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Vorschau

Grand Theft Auto V

Die Rockstar-Hypemaschine läuft an. In London gab es endlich erste echte Spielszenen aus GTA V, die einen Geniestreich in Aktion zeigen.

Fragt man einen beliebigen Grand Theft Auto IV-Fan, was seine Lieblingsmission war, wird er vermutlich antworten: Three Leaf Clover. In der galt es, eine mit dem Vermögen der Mafia gefüllte Bank auszurauben und sich dann auf der Flucht vor der Polizei den Weg durch die Straßen und den Untergrund frei zu ballern. Kugelhagel und Sirenengeheul im Einklang mit den am Straßenrand explodierenden Autos, herrlich. Einer dieser unvergesslichen Momente im Spiel, ein echter Höhepunkt - und vermutlich ist es gerade deshalb diese Mission, an die sich die meisten Fans noch sehr genau erinnern.

Wem Three Leaf Clover auch so gut gefallen hat, für den haben wir heute eine gute Nachricht: Die dahinter steckende Idee des perfekten Banküberfalls spielt auch in Grand Theft Auto V eine zentrale Rolle. Dabei geht es allerdings nicht um den einen großen Coup, sondern eher um eine Vielzahl von ihnen. Neu hinzu kommt: Die Aktionen müssen sowohl geplant, vorbereitet als auch ausgeführt werden. Der mögliche Erfolg ist dabei vollkommen von uns abhängig. Wir können mit einem Druck auf die Schultertaste die Eingangstür eintreten oder versuchen, ins Gebäude zu schleichen. Es geht sogar so weit, dass wir wählen, ob wir den Coup alleine oder gemeinsam mit den zwei anderen Hauptcharakteren abschließen oder gar einen weiteren Gehilfen anheuern. Dann müssen natürlich extra Kosten und Kompetenzen einkalkuliert werden.

Nun aber erstmal einen Schritt zurück, um einen Blick auf das Gesamtkonzept zu werfen. Grand Theft Auto V spielt in Los Santos, Rockstars Version von Los Angeles, und der sich darüber hinaus erstreckenden Region Blaine County. Neben Steppe und hohen Bergen werden wir auf dem Land sogar in windigen Canyons auf Erkundungstour gehen. Das gesamte Gebiet breitet sich auf einer Fläche aus, die größer ist als die Spielwelten von GTA IV und Red Dead Redemption zusammen.

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Glaubt man Rockstar, wird auch dieses GTA wieder bis zum Rand mit Nebenmissionen vollgestopft sein.

Die in London präsentierte Demo-Version entführt uns nach Blaine County. In der Rolle des schwarzen Gangsters Franklin finden wir uns auf dem Rücksitz eines Helikopters wieder und stehen kurz davor, mit dem Fallschirm in die Tiefe zu springen. In der Ferne ist schwach die Silhouette von Los Santos erkennbar. Unter uns erstrecken sich Berge, Flüsse und der Strand. Von der Militärbasis in der Nähe, nur einer von vielen Flughäfen im Spiel, hebt gerade eine große Frachtmaschine ab.

Auf dem Weg zum Boden schwebt Franklin vorbei an Greifvögeln, Berglöwen und anderen Tieren, die in der Landschaft unter uns ihrem Leben in der Wildnis nachgehen. Auf den kurvigen Straßen und Waldwegen, die sich durch das idyllische Gebiet ziehen, treffen wir nach der Landung auf Fischer und Wanderer, die natürlich kleine Aufgaben für uns haben. Glaubt man Rockstar, wird auch dieses GTA wieder bis zum Rand mit Nebenmissionen vollgestopft sein. Allerdings gibt es natürlich Neuerungen - eine bekommen wir gleich zu sehen. Mit Tauchermaske und Sauerstoffflasche ausgerüstet erkunden wir nämlich nun auch den Meeresboden. Dort gibt es nicht nur versunkene Containerschiffe zu bewundern, sondern auch gefährliche Haie.

Es gibt mit Michael, Franklin und Trevor drei sehr unterschiedliche Hauptcharaktere im Spiel und außerhalb der Hauptgeschichte dürfen wir frei zwischen ihnen wechseln. Haben wir uns für einen Antihelden entschieden, erkunden die anderen beiden autonom die Spielwelt und gehen dabei Tätigkeiten nach, die zu ihrer Persönlichkeit passen. Die Unterschiede zwischen den Charakteren sind enorm und das bekommen wir gleich zu spüren, als wir vom Autonarr und Adrenalinjunkie Franklin in die Rolle des Drogen konsumierenden und verkaufenden Trevor wechseln.

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Es wird sofort deutlich wird, dass der lebendige, satirische Rockstar-Humor nichts von seiner perfektionierten Schärfe verloren hat.

Der ekelige Typ erwacht gerade mit einem ordentlichen Kater am Strand und trägt nichts bis auf seine Unterwäsche und Schuhe. Dafür ist seine Brust mit Blut bedeckt und um ihn herum liegen die Körper der entweder toten oder nur bewusstlosen Bikergang, mit der Trevor in der Vergangenheit offenbar den einen oder anderen Konflikt hatte. Mehr erfahren wir noch nicht über ihn, aber scheinbar ist das für den früheren Kampfflieger der völlig normale Beginn eines Morgens.

Deshalb springen wir weiter zu Michael, dem Dritten im Bunde. Er ist ein ehemaliger Bankräuber, der sich zur Ruhe gesetzt hat. Leider ist er gefangen in der Ehe mit seiner Frau, die er aber nicht liebt und zwei Kindern, die ihn nicht lieben. Er stirbt quasi vor Langeweile und besucht regelmäßig einen Psychotherapeuten, der aussieht wie Nicolas Cage. Das erste Mal treffen wir ihn in Vinewood, wo sofort deutlich wird, dass der lebendige, satirische Rockstar-Humor nichts von seiner perfektionierten Schärfe verloren hat. Auf den Straßen gibt es ein Wiedersehen mit den Figuren der Republican Space Rangers, die in GTA IV über die Bildschirme flimmerten und wir treffen auf ihren neuen liberalen Gegenspieler, den Superhelden Impotent Rage. Großartig!

Ähnlich wie in Red Dead Redemption läuft Michael in ein dynamisches Spielereignis, als er auf eine lauernde Gruppe Paparazzi trifft. In einer Seitengasse die Straße runter bittet uns ein Filmstar darum, die Bande los zu werden. Weil Michael ohnehin gerade etwas Ablenkung gebrauchen kann, springt er hinter das Lenkrad seines Wagens und flößt den Fotojägern erst den nötigen Respekt ein und fährt dann die Filmdiva nach Hause.

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Die Grafik ist teils wunderschön, kann aber mit der Optik moderner PC-Spiele nicht mehr konkurrieren.

Jede Hauptfigur hat ihren eigenen Freundeskreis, eigene Geschäftskontakte, Immobilien, Interessen und so weiter. Sie haben auch ihre eigenen Fähigkeitswerte. Die beinhalten neben Kategorien wie Fliegen, Schießen und Fitness auch die Sicherheit hinter dem Lenkrad und unterscheiden sich abhängig vom Charakter. Trevor ist beispielsweise ein wesentlich besserer Pilot als die anderen beiden, Franklin dafür sicher unterwegs auf vier Rädern und Michael hat das beste Gespür am Abzug. Durch die enorme Anzahl an Nebenmissionen können diese Werte weiter trainiert werden. Dass sich das lohnt sieht man spätesten, als Michael in den Helikopter steigt, um uns zum nächsten Coup zu bringen.

Vorher noch schnell ein kurzer Blick auf die besonderen Fähigkeiten der einzelnen Charaktere: Michael kann ähnlich wie Max Payne die Zeit verlangsamen, ist dabei allerdings wesentlich unakrobatischer als sein Vorbild. Franklin verlangsamt die Zeit, wenn er fährt und führt so halsbrecherische Manöver im Straßenverkehr aus, die andernfalls gar nicht möglich wären. Trevor schließlich teilt mehr Schaden aus und steckt weniger ein. Unbegrenzt dürfen wir von diesen Spezialfähigkeiten aber keinen Gebrauch machen, denn sie müssen sich nach dem Einsatz erst wieder regenerieren.

Nun aber zurück zu den Banküberfällen. Wie erwähnt müssen die vor ihrer glorreichen Ausführung zunächst gut geplant werden. Wir müssen uns um die nötigen Waffen, das Material und die Werkzeuge kümmern und beispielsweise weitere Mittäter anheuern. Meistens wird das bereits halbautomatisch durch die vorangegangenen Missionen erledigt. Trotzdem: Die Auswahlmöglichkeiten sind umfangreicher als in jedem vorherigen GTA. Das zumindest verspricht Rockstar und wir müssen es erst einmal so hinnehmen, denn zu sehen gab es in der Demo keinen einzigen Bankraub. Allerdings haben wir uns auf eine Mission begeben, die ganz ähnliche Strukturen aufweist.

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Alle drei Charaktere haben besondere Fähigkeiten und können die Zeit verlangsamen.

Unsere drei Anti-Helden haben gemeinsam den Entschluss gefasst, einen Geldtransporter zu überfallen. Durch frühere Aufgaben hat sich die kleine Gruppe bereits Zugang zu großen Trucks, Overalls, Masken und Waffen verschafft. Nun zum Plan: Vom einem Turm aus hält Trevor Ausschau nach dem Ziel, Michael blockiert die Straße mit einem Mülltransporter und Franklin muss den Transporter sabotieren und mit Hilfe des umfunktionierten Abschleppwagens aufhalten. Während der Mission können wir zwischen den involvierten Teammitgliedern wechseln. Teilweise übernimmt das auch automatisch das Spiel für uns, wenn es das Gameplay notwendig macht.

Begonnen haben wir unsere Mission mit Michael, der den Mülltransporter vom Gelände zum geplanten Tatort fährt. Sofort wechselt die Perspektive zu Trevor, der auf seinem Turm sitzt und auf den Geldtransporter in der Ferne wartet. Als der endlich anbraust, wechseln wir zu Franklin, mit dem wir den Truck in den Weg des Gefährts rollen. Schnell wird noch eine Bombe im Fahrzeug platziert. Als das Spektakel startet, greift sich der vom Computer gesteuerte Michael die ersehnte Beute.

Schon kurze Zeit später erreicht die Polizei den Ort des Geschehens. Was nun entbrennt, ist ein Schusswechsel aus dem Lehrbuch. Während wir mit Franklin Deckung suchen, eilt Michael - immer noch gesteuert vom Computer - die Treppen hinauf, um sich einen Vorteil zu verschaffen. Immer wieder wechseln wir nun zwischen den beiden Charakteren und nutzen den Wechsel von Deckung und höher gelegener Position. Aus dem Tal nähert sich nun leider noch ein SWAT-Team. Während Franklin automatisch die Stellung hält, stürzen wir in rasender Hast mit Michael ins Tal, um dort aufzuräumen. Als sich auch noch Scharfschützen bemerkbar machen, wechseln wir zu Trevor. Von dessen Turm aus schalten wir die Gegner mit Hilfe unseres eigenen Scharfschützengewehrs aus. Mit dem Raketenwerfer geht es dann noch dem Polizeihubschrauber und einigen Fahrzeugen an den Kragen. Zurück im Körper von Michael nehmen wir uns dann die verbliebenen Polizisten vor.

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Vor dem Coup müssen wir uns um die nötigen Waffen, das Material und die Werkzeuge kümmern und beispielsweise weitere Mittäter anheuern.

Als sich die Gelegenheit bietet und der Druck der Polizei kurzzeitig nachlässt, nutzen wir den Moment zu Flucht. Wir wechseln zu Franklin, der in den Müllabfuhrwagen hüpft. An einem ruhigen Ort vernichten wir den letzten Beweis, der uns mit dem Überfall in Verbindung bringt, mit einer Handgranate. Mission abgeschlossen.

Sieht man das Geschehen das erste Mal in Action ist sofort klar: Hier ist Rockstar tatsächlich ein Geniestreich gelungen. Die Möglichkeit, während des laufenden Gefechtes zwischen den einzelnen Charakteren zu wechseln, erweitert das Gameplay der GTA-Serie - vielleicht gar des gesamten Genres - um eine neue taktische Tiefe, die es so vorher noch nicht gegeben hat. Auch die Steuerung beim Schießen wurde ganz offensichtlich verbessert: Die Kamera ist weiter hinten positioniert und ermöglicht uns so einen besseren Überblick. Außerdem färbt sich das Fadenkreuz rot, wenn wir es auf einem Gegner positionieren und ein kleines X markiert den Ort, an dem wir unserem Gegner das Leben ausgehaucht haben.

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Nachdem ich selbst erlebt haben, wie einfach und effektiv das Wechseln in dieser kleinen Mission funktioniert, kann ich mir gut vorstellen, wie großartig die großen Coups werden könnten. Immerhin folgen die einem ähnlichen Prinzip, bieten nur von allem noch etwas mehr: schwierigere Aufgaben und eine größere Freiheit selbst zu entscheiden, wie das Vorgehen aussehen wird.

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Sieht man das Geschehen das erste Mal in Action ist sofort klar: Hier ist Rockstar tatsächlich ein Geniestreich gelungen.

Große Überfälle versprechen außerdem ein größeres Einkommen und mit dem können wir, anders als noch in Grand Theft Auto IV, tatsächlich etwas anfangen. Investiert wird der neuerworbene Reichtum zum Beispiel in neue Häuser und Geschäfte, die uns wiederum weiteres Einkommen sichern. Auch schön: Mit dem nötigen Kleingeld hübschen und rüsten wir unsere Fahrzeuge auf. Schnell brauchen wir eine größere Garage sowie Landeplätze und Andockstellen für unsere Boote und Flugzeuge.

Natürlich dürfen wir auch neue Klamotten, Frisuren und Tattoos kaufen. Allein die unterschiedlichen Texturen dafür nur für Franklin sind umfangreicher als die aller Fußgänger in Grand Theft Auto: San Andreas zusammengerechnet. Die letzten Dollar fließen dann noch in Erweiterungen für unsere Waffen, etwa in Schalldämpfer oder größere Magazine.

Rockstar selbst beschreibt Grand Theft Auto V als den Höhepunkt aller vorangegangenen Spielerfahrungen des Studios - auf der aktuellen Konsolengeneration. So hat Max Payne die Mechaniken der Feuergefechte und Midnight Club die Fahrphysik beeinflusst. Die Geschichte, die Erzählweise und die lebendigen Umgebungen ziehen ihre Inspiration dagegen aus Red Dead Redemption. Das Ergebnis ist schlicht beeindruckend.

Grand Theft Auto V
Auch schön: Mit dem nötigen Kleingeld hübschen und rüsten wir unsere Fahrzeuge auf. Schnell brauchen wir eine größere Garage sowie Landeplätze und Andockstellen für unsere Boote und Flugzeuge.

Allerdings gibt es eine Ausnahme: die Grafik. Es ist nicht so, dass Grand Theft Auto V jetzt direkt hässlich wäre. Eher im Gegenteil: Es ist gerade in Bezug auf die Licht- und Physikelemente detaillierter als seine Vorgänger. Die Konsolen sind aber mittlerweile schon etwas in die Jahre gekommen und selbst in den professionellsten Händen reicht ihre Grafik nicht mehr an die Leistung eines aktuelle PC heran. Was wir zu sehen bekamen war ein grafisch großartiges Playstation 3-Spiel - mehr aber auch nicht.

Zwangsläufig führt das natürlich zu der Frage, ob der Titel auch für die nächste Konsolengeneration und vielleicht auch den PC erscheinen wird? Doch genau dazu wollte Rockstar immer noch nichts verraten. Offiziell erscheint Grand Theft Auto V noch immer für PS3 und Xbox 360. Und langsam muss man wohl tatsächlich die Hoffnung aufgegeben, dass dieses Spektrum noch erweitert wird. Vielleicht zieht Microsoft am 21. Mai noch ein Ass aus dem Ärmel ... wer weiß?

Derzeit poliert das gesamte Team bei Rockstar Grand Theft Auto V noch ordentlich auf. Weder die Arbeiten an der Synchronisation noch am Soundtrack sind abgeschlossen. Gesprochen wir derzeit auch über einen neuen Ansatz für den Multiplayer - doch auch dazu wird es erst irgendwann später mehr Informationen geben.

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