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Unsere schönsten Erinnerungen an die Playstation

Die Playstation feiert ihren 20. Geburtstag, wir erinnern uns an die schönsten Stunden und verlosen gemeinsam mit Sony eine streng limitierte Playstation 4.

Letzte Woche hat die originale Playstation ihren 20. Geburtstag gefeiert. Verflixt, 20 Jahre ist das schon her, dass die graue Konsole erstmals in Japan verkauft wurde - am 3. Dezember 1994. In Europa wurde die Playstation zwar erst fast ein Jahr später am 29. September 1995 zum Preis von 599 DM veröffentlicht, aber die Liebe zu dem Plastikkasten ist in Europa kein bisschen kleiner gewesen. Die Konsole eroberte die Wohnzimmer im Sturm. Ridge Racer, Wipeout, Tekken, Destruction Derby, Tomb Raider, Resident Evil - diese Spiel definierten ganz neue Erlebniswelten für die Kids. Playstation wurde seither mehr noch als der Super Nintendo oder ein Atari 2600 zum Synonym für Videospiele. Die Sony-Konsole ist quasi das Tempo-Taschentuch der Games. Wenn Eltern ihre Kinder anmeckern, sie sollen nicht so viel spielen, heißt es bis heute allzu häufig: "Mach' die Playstation aus". Dass da ein PC, eine Wii oder eine Xbox 360 stehen, realisieren viele Eltern gar nicht...

Die Sony-Konsole ist quasi das Tempo-Taschentuch der Games.

Es gibt zahllose schöne Geschichten zur Playstation. Die vielleicht lustigste zur Konsole selbst bleibt wohl, dass man japanische Importspiele auf einer europäischen Playstation spielen konnte, indem man die Klappe der Playstation mit einem Zahnstocher oder sonst wie offen hielt, ein deutsches Spiel reinwarf, den Boot-Prozess startete und danach fix im laufenden Betrieb die deutsche gegen eine japanische Disc tauschte. Danach brauchte man nur noch rudimentäre Japanischkenntnisse, um die Menüs von Biohazard zu verstehen, der japanischen Version von Resident Evil. Ein legendäres Rätselraten!

Um die Playstation zu feiern, werden wir euch in dieser Woche unsere ganz persönlichen, schönsten Momente mit der Konsole aufschreiben. Um mit euch die Freunde über 20 Jahre Spielvergnügen zu teilen, das uns Sony Jahr für Jahr geliefert hat. Noch besser: Ihr könnt mit etwas Glück eine der auf weltweit 12.300 Exemplare limitierten Playstation 4 im Look der originalen Konsole gewinnen, die es regulär nicht zu kaufen gibt und die uns Sony für die Verlosung zur Verfügung gestellt hat.

Zu gewinnen: die nicht käufliche "20 Jahre Jubiläums-Edition" der PlayStation 4

Was ihr tun müsst, um bei der Verlosung dabei zu sein? Schreibt einfach euer ganz eigenes schönstes Erlebnis mit der originalen Playstation in die Kommentare unter diesem Artikel, den wir Tag für Tag aktualisieren bis zum kommenden Sonntag. Am Montag, den 15. Dezember, schauen wir uns dann gemeinsam mit Sony die Kommentare an und küren den Gewinner, der die in unseren Augen schönste Geschichte aufgeschrieben hat. Der Rechtsweg ist natürlich bei der Verlosung ausgeschlossen.

Ach, und wenn ihr zu jung sein solltet, um ein eigenes Playstation-Erlebnis zu haben, dann fragt einfach mal ältere Geschwister, eure Eltern oder Onkels und Tanten. Irgendwer wird schon dabei sein, der mal Playstation gespielt hat. Vielleicht sogar mit euch auf den Bauch, als ihr ein Baby wart...

Den Anfang macht Martin Eiser, damals zwölf Jahre alt:
Als treuen Nintendo-Anhänger hat mich Sony erst viele Jahre nach der Veröffentlichung der Playstation mit Eye Toy und Singstar ködern können. Ich weiß aber noch genau, wie neidisch ich damals auf meine vielen Freunde war, die mit ihrer Konsole bereits in die Disc-Generation aufgebrochen waren. So merkwürdig das heute klingen mag, aber damals war selbst das Abspielen von Musik-CDs ein beliebtes Feature. Das Angebot an Playstation-Spielen war riesig, auch wenn sich bei mir anfangs fast immer nur Gran Turismo im Laufwerk drehte, um noch ein paar Hundertstel bei der Bestzeit rauszuholen.

Die Konsole brachte einen großen Umbruch in die Welt der Videospiele. Und auch wenn F-Zero X großartig war, ließen mich die kurzen Ausflüge mit Wipeout und dem dazugehörigen wummernden Soundtrack zumindest etwas daran zweifeln, ob ich die richtige Konsole besaß. Der etwas schmucklose, graue Kasten bot so viel mehr Vielfalt und vor allem die größere Auswahl an Rollenspielen, wozu auch Star Ocean, Wild Arms, Chrono Cross, Grandia und Vagrant Story gehörten. Während ich mich durch den Softwaremüll namens Holy Magic Century quälte, war die Maschine von Sony mit einem Hit nach dem nächsten gesegnet. Darüber konnten auch Nintendos hauseigenes Line-up nicht hinwegtrösten.

Kalle Max Hofmann und seine PSX
Der Kauf der Playstation war für mich erstmal ein Eingeständnis, dass ich nur schweren Herzens über mich bringen konnte. Denn als riesiger Sega-Fan musste ich damit zugeben, dass die Sony-Konsole technisch einfach besser war. Diese Kröte war aber schnell geschluckt. Und als ich die graue Kiste gerade mal ein paar Tage zuhause hatte, musste ich auch gleich noch den Rest meines Ersparten auf den Kopf hauen. Dafür holte ich mir eine gebrauchte 70cm-Glotze (ja, das war damals riesig) und außerdem das MadCatz-Lenkrad mit Pedalen. Schon fühlte ich mich mit Destruction Derby wie in meiner eigenen Spielhalle. Der Temporausch, in den mich wenig später das geniale V-Rally versetzte, war wirklich beispiellos.

Richtig wild wurde es dann aber erst im Winter 98/99. Meine kleine Schwester machte einen USA-Austausch und schickte mir auf meine Bitte hin gleich mal das sagenumwobene Metal Gear Solid sowie den Geheimtipp Parasite Eve. Beide Spiele waren bei uns noch lange nicht erschienen, im Land der unbegrenzten Möglichkeiten gingen sie schon gebraucht zum halben Preis über den Tresen. Anfang Februar bekam ich dann noch das brandneue Syphon Filter und Silent Hill von ihr und wähnte mich endgültig im Gamer-Himmel. Was diese Spiele boten, wirkte kurz davor noch technisch unmöglich. Ich konnte es kaum glauben, quasi selbst die Hauptrolle in Agenten- und Gruselfilmen spielen zu können. Diese Erlebnisse gehören locker zu den Besten meiner inzwischen schon über 30-jährigen Zockerlaufbahn.

Christian Gaca und Lara Croft in Göttingen
Ich studierte rund um den Verkaufsstart der PS1 in Göttingen, der damaligen Hochburg der politischen Korrektheit - und zwar Politikwissenschaft, Publizistik sowie Wirtschafts- und Sozialpsychologie. Lara Croft war meine Heldin im Kampf gegen StudentInnnen, die überall ein großes I haben wollten. Den einzigen Großbuchstaben, den ich mitten im Wort akzeptierte, war ein großes S - und zwar im Markennamen der PlayStation. Gemeinsam mit meinen Studienfreund Oliver W. aus H. spielte ich abendelang mit der schönen Archäologin, die uns beide verzauberte. Sie war schlau, hübsch, gleichzeitig kompromisslos brutal und machte den schönsten Handstand der Welt an jeder Absprungkante.

Ich träumte oft von Lara und davon, wie sie in mein Psychologieseminar über den ersten Eindruck reinstürmt, ihre beiden Knarren zückt, an die Decke ballert und mich aus der Lethargie der von spaßbefreiten StudentInnen dominierten Ödnis Göttingens befreit. Irgendwie hat sie es auch geschafft, denn kurz vor der Zwischenprüfung habe ich Göttingen und diesem Studium den Rücken gekehrt. Irgendwie vielleicht auch, weil mich Lara glauben ließ, dass da draußen andere Abenteuer warten als Bananentee trinken in der Diskussionsrunde über das kommende Referat.

Lee West und die RGB-Kabel-Softwarepiraten
Es ist nicht meine liebste Geschichte, aber sie ist tief in mein Gehirn eingebrannt. Ihr habt vielleicht davon gehört, dass die PS1 ursprünglich eine Art CD-Laufwerk für das Super Nintendo werden sollte. Aber Nintendo entdied sich kurzfristig gegen das Joint-venture mit Sony und zog sich überraschend zurück. Damit haben sie unbeabsichtigt ihren größten Konkurrenten erschaffen. Ich arbeitete damals in einem Gamesladen und habe live erlebt, wie die Softwarepiraten die Macht übernahmen auf der Playstation 1.

Nintendos Angst vor dem CD-Medium war nämlich nicht unbegründet. Softwarepiraten knackten bald die Sicherung von Sonys schwarzen PSX-Scheiben und bald wurden mehr RGB-Kabel im Laden verkauft als Games Die RGB-Kabel brauchte man, um kopierte Spiele zum Laufen zu kriegen. Der Umsatz mit Playstation-Games ging auf Tauchfahrt, brach quasi über Nacht auf ein Zehntel des normalen Wertes ein. Wobei das Gros der Einnahmen nun, ihr ahnt es wohl, mit dem Verkauf von RGB-Kabeln gemacht wurden. Die Playstation wurde zur Konsole, um kostenlose Spiele spielen zu können. Sony zementiert sich auch als erste Massenkonsole im kollektiven Gedächtnis der Gesellschaft - auch wenn das natürlich überhaupt nicht stimmt.

Stefan Briesenick und ein gewaltiger Tyrannosaurus Rex
Wenn ich mich an die alte Playstation zurückerinnere, dann muss ich immer auch an Lara Croft denken. Ich glaube, ich war gerade acht Jahre alt, als ich bei meinem Onkel Tomb Raider spielen durfte. Neben der Erforschung von Höhlen und alten Tempelanlagen musste ich mich damals mit wilden Tieren und der komplizierten Steuerung herumärgern. An einer Stelle sollte ich einen gewaltigen Tyrannosaurus Rex bekämpfen, doch ich war unerfahren und ein gefundenes Fressen für den König der Dinosaurier. Der T-Rex hat mich einfach verspeist, und das war zu der Zeit verhältnismäßig gewalttätig. Meine Eltern verboten mir daraufhin, das Spiel weiterzuspielen. Diese Situation symbolisierte zwar den Abbruch meiner Session, doch es war noch nicht das Ende meiner archäologischen Berufslaufbahn.

Heute bin ich um einige Erfahrungen reicher und doch weiß ich noch immer nicht, wie Tomb Raider ausgeht. Da ich nie die Gelegenheit hatte, eine originale Playstation zu besitzen, konnte ich das Spiel leider nie zu Ende bringen. Irgendwann zerschrammte mein Onkel das Game versehentlich und machte die Disk dadurch unbrauchbar. Als letzte Alternative blieb mir nur noch die PC-Version, doch das war nicht dasselbe. Ich finde einfach, dass ein altes Spiel unfassbar viel Atmosphäre einbüßt, wenn beim Spielen keine Nostalgie aufkommt. Und manchmal gehören dazu eben auch die alten Röhrenfernseher und die nervigen Laufwerksgeräusche einer eingestaubten Konsole.

Morgen schreibt der nächste, also unbedingt Lesezeichen setzen und einfach nochmal vorbeischauen!