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Eine Loot-Box zu viel...

Wir schauen uns den Einfluss der Mikrotransaktionen auf die Videospiellandschaft an.

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Wir haben uns erst kürzlich mit dem Aufstieg der Mikrotransaktionen in Videospielen beschäftigt, aber meine Güte - es ist seitdem doch einiges passiert. Unser ursprünglicher Artikel erschien zur Veröffentlichung von Mittelerde: Schatten des Krieges und hat sich eher generell mit dem Thema beschäftigt. Zum Beginn des neuen Jahres und nach dem katastrophalen Start von Star Wars Battlefront II haben wir das Gefühl, das Thema noch einmal behandeln zu müssen.

Star Wars Battlefront II hat den gesamten Ärger abbekommen, doch hat dieses mittelmäßige Spiel all die Aufmerksamkeit wirklich verdient?

Es ist eine schwierige Situation, egal wie man es dreht. Die steigenden Kosten bei der Entwicklung zwingen die Entwickler dazu, nach neuen Finanzierungsmethoden zu suchen, um überhaupt mit ihren Spielen Geld zu verdienen. Ursprünglich waren wir begeistert von der Entscheidung keinen Season Pass für Battlefront II anzubieten, aber die Alternative ist das fiese und verwirrende Loot-Kisten-System, das sich als sehr konsumentenfeindlich erwiesen hat. Wir hatten gehofft EA würde Blizzards Beispiel folgen (das Unternehmen und das rein kosmetische Bezahlmodell sind allerdings auch nicht frei von Kritik...) und wie bei Overwatch nur kosmetische Gegenstände zum Kauf anbieten, aber daraus wurde nichts.

Die öffentliche Reaktion war für den Publisher verheerend. EA hat wohl nicht mit dieser Art von Gegenwind gerechnet, die dem Unternehmen nun generell entgegenschlägt, aber sie mussten sicherlich mit etwas Widerstand gerechnet haben. Vielleicht wurde in diesem Fall vor allem auf die Zahlen geschaut und darauf aufbauend entschlossen, dass ein paar wütende Spieler auf Reddit mit Mistgabeln die Rechnung schon nicht ruinieren werden. Nach den Ereignissen der letzten Monate dürften sich die Entscheidungsträger jetzt wohl ziemlich dämlich vorkommen.

Trotz des schrecklichen Fortschrittsystems hatten wir mit Battlefront II viel Spaß und wir glauben die Situation ist nicht ganz so schlimm, wie manche Leute sie beschreiben. Natürlich wäre das Spiel trotzdem um einiges besser geworden, wenn manche Dinge anders gelöst worden wären. Die Berichte über die Zeit, die es dauern würde bestimme Charaktere freizuschalten,, wurden übertrieben (denn man würde ja schließlich eh niemals alles sammeln müssen - wozu auch) und am Ende wurde der Shitstorm zu einer Art Sport. EA ins Visier zu nehmen ist wie auf einen Fisch im Wasserglas zu schießen: Man kann nicht daneben treffen.

Blizzard stützt sich in der Entwicklung von Overwatch vollkommen auf die Skins und läuft damit seit Jahren gut. Spieler haben das Modell bereits akzeptiert.

Die sozialen Medien sind förmlich explodiert und EA steht aus allen Richtungen unter Beschuss. Die Leute sind es leid, dass ihr geliebtes Hobby immer mehr und immer aggressiver zu Geld gemacht werden soll. Es musste eine Linie gezogen werden und wo geht das besser als bei einem der größten Publisher und bei der bedeutendsten Marken in der Geschichte der Unterhaltung. Es wird Zeit, dass sich die Situation ändert und wir einem gemeinsamen Status Quo zustimmen. Und das am besten bevor eine weitere eigentlich tolle IP darunter leidet.

Sehen wir den Tatsachen ins Gesicht: Die Mikrotransaktionen werden nicht wieder verschwinden. Die Entwicklungskosten und die stete Unterstützung der Spiele nach der Veröffentlichung erfordern ein zahlendes Publikum und bei einer großen Organisation wie EA sind die Kosten enorm (ganz abgesehen von der konstanten Forderung nach Profit). Add Ons sind eine Möglichkeit diese Kosten zu decken, denn sie sind in der Produktion relativ billig, da die meiste Dinge, wie die Engine und Assets, ja bereits vorhanden sind. Es wird daher auch in Zukunft ausgelagerte Mini-Kampagnen geben, wie bei Dishonored: Tod des Outsiders oder Uncharted: The Lost Legacy.