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Politisch korrekt #1

Tagged als: Queer, Nintendo 3DS

Nintendo hat was gegen Homos. Also das zumindest wird den Japanern das vorgeworfen, nachdem in der kommenden Lebenssimulation Tomodachi Life weder Liebesbeziehungen noch Hochzeiten zwischen gleichgeschlechtlichen Paaren möglich sind. Man selbst führt als Begründung an, dass der Titel für den Westen nur übersetzt wird und daher leider keine Veränderungen vorgenommen werden können. Grundsätzlich aber habe man nichts gegen diese Lebensweisen und will damit keine Stellung beziehen. Und das nach Tingle...

Klingt zunächst natürlich plausibel. Nun ist es aber so, dass dann die Frage ist, warum nicht von Anfang an so etwas berücksichtigt wurde. Durch einen Fehler im Spiel war es in der japanischen Version sogar ursprünglich möglich, als männliche Figur mit einer anderen männlichen Figur eine Beziehung einzugehen oder eben als weibliche mit einer anderen weiblichen. Formal wäre es also scheinbar kein Problem, so etwas in das Spiel zu integrieren. Nintendo aber will offensichtlich gar nicht. Das familienfreundliche Unternehmen wollte sich der Diskussion also möglicherweise entziehen, um nichts auf den Deckel zu bekommen und hat aber genau das Gegenteil erreicht.

Sollte diese Entscheidung Nintendo nun zum Vorwurf gemacht werden? Tatsächlich ist der Umgang des Unternehmens mit dem Thema etwas rückschrittlich. Das Spiel Die Sims beispielsweise hat gleichgeschlechtliche Beziehungen nicht beworben oder gefördert, aber diese auch noch nie unterbunden. So wie im richtigen Leben finden sich vielleicht einfach Mann und Mann oder Frau und Frau, auch wenn die Mehrheit vermutlich den heterosexuellen Traum auslebt. Und so wäre es auch für die Japaner so leicht gewesen, diese Beschränkung wegzulassen - ohne großes Getöse. Es wäre wahrscheinlich sogar niemanden ernsthaft aufgefallen. Schließlich ist es doch ziemlich egal, was jeder in so einer Lebenssimulation erleben möchte.

Nun aber haben wir eine unnötige Diskussion an der Backe, ob wegen vermeintlicher Homophobie politisch korrekt gegen Tomodachi Life gewettert werden muss oder aber hier nur fieser Gender Terror betrieben wird. Danke Nintendo, wirklich ganz großartig!

Politisch korrekt #1

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Milchmädchenrechnung #5

Angeblich sollen wir überrascht sein, wenn wir wüssten, wie viele Spiele nicht durchgespielt werden. Im Rahmen der Games Developers Conference wurden nämlich die "erschütternden" Zahlen bekannt, die anhand von Erfolgen bei Steam messbar wurden. Ich war ehrlich gesagt eher positiv überrascht. Die erste Episode der ersten Staffel von The Walking Dead haben lediglich 66 Prozent beendet. Allerdings haben immerhin 39 Prozent das Staffelfinale erlebt. Unterwegs gingen also nur wenige Spieler verloren. Eigentlich eine ganz gute Quote.

Wobei wahrscheinlich für einige die Frage offen bleibt, warum sich 34 Prozent überhaupt erst ein Spiel kaufen, das sie dann eigentlich nicht wirklich anrühren. Das können ja kaum alles enttäuschte Konsumenten sein. Die Antwort darauf ist aber im Grunde ziemlich leicht und hat etwas mit dem Videospiel-Altersheim zu tun, von dem wir bei Gamereactor auch immer träumen. Die ganzen tollen Spiele, für die wir leider keine Zeit haben, die werden wir später dort nämlich alle spielen. Und The Walking Dead war immerhin eines der wichtigsten Spiele im letzten Jahr. Da schlagen einige zu, die das Adventure haben wollen, aber nicht zum Durchspielen kommen.

Interessant ist auch der Vergleich zwischen Mass Effect 2 und Mass Effect 3. Der Vorgänger erreicht noch eine Durchspielquote von 56 Prozent. Das Finale wollten dann nur noch 42 Prozent der Leute wirklich sehen, die es gekauft und begonnen haben. Einerseits ist ein Spiel wie Mass Effect natürlich sehr umfangreich und daher wirklich nicht für jeden gemacht. Da aber natürlich auch dieser Titel angepriesen wurde, haben sicherlich einige Leute zugeschlagen, die dann am Ende doch weniger Interesse daran hatten, als ursprünglich angenommen. Ähnlich erklären sich Bioshock Infinite (53 Prozent) und Batman: Arkham City (47 Prozent).

Sehr erfreulich sind wiederum die 47 Prozent von Portal. Der Titel ist inzwischen so günstig zu haben und wurden schon so oft verramscht, dass er sicherlich auf vielen Systemen zu Hause ist. Dazu sind die Puzzleaufgaben sehr fordernd und keinesfalls ein Spaziergang zum nebenbei Durchspielen. Am unteren Ende bewegen sich dann The Elder Scrolls V: Skyrim (32 Prozent) und Borderlands 2 (30 Prozent). Solche Monsterspiele mit so viel Inhalt und Möglichkeiten zum Entdecken benötigen aber wiederum viel Zeit. Die niedrige Quote von rund einem Drittel daher auch eher zu erwarte.

Für einen Entwickler kann das natürlich hart sein. Zwei Drittel haben das Ende nicht gesehen und damit nicht erlebt, wie viel Liebe und Schweiß bis in die letzte Sekunde geflossen sind. Allerdings ist nichts davon vergeudet, denn Trost sollte in dem Fall das Drittel spenden, das bereit war, so viel Zeit zu investieren, um es bis zum Ende durchspielen. Und eben jene Spieler sind es auch, die eine Serie groß machen. Wer nämlich ein großes Abenteuer bis zum Schluss erlebt, der hatte definitiv Spaß dabei und seinen Freunden vorschwärmen, wie toll es war.

Das einzig interessante an dem Ergebnis ist die Bedeutung für Zusatzinhalte. Wer ein Spiel nicht abschließt, wird sich wahrscheinlich auch nicht für zusätzliche Inhalte interessieren. Wer aber 100 Stunden in Skyrim oder Borderlands investiert, der wird gerade nach weiteren Geschichten lechzen und alles aufsaugen, was man ihm vorwirft. Oberflächlich betrachtet überraschen mich die Zahlen also wenig. Im Detail aber könnte das durchaus interessant sein. Dafür allerdings sind weitere Details zu den jeweiligen Gesamtverkaufszahlen, gewährten Rabatten und ähnlichen Informationen nötig.

Milchmädchenrechnung #5

Martin singt. #9

Tagged als: Singstar

Neue Woche, neues Glück. Und zu fortgeschrittener Stunde können wir ein bisschen mehr Farbe brauchen. Gesungen wird heute ein Lied der Kapelle Blondie. Und nein, kein Herz aus Glas und keine hohe Flut - etwas schmissiger darf es schon sein an diesem Freitagabend. Und genau deswegen setze ich auf Mach-es-heute-mach-es-richtig-Atomic aus dem Jahr 1980.

Sprachlich ist das Werk natürlich allerhöchste Güte und auf keinsten Fall zu verwechseln mit dem proletenhaften Gassenhauer "Du hast die Haare schön", wenngleich gewisse Parallelen erkennbar sind. Außerdem wird die Darbietung noch durch meine wunderbaren Mitbewohner begleitet und ist schon deswegen etwas ganz Besonderes. Den Beitrag der Woche gibt es hier.

Uh huh, make me tonight, tonight, make it right.
Uh huh, make me tonight, tonight, tonight.
Oh, uh huh, make it magnificent tonight, right.
Oh, oh your hair is beautiful, oh tonight.
Atomic.

Martin singt. #9

Martin singt. #8

Tagged als: Singstar

Es gab in den Nuller-Jahren eine sehr coole Party in Berlin - Pop Pourri im Eingang 28 in der Christinenstraße. Einmal im Monat gab es dort Indie-Musik vom Feinsten. Das war sogar so fein, dass es sich oft um B-Seiten von Bands handelte, die eigentlich keiner kennt. Man brauchte also eine Weile, um sich reinzufinden und das Tanzbein zu schwingen. Dann irgendwann zog die Party um ins Magnet auf die Greifswalder. Damals war der Prenzlauer Berg noch Anziehungspunkt für unzählige Ausgehgesellschaften, die hier durch die Straßen zogen. Das Publikum im Magnet, wie übrigens auch im nahegelegenen Knaack, war jung. Es waren Studenten und Schüler, die Zielgruppe, die etwa Radio Fritz anpeilt. Und somit wandelte sich auch die Pop Pourri. Angekommen im Indie-Mainstream kannte man die Hits und die neueren Stücke. Das Musik entdecken blieb zwar aus, aber es war im Grunde sehr lustig.

Die neuen Bewohner vom Prenzlauer Berg aber wollten plötzlich nicht mehr im hippen Szenekiez wohnen und haben diesen daher rausgeklagt. Das Magnet machte dicht und eröffnete in Form des Comet Clubs an der Oberbaumbrücke. Die Warschauer Straße war inzwischen überlaufen von Touristen und das Publikum auf der Party wurde im Schnitt noch jünger. Dafür gab es jetzt zwei Tanzflächen, die eine größere Musikvielfalt darstellen konnten. Leider trieb mir das Ergebnis eine Träne ins Augen. Oben tanzten 300 Leute zu Lady Gaga und unten tanzten 3 Leute zu Common People von Pulp. Die Party war zu Ende.

Ich weiß, ich habe jetzt sehr weit ausgeholt, aber es ist eine sehr prägende Erinnerung, die ich mit dem Song von Pulp verbinde. Die Band, die ich in meiner Jugend schon immer sehr lässig fand, aber damals noch nicht so richtig begriffen hatte, wie wahr die Worte waren, die Jarvis Cocker da sang - ein Lied über den Unterschied zwischen Unterschicht und allem, was darüber kam. Es drückte Kraft aus und das gleichzeitig mit so viel Verzweiflung. Großartig in dem Zusammenhang ist auch die Version von William Shatner zusammen mit Ben Folds. "Captain Kirk" gab dem Stück mit seinem tiefen, fast gesprochenen Gesang eine Note, welche die Intention von Common People noch deutlicher unterstrichen hat. Ich liebe es. Ein guter Song. Und meine Auswahl für diese Woche. Das Singstar-Video gibt es hier.

You'll never live like common people,
You'll never do what common people do,
You'll never fail like common people,
You'll never watch your life slide out of view,
and dance and drink and screw,
because there's nothing else to do.

Martin singt. #8

Martin singt. #7

Tagged als: Singstar

Und schon wieder eine Woche, in der ich Musik aus der Konserve spielen muss. Ich schäme mich ein kleines bisschen. Aber die gute Nachricht ist, dass ich wieder einen passenden Beitrag gefunden habe. Das letzte Mal war ich bei Freunden in Hamburg und hatte tatsächlich noch ein Video mit dem Kumpel. Diesmal bin ich in Augsburg und hier steht nur eine PS4. Da gibt es leider noch kein Singstar. Die gute Diana aber hat mit mir bereits geträllert. Gesungen haben wir damals einen Klassiker aus den Neunzigern, den vermutlich die meisten von euch kennen. Na klar, es war ja auch ein One Hit Wonder - Bitch von Meredith Brooks. Ach ja, damals 1997...

In dem Lied geht es übrigens um eine starke, unabhängige Frau. Und die will klar machen, dass sie nicht einfach nur das ist, was man nach außen sieht. Sie ist kindisch und erwachsen. Sie ist eine Sünderin und eine Heilige. Ja, sie ist eben all das und will auch all das ein. Das sie sich nicht festlegen will, kann man ihr natürlich vorhalten. Aber sie sagt klipp und klar: Versuch mich nicht zu verändern. Ein sehr schönes Lied und man nimmt es ihr auch ab. Obwohl ich natürlich auch schon die niedlichen, kleinen Teenies vor mir sehe, die voller Inbrunst mitsingen und nicht so richtig begreifen, worum es geht. Aber Hauptsache Bitch. Hier geht es übrigens zum aktuellen Beitrag dieser Woche.

I'm a bitch, I'm a lover
I'm a child, I'm a mother
I'm a sinner, I'm a saint
I do not feel ashamed
I'm your hell, I'm your dream
I'm nothing in between
You know you wouldn't want it any other way

Martin singt. #7

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