für den Herbst 2014 angekündigt wird.

Na, denn: Nicht, dass uns die Süße Wüste verschlünge!

Walter Moers
Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär

Gebundenes Buch, Pappband mit Schutzumschlag
704 Seiten, 17,0 x 24,0 cm
durchgehend vierfarbig
ISBN: 978-3-8135-0572-6
€ 29,99
www.zamonien.de

STAR WARS Ep. CVIII

Was soll um Himmels Willen ein Episodenguide der TV-Serie STAR WARS - The Clone Wars, fragt man sich? Was soll das sein - eine gebundene TV-Zeitschrift?

STAR WARS Ep. CVIII

Nun, ganz abgesehen davon, dass „Creator and Executive Producer" George Lucas in seiner nicht zu durchschauenden Weisheit die 108 Folgen der Animationsserie STAR WARS - The Clone Wars, die sich auf 5 Staffeln verteilen, in nichtchronologischer Reihenfolge veröffentlichen ließ, also schon in einer Staffel Verwirrung aufkommt, was wann war und ob der da eigentlich noch lebt, der da gerade auf dem Bildschirm kämpft, kann sich selbst ein Astrodroid ein Jahr nach der vorherigen Staffel nicht mehr daran erinnern, was sich zum Teufel zuvor alles in den verschiedenen Quadranten der Galaxis ereignete.

Geht man auch davon aus, dass die Fans, die die Boxen kaufen, sich diese mehrfach anschauen (warum sollten sie die sonst anschaffen?), ist ein Episodenguide nicht unbedingt die unklügste Investition, die nach 5 Staffeln sowieso nur einen Bruchteil dessen ausmacht, was ein Early Adopter in seine DVD-Sammlung steckte.
Eine Doppelseite pro Folge ist zwar nicht üppig, reicht aber, um die wichtigsten Kerninfos zu geben, also wer, was, wo, welche Waffen, Fahrzeuge, Kreaturen und sogar solche, welcher Regisseur welche Folge drehte.

Das Wichtigste jedoch: Der Guide ist chronologisch den Ereignissen nach, nicht nach Ausstrahlungszeitpunkt, geordnet. Allein dafür ist er schon sein halbes Geld wert, denn die Chose selbst zu recherchieren, hätte ein halbes Fan-Leben gebraucht.
Lobenswert ist auch das umfangreiche Register. Minimale Kritik: Die Seiten des Guides sind ziemlich dunkel geraten und die Bilder etwas kontrastarm. Also: Für den Fan der Animationsserie eigentlich fast unverzichtbar; für Kinder zwar nicht ungeeignet, aber ob so ein TV-Lexikon der Bringer für den kleinen STAR WARS-Fan ist, darf doch bezweifelt werden.

232 Seiten
über 500 farbige Abbildungen
243 x 191 mm, gebunden
Ab 8 Jahren
ISBN 978-3-8310-2407-0
€ 12,95

Auf Sith-Lords achten du solltest

Die Einen sagen, sein Leben begann vor 900 Jahren, die anderen 1980, als, unter einem doppelten Boden kauernd, der Puppenspieler Frank Oz eine kleine grüne Handpuppe über das mit Kunsteis vernebelte Set des Dagobah-Sumpfes steuerte. Manche finden ihn auch ein wenig putzig - wegen seiner verschwurbelten Grammatik und seinem Hin- und Hergehopse im Laserschwertkampf. Jedoch: Die Kids lieben Yoda, vielleicht nicht zuletzt, weil er so klein ist und deswegen gerne von seinen Gegnern unterschätzt wird.

Auf Sith-Lords achten du solltest

Die „LEGO STAR WARS Yoda Chroniken" widmen sich ganz dem obersten Feldherrn der Klonkriege. Und sind auch viele Bücher zu und über STAR WARS, auch wenn sie als Kinderbücher getarnt sind, eigentlich für die SW-Nerds und -Geeks gedacht, handelt es sich hier mal ausnahmsweise um ein echtes Buch für kleine - oder junge - STAR WARS-Fans.

Lehrreich es ist und witzig dazu. Einen LEGO-Yoda in Hawai-Hemd mit einer Wayfarer Ray Ban-Sonnenbrille und Reiseköfferchen ist etwas, was man bis dato nicht zu sehen bekam. Locker und selbstironisch (also eigentlich gar nicht STAR WARS-like) bewegt sich der Yoda-Führer durch das SW-Universum mit seinen Helden und Villains. Kostprobe gefällig? Yoda: „Naboo: Ein schöner Urlaubsort dies ist. (...) Beim Schwimmen in Gungan-Stadt mich erfrischt ich habe. Die Enten am Königlichen Palast ich gefüttert habe. Empfehlen ich kann, aber auf Sith-Lords achten du solltest."

Zusammengefasst: Die Portion sich selbst nicht ernst nehmender Helden-Humor, die leider den meisten SW-Filmen abgeht - hier ist sie zu finden. Und ob´s mit Disney als oberster Kongregation für die STAR WARS-Glaubenslehre lockerer und spaßiger zugehen wird als unter Papst George I. wird sich dann noch herausstellen.

Ein besonderes Extra des Buches stellt die exklusive LEGO Minifigur - ein Spezialeinheiten-Klonkommandant - dar, die wie bei früheren LEGO STAR WARS-Büchern, in das 3-D-Cover des Buches eingelassen ist. Der Logik folgend, dass es sich hier nicht um ein Buch für Sammler, sondern um eines für Kinder handelt, ist die Mini-Figur zerlegt und man kann sie unproblematisch, ohne den Deckel des Buches zu zerstören, zum Zusammensetzen und Spielen entnehmen.

Soweit, so prima. Die Frage, die sich hier aber stellt, ist: Warum ausgerechnet diese Minifigur? Im Buch geht es um Yoda, warum dann keine Minifigur von Yoda? Zu kostbar etwa, um sie hier als promotionalen Köder einzusetzen? Die Wahl der Minifigur des Spezialeinheiten-Klonkommandanten ist allerdings nicht ganz aus der Luft gegriffen. In den TV-Serie „STAR WARS - THE CLONE WARS" operiert Yoda des öfteren in heiklen Geheimmissionen mit kleineren Spezialeinheiten der Klone.

Verfolgt man aber den Gedanken konsequent weiter, dass die Minifigur keine Sammlerfigur, sondern zum Spielen gedacht ist, stellt sich aber schon wieder eine Frage: Warum bei allen Mitochondrien ist die Minifigur unbewaffnet? Dabei hat LEGO hat in den vergangenen Jahre massiv seine SW-Minifiguren aufgerüstet. Aus den früheren abstrakten Bewaffnungen, die meist aus dem schwarzen Element des Lautsprechers und einem roten durchsichtigen Einer-Rundstein bestanden, wurden „echte" Nachbildungen von Blastern und Lasern. Ein Sündenfall im Kinderzimmer.

Aber hier nun den Spezialeinheiten-Klonkommandanten quasi „nackig" ohne Knarre auf Mission gehen zu lassen, ist einfach geschlampert und geknausert. Bekäme das Buch 5 ***** Sterne, gäbe es einen Stern Abzug dafür, dass Yoda als Minifigur fehlt und einen Stern Abzug dafür, dass der Klonkommandant nicht mit einer Waffe ausgestattet wurde.

Daniel Lipkowitz
LEGO STAR WARS
Die Yoda-Chroniken

64 Seiten
über 120 farbige Abbildungen
282 x 237 mm, gebunden, mit LEGO® Minifigur
Ab 6 Jahren
ISBN 978-3-8310-2408-7
€ 14,95

Viele bunte Steine es sind

Was haben LEGO und Playmobil gemeinsam? Nun sagen Sie nicht: „Spielzeug" ... Nun, obwohl das eine ein Konstruktionsspielzeug-System ist, das andere eine multidifferenzierte Puppenstube, sind beide doch Rollenspielwelten-Spielzeuge. Zwar müssen die LEGO-Modelle erst zusammengesetzt werden, aber dann sind sie auch wie bei Playmobil: Polizeiautos, Raumschiffe und damit die damit spielenden Kinder in ihrer Phantasie Polizisten und Astronauten.

Viele bunte Steine es sind

Somit muss man es wohl als kongeniale Idee bezeichnen, eine Geschichte zu erzählen, in deren Verlauf der Zuhörer oder in diesem Fall, der Leser, die Abenteuer der Protagonisten auch aktiv nacherleben und nachspielen kann, in dem er die Werkzeuge und Vehikel, die im Laufe des Abenteuers von den Protagonisten benutzt und eingesetzt werden, nachbauen kann.

Chapeau Dorling Kindersley oder LEGO! Je nachdem in welchem Hause die Idee dieses Joint Ventures in Form von LEGO STAR WARS Buch & Steine-Set geboren wurde. Wir tippen mal auf LEGO. Es entspricht dem Denken des Marketings, neue Vertriebswege für ein Produkt (hier = Spielzeug) zu erkunden. Und mit der im wörtlichen Sinne „Hülle" des Buches, die hier als auch Karton für die Steine dient, schafft man den Sprung aus dem Spielzeugfachhandel in den Buchhandel - und damit auch in die begehrte 7 % Mehrwertsteuerzone der Bücher.

Das hier mit „LEGO STAR WARS Buch & Steine-Set - Galaktische Verfolgungsjagd" erzählte Duell zwischen einem Vertreter der Galaktischen Republik - Klon-Commander Gree - und einem Kommandodroiden der Separatisten (beide als Minifiguren im Set) hat vier Kapitel und führt damit durch vier Szenarien. Den Umweltbedingungen angepasst, bauen sich die Kontrahenten, jedes Mal, wenn sie in einem neuen Szenario landen, ein entsprechendes Fahrzeug.
Somit bietet das Set Bauanleitungen für insgesamt 8 Fahrzeuge, mal in der Proportion 1:1 zu den Minifiguren, aber es darf auch V-19-Torrent Sternenjäger gebaut werden, der sogar als Minimodell die Flügel schwenken kann.

An dieser Stelle muss einfach noch einmal der Hut gezogen werden vor der Ingenieursleistung der LEGO-Designer, die es schaffen, auf der Basis von 180 Elementen 8 verschiedene Modelle zu entwickeln! Zwar kann der WT-RT-Läufer nicht wirklich so die Beine bewegen, dass er laufen könnte, was aber mit einer recht einfachen Modifikation (für die keine Fremdsteine benötigt werden), also Umbau, bewerkstelligt werden kann.

Neben den gewohnt übersichtlichen
Bauanleitungen (nur das mit den Farben muss LEGO wirklich mal verbessern: Oft ist nicht zu erkennen, ob es sich um ein graues, ein dunkelgraues oder schwarzes Element handelt, was dann ärgerlich wird, wenn man in einer frühen Bauphase das falsche Element verbaut und in einer späteren Bauphase dann verzweifelt das zwar von der Form identische, aber andersfarbige Element partout nicht finden kann und schon ängstlich vermutet, es sei verloren gegangen. Das ist der Moment, der alle LEGO-Konstrukteure auf der Welt in den Wahnsinn treibt. Die es sind, werden nun einmütig mit dem Kopfe nicken ...), bietet das Buch aber auch eine Einführung in die Rahmenhandlung der Klonkriege, stellt die Protagonisten vor, erzählt die Geschichte in Comic-Form (vorbildlich!) und verlinkt das STAR WARS-Parallel-Universum mit kleinen „Hättest du gewusst, dass ..." Info-Häppchen.

Fazit: Sehr viel Spaß - mindestens 4 Baunachmittage und viele, viele Spielnachmittage, ganz zu schweigen von Eigenfolgekonstruktionen - zu einem attraktiven Preis. Denn mit durchschnittlichen 11 Cent pro Element liegt das LEGO STAR WARS Buch & Steine-Set - Galaktische Verfolgungsjagd an der unteren Preisgrenze, was üblicherweise für LEGO-Elemente investiert werden muss, die sich in LEGO STAR WARS-Modellen befinden. Bei LEGO STAR WARS-Modellen kann der durchschnittliche Preis pro Element auch schon mal 18 Cent betragen. Ein tolles Geschenk für LEGO STAR WARS-Fans - egal ob Kid oder Geek - und ebenso perfekt als Reisebegleiter

LEGO STAR WARS Buch & Steine-Set - Galaktische Verfolgungsjagd
180 Elemente, 2 Minifiguren, 80 Seiten
€ 19,95
ab 7 Jahren
Dorling Kindersley
ISBN 978-3831024018

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