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Brieffreundschaft #3

Brieffreundschaft #3

Und die Geschichte geht in die nächste Runde... June Whitely (wie kreativ) hat mir geschrieben. Ihr ehrenamtlicher Mitarbeiter Henry White sei verschwunden und sein letzter bekannter Aufenthaltsort war eine verlassene Metro-Station, wo er sich auf die Suche nach ein paar Obdachlosen machen wollte.

June ist ein wenig unhöflich, denn sie hat sich nicht einmal richtig vorgestellt. Aus den Brocken kann ich allerdings entnehmen, dass Henry White offenbar in einem Verein tätig war, der sich um Obdachlose kümmert und das ehrenamtlich. June spricht trotzdem davon, dass er nicht "zur Arbeit" erschienen sei, was ich sehr witzig finde, denn Ehrenamt und Arbeit, das sind zwei Paar Schuhe.

In der Post von Henry wurde eine DVD mit der gefunden. Dieses wurde offenbar heruntergezogen und auf Youtube hochgeladen... Ok, an dieser Stelle wird es wieder etwas unrealistisch. Eine Sozialarbeiter-Tante hätte die DVD genommen und sie mir mit der Post zugeschickt. Wenn sie technisch versiert gewesen wäre, hätte sie vorher eine Kopie angefertigt, aber auf Youtube wäre das sicher nie gelandet.

Wie dem auch sei, so können sich nun alle anschauen, was in diesem Film vorkommt. Mein Eindruck ist, dass es sich dabei um ein Adventure handelt und die bisherigen Vermutungen nichts damit zu tun haben. Dafür spricht, dass Hamburg auch ein kleines Nest für Spieler dieser Art ist. Falls jemand einen Tipp hat oder sogar in dem gezeigten Logo etwas erkennt, immer her damit!

Straßenbahn des Todes

Straßenbahn des Todes

Fantastisch. In Köln sind die Verkehrbetriebe angeblich in der Kritik, weil zehn örtliche Straßenbahnen großflächig mit Panzern auf einem Schlachtfeld eingehüllt sind. Es geht um das Spiel World of Tanks, dass auf der Gamescom gezeigt wird. Es handelt sich um einen Online-Strategie-Titel, der von der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) mit einer Altersfreigabe ab zwölf Jahren versehen wurde.

Der Skandal: Trotz der Beschwerden, trotz der Diskussion, trotz der Panzer, trotz der Kriegsverherrlichung und trotz des Fakts, dass der englische Anbieter Wargaming.net heißt, will die KVB an der Werbung festhalten. Sogar in der Politik werde diskutiert. Immerhin gibt es sogar eine Werbemaßnahme, bei der ein originaler Kampfjet aus dem Jahr 1955 ausgestellt wird!! Kirsten Jahn von den Grünen findet des gar nicht gut.

"Ich finde es überhaupt nicht gut, dass eine Plattform für Werbung mit Kampfjets geschaffen und somit eine Verharmlosung von Kriegsspielen ermöglicht wird" sagt Jahn gegenüber dem WDR. "Dieser Kampfjet ist nie gebaut worden um Spiele zu bewerben, sondern um Menschen zu töten - und das ist das Erschreckende an der Sache. Es wurde eine Grenze überschritten zwischen dem, was Jugendliche sehen sollten und was nicht."

Recht hat er. Jugendliche sollten vor Panzern in Sicherheit gebracht werden, ihr Anblick überschreitet die Grenze dessen, was sie sehen sollten und was nicht. Und auch Waffen sollten sie nicht zu Gesicht bekommen. Niemand hat gewollt, dass Arnold Schwarzenegger billige Hollywood-Filme ordentlich Wums produziert. Der Terminator wurde geschaffen, um zu töten!

Tagesschau wird dann besser auch indiziert. Die Polizei wird abgeschafft und die Bundeswehr schafft sich ja immerhin bereits selbst ab. Vorbildlich und nur möglich, dank so einer unterstützenden Kampagne bei Deutschlands Elite, den Bild-Zeitungslesern. Also weg mit Sex und Gewalt. Wir brauchen mehr Blümchen, mehr Frieden und mehr Liebe. Nur dann werden wir alle glücklich sein.

Immerhin sind nur die raffgierigen Geldgeier bei der Vermarktungsfirma so verblendet. Bei der KVB selbst findet man die Werbung nicht gut. "Bei uns die Sensibilität für das Thema gewachsen" sagt Pressesprecher Stefan Anemüller auf Koeln.de. "Wir hoffen, dass das in Zukunft bei allen Beteiligten der Fall ist."

Ich habe mir dazu selbstverständlich meine ganz eigenen Gedanken gemacht und bin tief in mich gegangen. Und tatsächlich, mir fielen die weisen Worte der bekannten Musikkapelle Element of Crime ein:

Wo die alten Leute immer
schimpfend an der Ecke stehen
Werd ich mich dazu gesellen
und Zigaretten für sie drehen.

In die Straßenbahn des Todes,
die heulend sich zum Stadtrand quält,
werd ich mich klaustrophobisch zwängen,
weil auch die kleine Geste zählt

Und wenn du einsteigst,
bin ich lang schon eng befreundet
mit den Leuten, die auf meinen Füßen stehen.

Wo die Neurosen wuchern,
will ich Landschaftsgärtner sein
und dich will ich endlich wiedersehen

Links zum Musikvideo auf tape.tv

Brieffreundschaft #2

Brieffreundschaft #2

Heute kam Antwort von Henry White via E-Mail, aber als Adresse wurde klugerweise eine nicht zu identifizierende Google-Mail-Adresse gewählt. Neue Informationen werden darin nicht offenbart und ich überlege weiter, um welches Spiel es sich wohl handeln könnte.

Metro: Last Light läge durchaus nahe, aber diese Geschichte hier findet in New York und nicht in Moskau statt. The Darkness 2 wiederum spielt in New York, aber könnte es wirklich die Lösung sein? Und warum bekomme ausgerechnet ich Post? Nein, ich denke, da steckt etwas anderes dahinter. Vielleicht ist es Resistance 3, aber auch das passt nicht so richtig ins Konzept. Ideen?

Lieber Martin,

vielen Dank für die Weiterleitung des Briefes von Rick. Ich habe bereits mitbekommen, dass in den Tunneln unter der Stadt etwas seltsames vorgeht. Leider interessiert es die Polizei nicht im Geringsten, solange es in den Tunneln bleibt. Ich werde mich auf den Weg in den Untergrund machen, um weitere Nachforschungen zu betreiben und hoffe, den dort ansässigen Menschen helfen zu können.

Vielleicht darf ich dich um einen kleinen Gefallen bitten: Meine Arbeit ist sehr mühselig, da nur die wenigsten Menschen erfahren, was unter der Stadt passiert. Rick hat sich anscheinend an dich gewandt, weil du bei der Presse arbeitest. Könntest du ihm, mir und unserer Organisation helfen und auf die Missstände im Umgang der Polizei mit den bizarren Fällen aufmerksam machen? Umso mehr Menschen davon erfahren, umso größer ist die Chance, dass wir nicht auf verlorenem Posten kämpfen, sondern der Druck auf die Politiker und somit auch die Behörden groß genug wird, sodass sie sich dem Geschehen widmen müssen. Vielleicht können wir so zahlreiche Leben retten.

Ich melde mich wieder bei dir, sobald ich etwas rausgefunden habe und hoffe auf deine Mithilfe.

Mit besten Grüßen
Henry White

Spielemusik #7

Spielemusik #7

Eine ganz andere Richtung von Videospiel-Musik schlägt Adolar mit Kettcar vs. Mario Kart ein. Die Band aus Sachsen-Anhalt verbindet mit Videospielen eine wunderbare Zeit in der Kindheit. Es geht um Freundschaft, Erwachsenwerden und damit einhergehende Veränderung.

Und wahrscheinlich muss man sich das auch wirklich bildlich vorstellen. Die vier Jungs kommen aus der Altmark, aus der Ecke Stendal und Salzwedel. Viel los war da sicher nicht, dafür gab es natürlich auch die typische Ost-Tristesse. Spaß aber kann man auch da haben und wenn es nur eine Runde Mario Kart ist.

Wenn nun aber ein guter Freund in die Welt zieht, beispielsweise Hamburg, Berlin oder Dresden, und meint nun kosmopolitisch auf einer ganz anderen Ebene zu schweben, dann kann dies weh tun. "Und du hörst heute Kettcar" klingt da fast wie ein Vorwurf, die obligatorische coole Zigarette ein Muss. Die Vergangenheit nur noch störend.

Und tatsächlich erlebe ich auch manchmal, dass Menschen Videospiele mit einer Zeit in ihrem Leben verbinden, die sie lange hinter sich gelassen haben. Glücklicherweise ist aber immer noch etwas Schwärmerisches dabei, wenn sie mir von Ataris, Lucas Arts-Adventures oder Kirbys erzählen.

Damals haben wir Mario Kart gespielt
Und du hörst heute Kettcar und siehst so komisch aus
Mach die Kippe jetzt nich aus, sagst du, wir müssen anders sein
Und ich mach sie trotzdem aus und kapier nich was du meinst
Kilometerweise Plattenbau
Fußball im Hinterhof, Spätverkauf, Jugendklub
Früher kein Problem für dich und heute
Opfer
Absturz
Meinst du und verlässt mich

Musikvideo auf tape.tv

Tod durch Videospiele

Tod durch Videospiele

Aus der Hamburger Morgenpost ist heute folgendes Zitat zu entnehmen: "Als Elternteil denkst du, Computerspielen kann deinem Kind nichts anhaben, weil du weißt, was es tut. Im ganzen Land spielen Kinder diese Spiele über sehr lange Zeit. Und sie realisieren nicht, dass sie daran sterben könnten."

Meine Gedanken sind zunächst etwas zweispältig. Einerseits klingt es sehr ernst und sachlich, aber auf der anderen Seiten auch so völlig absurd. Und wer sich den Fall genau anschaut, der weiß auch schnell, warum er merkwürdig anmutet. Das besagte Kind war 20 Jahre alt und spielte zwölf Stunden am Stück an der Xbox. Kurz danach hatte er Schmerzen in der Brust, brach zusammen und starb.

Das es sich bei dieser kurzen Geschichte um einen Fall von Verdursten oder Verhungern gehandelt hat, wie zum Beispiel schon in Korea geschehen, davon ist nicht auszugehen. Und auch wenn die Xbox 360 von Microsoft ist und die "evil" sind, so reicht ihre Kraft wahrscheinlich noch nicht so weit, dass sie damit Menschen manipulieren können, um sie zum Freitod zu bringen oder Organe versagen zu lassen. Nein, die Antwort ist denkbar simpel.

Die Ursache war eine Lungenembolie, die auftritt, wenn man sich lange nicht bewegt. In den Venen bilden sich Blutgerinnsel und wenn diese sich dann wieder lösen, können sie die Blutgefäße in der Lunge verstopfen. Das tritt häufig im Alter auf oder bei Menschen, die im Rollstuhl sitzen. In Deutschland sterben jährlich etwa 40.000 Menschen daran. Traurige Geschichte definitiv, aber wie geschrieben, hatte der Junge offenbar ziemlich akuten Bewegungsmangel. Macht man ja auch nicht.

Aber zwei Dinge schossen mir durch den Kopf:
1. Warum ausgerechnet Großbritannien, wo sich gerade Zumba Fitness, Wii Fit und Just Dance phänomenal gut verkaufen und nicht etwa die USA? Sind die Leute dort schon konditioniert lange vor dem Fernseher zu sitzen?

2. Warum macht der Idiot so etwas? Würde ich mich so lange an den Fernseher... Hmm... Aaah... Mist... Ich habe ja damals Uncharted 2: Among Thieves am Stück durchgespielt und das hat ungefähr zwölf Stunden gedauert. Warum ich überlebt habe? Nun ja, ich hatte irgendwann Durst und mein Bier war alle. Da musste ich ja zum Kühlschrank gehen. Das hat mich offenbar gerettet!

Trotzdem eine tragische Geschichte, selbst wenn natürlich wie üblich gilt, dass man es nicht übertreiben sollte. Zu viel Wasser zu trinken ist zum Beispiel auch tödlich. Trotzdem würde niemand vor Wasser warnen. Es geht wie bei fast allem um den verantwortungsvollen Umgang. Warum das jemand mit 20 Jahren nicht auf die Reihe bekommt, wer weiß.

Nintendo jedenfalls fährt seit Jahren eine entsprechende Kampagne und legt sehr viel wert auf die Gesundheitshinweise. Regelmäßige Pause sollen eingelegt werden und dafür wird auch schon mal so ein Spiel unterbrochen - oder es nervt wie im Fall von The Legend of Zelda: Ocarina of Time 3D eine kleine Fee in immer kürzer werdenden Abständen damit, dass es auch ein Pausemenü gibt, in dem man Speichern und das Spiel beenden kann.

Zu ernst sollte man die Hinweise aber auch nicht nehmen. Bei Wii Fit wird zum Beispiel das folgende Bild eingeblendet - in deutscher Version entsprechend mit deutscher Sprache. Hier ist dem Betrachter sofort klar, was er tun muss. Fernbedienung zur Seite legen, Fenster aufmachen und dann einfach mal Pause machen. Pause vom Leben. Für immer.

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