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Ghost Recon: Wildlands

Wir haben einen knapp dreistündigen Ausflug nach Bolivien gemacht, um alleine und im Koop einen absolut schmerzfreien Drogendealer zu jagen.

Am Ende der knapp drei Stunden Anspielzeit mit Ghost Recon: Wildlands dominieren Frustration und Freude. Ersteres, weil mit einen zufällig zusammengewürfelten Team im Koop kaum ein sinnvolles Spielerlebnis machbar ist. Andauernd stirb geht man drauf, irgendwer prescht immer vor und "versaut" den Stealth-Angriff. Also muss die Brechstange sprechen und es wird geballert, bis der Mitspieler zum Wiederbeleben vorbeischaut. Geht auch, ist auch nicht total doof, aber die Freude, die ist an dieser Stelle nur ein Gefühl in der Zukunft. Aber ein deutlich spürbares. Denn Ghost Recon: Wildlands mit drei guten Freunden wir reichlich Spaß machen wird, wenn man die Story im Koop mit ihnen durchspielt. Geht auch alleine, ist auch dann kein bisschen schlecht. Aber dieses Spiel schreit jede Sekunde: Spiel mich mit gemeinsam mit echten Menschen in der offenen Welt der vielen Möglichkeiten.

Das Setting ist ziemlich düster, aber ideal für jemanden, der mit großer Freunde zwei Staffeln Narcos auf Netflix verschlungen hat. Das Spiel bringt uns im Jahr 2004 als Ghost-Spezialsoldaten nach Bolivien, um das Santa-Blanca-Kartell und seinen ebenso ruch- wie skrupellosen Anführer El Sueño auszuradieren. Der ist ein bitterböser Narco-Terrorist, ein "Plata o Plomo"-Mann mit einem Gesichtstattoo, das eine deutliche Sprache spricht. El Sueño will ein Land der Drogen. Und ihm ist jedes Mittel recht. Klar, dass die USA sich das nicht gefallen lassen, sind ja die U.S. of A. und damit die Weltpolizei.

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Die angespielte PS4-Version sah jetzt nicht bombastisch gut aus, aber für ein Open-World-Spiel ging das alles völlig okay.

Also wird eine Spezialeinheit reingeschickt, die es offiziell gar nicht gibt. Anfangen müssen sie mit dem Auftrag, die Leiche von Ricardo "Ricky" Sandoval zu holen, einem DSA-Agenten, der gefangen und knapp zwei Tage am Stück gefoltert wurde vor seiner Hinrichtung. Wir lernen noch schnell, dass im Blanca-Bolivien alle inklusive des Präsidenten korrupt sind sind und treffen den Führer der Kataris-Rebellen, der zum Wegbegleiter werden kann oder nicht. die Unidad-Special-Force wird als Geheimpolizei ziemlich sicherlich nicht zum Freund. Nach dem Deal des Präsidenten ging das land in Flammen auf. Wir müssen sie Santa Blanca nun Stück für Stück auseinander nehmen. Und El Sueño ist das finale Ziel der Operation Königsmörder.

Cooles Setting also, und schnell wird klar, dass die Zwischensequenzen gut gemacht sind und das triste, bedrohliche Gefühl hervorragend transportieren. In den kleinen Dörfern im Spiel kann man die Angst spüren, wenn ein Mitglied von Santa Blanca aktiv wird. Und auch bei den Figuren, die wir im Rahmen der Story begegnet sind, dominierte Ekel und Erstaunen darüber, zu was Menschen in der Lage sind, wenn der Preis stimmt. Da ich mir vor Spielstart eine Spielfigur im Charaktereditor zusammenbauen darf, sehe ich auch, dass diese Figur exakt so auch in allen Zwischensequenzen agiert, komplett inklusive der gewählten Ausrüstung. Die angespielte PS4-Version sah jetzt nicht bombastisch gut aus, aber für ein Open-World-Spiel ging das alles völlig okay. Die Weitsicht verschwamm immer mal wieder im Nebel und mit einploppenden Texturen und Objekten muss man leben, aber das Gesamterlebnis passt. Insbesondere tagsüber bei Sonnenschein ist die Welt wirklich hübsch. 21 Regionen und 11 Ökosysteme verspricht Ubisoft - und 26 große und kleine Bosse zum Abservieren auf der Jagd nach El Sueño.

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Gespielt haben wir nur in Itacua, einem der ersten Bereiche des Spiels, und Montuyoc, einem der späteren und anspruchsvolleren Gebiete. Beide Regionen sahen jedoch sehr ähnlich aus. Sie waren staubig, felsig und sandig, gelegentlich gab es Regenwald. Ich bin mit dem Helikopter losgeflogen und habe ein bisschen weiter geschaut, aber es blieb (wohl der Kürze der Anspielsession geschuldet) optisch sehr homogen. Aber die Welt ist so angelegt, dass wir Höhlensysteme betreten können ebenso wie so ziemlich jedes Gebäude. Und es gibt wirklich viele, zum Teil hohe Berge. Und Ubisoft verspricht, in Ghost Recon: Wildlands die größte Weltkarte umzusetzen, die sie je in einem Shooter verwirklicht haben.

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Jeder Spieler kann sich sein Loadout auf den eigenen Spielstil zuschneiden - schon die Vorauswahl ist riesig.

Das Gameplay ist sehr variabel und flexibel, erlaubt einem große Freiheiten. Man kann ganz leise anschleichen, die Drohne auspacken und das Zielgebiet auskundschaften. Gegner lassen sich markieren, um Laufwege zu analysieren und sie nach und nach auszuschalten. Spielt man alleine, hat man drei KI-Kollegen dabei, die auf vier einfache Kommandos hin aktiv werden. Sie greifen an, halten die Stellung, ihre Aktionen wirken durchdacht und ergeben Sinn. Die Gegner-KI indes macht immer wieder wirre Dinge, was dazu führt, dass man gelegentlich einiges an Kanonenfutter vor die Knarre kriegt. Da wird unverblümt aus der Deckung gerannt oder reglos hinterm Fenstersims ausgeharrt. Da muss auf jeden Fall noch optimiert werden.

In einem umfangreichen Fähigkeitenbaum kann man die eigenen Fähigkeiten und die von so einigen "Spielzeugen" verbessern mit erspielten Erfahrungspunkten. Waffen, die Drone, diverse Items sowie die eigene physische Leistungsfähigkeiten lassen sich in diversen Parameter ausbauen, dazu die Stärke der Zusammenarbeit mit Fraktionen in Bolivien.

Und auch die Waffen lasssen sich in einem separaten Waffen-Editor pimpen und damit zusätzlich verbessern. Jeder Spieler kann sich sein Loadout auf den eigenen Spielstil zuschneiden - schon die Vorauswahl ist riesig. Vom leisen, schlauen Sniper bis zum MG-Irren ist alles machbar - und das Spiel erlaubt es auch, allen Geschmäckern intensiv nachzugehen. Allerdings ändert sich das Erlebnis dadurch natürlich. Wobei das ohenhin sehr unterschiedlich ausfallen dürfte.

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Man kann mit Cross-Motorrad, Jeep, Lkw oder Kampfpanzer fast überall lang rasen, nicht ganz wie bei Forza Horizon 3, aber fast.

Die Karte der Spielwelt ist nach kurzer Zeit vollgepackt mit Optionen. Man kann der Story folgen und hat selbst hier die freie Auswahl, welchen Unterboss man zuerst anpacken will. Es bleibt, wie für Ubisoft-Spiele typisch, anfangs ein Gefühl aus Überwältigung und Überforderung. Nett ist, dass man sich mit Hilfe der richtigen Fraktionen im Spiel, auf deren Seite man sich schlägt, jederzeit eine Helikopter oder Fahrzeuge liefern lassen kann, um die teils erheblichen Distanzen im sehr bergigen Hinterland zu überbrücken. Man kann mit Cross-Motorrad, Jeep, Lkw oder Kampfpanzer fast überall lang rasen, nicht ganz wie bei Forza Horizon 3, aber fast. Realistisch ist das jedenfalls nicht, dafür bringt es Laune.

Die angespielten Missionen waren indes eher generischer Natur, ihre Rahmenhandlung dafür toll erzählt. Im Team ballern wir uns in ein Camp, dass sich auch leise hätte infiltrieren lassen. Wer sich abspricht, koordiniert Headshots und bleibt unbemerkt, bis die Zielperson ausgefragt und danach eingesackt wird. Man kann sich fragen, zu welcher Tageszeit es sinnvoller ist, anzugreifen. Das Team und man selbst verfügt über Nachtsichtgeräte und Thermosensoren. Auch der Anfangspunkt und die Wege sind frei wählbar. Man kann auch versuchen, alle Gegner zu umschleichen und nur die Zielperson auszuschalten. Es ist da jedenfalls ein ganz besonderes Gefühl von Strategie und Taktik, ganz so wie bei Metal Gear Solid V: The Phantom Pain. Selbst das Wetter spielt eine Rolle bei den Einsätzen in der gewaltigen offene Welt von Bolivien. Da kann man stundenlang herumirren - und natürlich gibt es viele kleine und große Geheimnisse und Nebenmissionen jenseits des großen Ziels. Und ganz persönlich freue ich mich sehr auf Ghost Recon: Wildlands - als GRAW-Veteran und Fan von gut gemachten Koop-Games.

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