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Generation X: Die Evolution der Xbox One

Die Xbox 360 dominierte jahrelang den Markt, doch mit dem Start der One ging es für Microsoft bergab. Wir wagen zum Start der One X einen Rückblick.

  • Text: Sam Bishop

In ein paar Wochen wird die Xbox One X erscheinen und die Erwartungen sind groß, denn sie wird als die stärkste Konsole aller Zeiten beworben. Wir haben die Konsole schon bei einigen Events erlebt und auch wenn der Performance-Sprung für einige Spieler nicht allzu offensichtlich sein dürfte, wirken 4K auf dem passenden Bildschirm wahre Wunder - ähnlich wie der Moment, als wir zum ersten Mal unsere Xbox 360 an einen HD-Bildschirm angeschlossen haben. Die Bilder sind schärfer, die Lichteffekte großartig und alles sieht einfach besser aus.

Die Xbox One war einst Kopf an Kopf mit Sonys Playstation 4

Wir wissen schon, dass die One X das kleinste Mitglied der Xbox Familie ist und trotz ihrer winzigen Größe überrascht. Sie ist mit ihrem matten Design, das die lästigen Fingerabdrücke reduziert, ziemlich schick und mit nur einem USB-Slot, zwei Knöpfen und dem Xbox Logo vorne verhältnismäßig minimalistisch. Unserer Meinung nach ist die One X die hübscheste Microsoft-Konsole, kurz vor der zweiten Generation der Xbox 360-Geräte. Aber wie kam es eigentlich zu dieser kleinen Kiste?

Fangen wir mit der Xbox 360 an. Das Teil war ein echtes Biest, gefüllt mit Klassikern wie Halo 3, Crackdown, Gears of War, Forza, Fable II und vielen mehr. Für viele Spieler war Microsofts zweite Konsole etliche Jahre lang die erste Wahl. In der Ära des „Konsolen-Kriegs" hatte Sony die vorhergehende Runde mit der extrem erfolgreichen PS2 gewonnen, aber Microsoft schlug mit der fantastischen Xbox 360 zurück und traf hart. Spulen wir vor ins Jahr 2017 - zwölf Jahre nach der Veröffentlichung der 360 erscheint Microsofts ambitionierte dritte Version der Xbox One. In nur fünf Jahren hatte sich das Antlitz komplett geändert, nun soll ein weiteres Konsolen-Update die Sache richten und der Konkurrenz das Fürchten lehren.

Es ist kein Geheimnis, dass die Xbox One keinen einfachen Start hatte. Berichte darum, dass die Spiele-Disks an die Konsole gebunden werden sollten und die im Vergleich zur Playstation 4 geringere Power zehrten sehr an den diversen PR-Abteilungen der Xbox-Division. Ein großes Problem war auch, dass die Xbox One anfangs viel Speicher für die Kinect benötigte - ein Feature, von dem die Fans nicht unbedingt begeistert waren. Als der ehemalige Xbox-Chef Don Mattrick über die ursprünglichen „Always Online"-Pläne mit der Xbox One befragt wurde, war seine Antwort: „Wir haben ein Produkt für jene, die nicht in der Lage sind irgendeine Form der Verbindung herzustellen - es heißt Xbox 360." Microsofts Game Director Adam Orth verließ die Firma, nachdem er auf Twitter „#dealwithit" unter diesen Beitrag schrieb.

Die Kinect wurde zusammen mit der Xbox One gepusht, doch niemand wollte sie nutzen.
Titenfall war kein Launchtitel für die Xbox One, konnte das erste Jahr der Konsole aber immerhin etwas aufleuchten lassen.

Das Verbindungsproblem wurde zwar irgendwann gelöst und viele Dinge nachträglich aufgrund der Kritik geändert, aber der Schaden war angerichtet. Die Reputation von Microsoft war angekratzt und die PS4 wurde zur ersten Wahl für viele Spieler; natürlich auch, weil sie mehr Power hatte. Die Reputation der PS4 blieb über die Jahre hoch und das lag nicht zuletzt an den Spielen. Seit der Veröffentlichung gab es Exklusivtitel wie Bloodborne, Horizon: Zero Dawn, The Last Guardian, Nioh, No Man's Sky, Uncharted 4: A Thief's End - und die Liste geht weiter und weiter. Qualitativ und quantitativ konnte und kann die Xbox One da nach wie vor nicht mithalten.

Der unschöne Krieg der Exklusivspiele begann gut für die Xbox One. Starke Titel wie Forza Motorsport 5, Killer Instinct und Dead Rising 3 gleich zum Start und Titanfall früh im folgenden Jahr. Microsoft hatte vielversprechend vorgelegt, während für die PS4 Titel wie Knack oder Killzone: Shadow Fall in den Ring stiegen. Microsofts Problem war eher, wie es danach weiterging, denn trotz der Rückkehr großer Namen wie Halo 5, Gears of War 4 und den jährlichen Forza-Titeln wurde Sony immer stärker bei den Spielen, nicht zuletzt auch wegen der vielen Indie-Entwickler, die gleich zum Start mit an Bord waren. Obwohl die Indie-Front einst zur starken 360 gehörte.

Nach Mattrick kam Phil Spencer. Das sollte auch eine große Veränderung der Attitüde des Xbox-Teams werden. Die gesamte Mannschaft wurden freundlicher, was nicht zuletzt durch Spencers Charme auf der Bühne erleichtert wurde, und Microsoft begann sich Fehler einzugestehen, ihre Vision zu verändern und wieder mehr auf die Spieler einzugehen. Die heutige Situation ist aber trotzdem so, dass Microsoft, trotz wachsender Verkäufe, stark hinter der PS4 herhinkt. Sie mussten etwas tun um das Blatt zu wenden und auf der E3 2016 kündigte Phil Spencer zwei Dinge an - die Xbox One S und das, was damals noch den Namen Project Scorpio trug.

Spencer hat das Gesicht der Xbox in den letzten Jahren gedreht.

Die Xbox One S war eine optisch überarbeitete Xbox One, die ja nicht gerade für ansprechende Ästhetik bekannt war. Die S verpasste dem klobigen Design einen neuen Look, eine weiße Kiste die 40 Prozent kleiner als ihr Vorgänger war und 4K und HDR unterstützte. Außerdem verschwand der riesige Stromadapter der One endlich. Es wurden 500GB, 1TB und 2TB Festplatten angekündigt - insgesamt wollte Microsoft der Konsole den nötigen neuen Anstrich verleihen und gleichzeitig neue Spieler anlocken.

Die Ankündigung wurde allerdings direkt von der Project Scorpio-Enthüllung überschattet. Eine mysteriöse Maschine, die nur mit ein paar schwebenden Platinen hinter Spencer enthüllt wurde. Es wurde von sechs Teraflops an GPU, VR-Unterstützung, acht CPU-Kernen, von einer Bandbreite mit bis zu 200GB pro Sekunde und echtes 4K-Gaming gesprochen. Eine Konsole ohne Grenzen - ein Monster. Beide Konsolen würden Teil der Xbox One-Familie sein - niemand wurde zurückgelassen. Alle Peripherie-Geräte würden an allen drei Konsolen funktionieren und alle alten und neuen Spiele ebenfalls.

Im September 2016 zog Sony nach und kündigte eine überarbeitete Version des Standardmodells an - die PS4 Slim und die etwas mächtigere PS4 Pro. Wie schon die Xbox One S, war die Slim viel kleiner, aber die inneren Werte waren identisch. Als würde das nicht reichen startete Sony im nächsten Monat mit der PSVR durch und stieg in den Virtual-Reality-Markt ein. Microsoft hielt sich bislang aus dem VR-Geschäft zurück und konzentriert sich mit HoloLens eher auf AR. Die Pro war die Konsole für all jene, die sofort mehr Power wollten. Sie ermöglichte 4K-Rendering, verbesserte VR-Performance, ein GPU-Upgrade auf 4,2 Teraflops, eine höhere CPU-Taktung und die Möglichkeit in 1080p bei 60 FPS zu streamen - große Verbesserungen im Vergleich zur Standard-PS4.

Soweit so gut, aber viele hatten das Gefühl, dass die Pro trotzdem nicht mit der Scorpio mithalten würde. Die PS4 Pro unterstützt kein Ultra-HD-Blu-ray (etwas das sogar die Xbox One S kann) und sie hat erheblich weniger Power als die Scorpio. Was allerdings für Sony spielte war die Zeit. Die Playstation 4 Pro wurde viel früher veröffentlicht - im November 2016 - und viele Entwickler veröffentlichten und veröffentlichen immer noch Patches, die die Vorteile der Konsole ausnutzen.