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Life is Strange: Before the Storm

Life is Strange: Before the Storm

Wir haben Life is Strange: Before the Storm angespielt und einen ersten Eindruck davon bekommen, was im Prequel thematisiert wird.

  • Text: Sam Bishop

Auf der E3 wurde der Nachfolger von Dontnods Life is Strange angekündigt, der nicht Max sondern Chloe in den Fokus des Geschehens stellt. Außerdem, und das ist mehr als eine Randnotiz, steht nicht der Entwickler des Originals in der Verantwortung, sondern die Leute von Deck Nine. Im ersten Gameplay-Trailer sahen wir, wie sich Chloe alleine auf ein Konzert schleicht und genau diesen Abschnitt durften wir neulich in London selbst anspielen.

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Die Sequenz hat einen schönen ersten Eindruck davon vermittelt, welche Optionen uns zur Verfügung stehen, während wir die Welt erkunden. Ähnlich wie Dontnod hat Deck Nine das Spiel so gestaltet, dass mir uns viele Dinge ansehen und mit ihnen interagieren dürfen. Wenn wir die Handbremse im Wagen eines T-Shirt-Verkäufers anziehen, können wir ein T-Shirt stehlen und entdecken dabei knapp 200 Dollar. Auch das Geld kann hier seinen Besitzer wechseln, was natürlich folgenschwere Entwicklungen haben wird. In der kurzen Demo haben sich zwar noch keine ernsthaften Konsequenzen gezeigt, aber wie wir aus dem ersten Spiel wissen, sorgt diese Mechanik für einen gewissen Wiederspielwert - gerade weil die Konsequenzen ja völlig unerwartet ausfallen.

Auf unserer Erkundungstour mit Chloe am Veranstaltungsort trafen wir auch auf das bekannte Gesicht von Frank Bowers, der uns mit Gras versorgt, nachdem wir ihm die gestohlenen 200 Dollar zustecken (Chloe hatte noch Schulden bei Frank). Rachel, die relativ häufig im PR-Material für das Spiel auftaucht, ließ sich ebenfalls blicken, nachdem wir aus Versehen unseren Drink auf Jemanden verschütteten. Es kommt es zum Streit, Rachel sorgt für Ablenkung und wir können nach einem gezielten Tritt in die Weichteile des wütenden Konzertbesuchers flüchten.

Rachel ist der mystische Charakter aus dem ersten Spiel. Alle sprachen über das vermisste Mädchen und sie war eine wichtige Bezugsperson für Chloe. Die Entwickler wollen eine Geschichte darüber erzählen, wie es ist wenn eine besondere Person in unser Leben tritt und sich alles verändert. Chloe leidet unter dem Verlust ihres Vaters und darunter, dass ihre beste Freundin Max einfach weg ist. Sie entfernt sich immer weiter von ihrer Mutter und Rachel wird zu einem Katalysator, mit dem sie aus ihrem aktuellen Leben ausbrechen will. Es ist aber nicht so, dass hier jemand dem anderen hinterherrennt, beide werden gegenseitig ihre Leben verändern.

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Während wir Chloes inneren Monologen lauschen, wird deutlich, dass sie ein verängstigter Teenager ist. Sie hat weniger diese „Scheiß auf das System"-Attitüde aus dem Erstling, ist dafür aber noch unsicherer und lässt sich schon heute von Niemandem mehr etwas sagen. Chloe ist genau wie wir sie in Erinnerung haben: rebellisch, unvorsichtig und ein kleiner Draufgänger. In unseren fünfzehn Minuten konnten wir stehlen, Graffitis sprühen und Leute blöd anmachen - das unterscheidet sich alles sehr von den Interaktionsmöglichkeiten, die Max im ersten Teil zur Verfügung standen. Das merken wir übrigens auch während der inneren Monologe, die einen wesentlich zynischeren Blick auf die Welt haben.

Den zweiten Abschnitt der Präsentation durften wir nicht selbst spielen. Gezeigt wurde der Tag nach dem Konzert, der in Chloes unaufgeräumten Zimmer beginnt. Überall liegen Klamotten verstreut und doch der Anspieler entscheidet sich für das gestohlene T-Shirt vom Vorabend. Chloe schüttelt sich, als sie von ihrer Mutter hört, dass ihr Stiefvater sie heute zur Schule bringt, doch bevor Chloe das Haus verlässt, bekommen wir noch die provisorische Führung durch die eigenen vier Wände.

Auf dem Konzert wurde Chloes Persönlichkeit gezeigt und es ging laut zu, hier in der Wohnung ihrer Mutter zeigt sich das ruhige tagtägliche Leben, bei dem immer viel Traurigkeit mitschwingt. Chloe läuft jeden Tag den an Collage-Fotos ihres Vaters vorbei und fragt sich, wann die jemals abgehangen werden. Durch diese Verletzlichkeit bauen wir eine überzeugende Beziehung zu Chloe auf. Chloe ist nicht Max und kann auch nicht die Zeit zurückspulen. Sie hat einen anderen Charakter und reagiert viel impulsiver, die Entwickler sind der Meinung, das hätte einfach nicht zu ihrem Typ gepasst. Das Übernatürliche wird sich im Nachfolger nicht durch Kräfte zeigen, die der Spieler direkt kontrollieren kann.

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Wenig später treffen wir David. Er hat sich kaum verändert, selbst sein Haarschnitt und Schnurrbart sind gleich geblieben. Wir erleben hier die Anfänge der Beziehung der beiden und die Atmosphäre ist sehr angespannt. Einige neckische Bemerkungen später müssen wir ihm dabei helfen, das Auto zu reparieren. Chloe wird hierbei klar, dass der Werkzeugkasten ihres Vaters längst weggeworfen wurde. Nachdem der Wagen wieder zum Laufen gebracht wurde, können wir auf David eingehen und das ist ein Indiz dafür, dass wir die Beziehung zu ihm aktiv beeinflussen können. Gleichzeitig wird damit angedeutet, dass auch Neulinge genug Gelegenheit bekommen, die ihnen unbekannten Figuren aus dem ersten Teil kennenzulernen.

Wir kennen nur zwei kurze Abschnitte vom Anfang des Spiels, aber Life is Strange: Before the Storm soll ein ähnliches Erlebnis werden, wie sein Vorgänger. Es wird nur drei Episoden geben, aber das muss nicht unbedingt etwas über die Länge aussagen. Nachdem wir sowohl die lebendige Seite von Chloe, sowie ihr problematisches Leben zuhause gesehen haben, sind wir gespannt darauf, was die erste Episode zu bieten hat. Awake heißt die und wird am 31. August für PC, PS4 und Xbox One erscheinen. Für Fans gibt es viel zu entdecken, aber auch Neulinge werden sich an der Geschichte über die frühen Tennager-Jahre von Chloe erfreuen.