Transformers: Untergang von Cybertron
Transformers muss man lieben. Als Kind der 1980er sowieso und auch deshalb, weil es eine der wenigen Lizenzen ist, die immer wieder gute Videospiele hervorgebracht hat. Transformers: Untergang von Cybertron ist eines davon, das steht nach unser intensiven Anspielsession der Kampagne eindeutig fest.
Die Autobots müssen Cybertron verlassen, weil der Planetenkern kollabiert. Ihre Heimat kann kein lebensnotwendiges Energon mehr produzieren. Ihre Heimat ist fertig, der Krieg verloren. Die Transformers müssen mit einer Arche durch ein Wurmloch-Portal fliehen. Und klar: Decepticon-Chef Megatron will das natürlich verhindern. Schlichter Plot, wie immer.
Die Story startet nach dem als Tutorial konzipierten Bumblebee-Intro sechs Tage vor dem Start der Arche. Der Autobot Perceptor schaltet die Stadt ab. Wir sind in Kapitel II unterwegs, später noch in Nummer VII und XII. Jedes Level hat locker eine Stunde Spielzeit, auch wenn wir nur über die jeweils ersten zehn Minuten schreiben dürfen. 13 Kapitel sind am Start. Wer rechnen kann, wird feststellen, dass das Abenteuer nicht zu kurz wird. Und wenn man den Ereignissen des zweiten Kapitels glauben darf, endet wohl jede Episode mit einem ziemlichen Paukenschlag. Und die Level sind vorher wahrlich nicht öde. Das macht auf jeden Fall Lust auf mehr. Im ersten Teil des Spiels sind wir in der Autobot-Geschichte unterwegs, danach als Decepticons und zum Ende hin wechseln sich die Perspektiven ab.
Das Gameplay ist schlicht und funktional. Eine perfekte, weil einfache und doch ausreichend komplexe Steuerung schickt die Transformers in der Third-Person-Perspektive auf ihre ungewisse Reise. Im Hintergrund der Level ist in den Außenbereichen bei enormer Weitsicht wahnsinnig viel los. Mächtige Warpkanonen schießen auf die Arche. Schicke Raucheffekte lassen die Zerstörung von Cybertron sehr realistisch aussehen. Per Knopfdruck wechseln die Transformers ihre Form. Ihre Animationen sind flüssig und die Grafik ohnehin insgesamt ziemlich schick. Die Umgebung ist teilweise zerstörbar, aber das hat eher einen kosmetischen Hintergrund.
Die Aufgaben im Spiel lassen sich mit Ballern, Ballern und noch mehr Ballern übersichtlich zusammenfassen. Mehr sollte man nicht erwarten, aber das Erlebnis ist herrlich kindisch, direkt, fast fröhlich brutal. Ein einfaches Deckungssystem schützt uns vor zu vielen Treffern, indem wir per Knopfdruck einfach die Hand für die Waffe wechseln. So kann man sich hinter Gegenständen verschanzen, zumindest so lange, bis die weggeballert sind. Ab und an müssen wir schlichte Missionen nach dem Muster "Hole dies, tue jenes, setze dieses ein, drücke jenen Knopf" erfüllen. Und natürlich ballern, ballern, ballern...
Gelegentlich finden sich mobile Teletraan-Shops, in denen reichlich Material wartet, das wir mit erspielten Splittern einkaufen können. Dazu gehören Upgrades für die Primärwaffe und die schwere Waffe. Autobots etwa haben ein Photonenstoßgewehr, Neutronensturmgewehr, den Wegbereiter (eine Automatikpistole), den Streu-Blaster und den Retro-Blaster mit Lasertechnologie als Download-Content zur Auswahl. Schaden, Reichweite, Präzision und Feuerrate lassen sich verbessern. Manche Waffen haben dazu spezielle Modi, um Munition im Flug zu zünden oder die Schüsse aufzuladen. Baupläne für die Waffen lassen sich im Spiel finden, so werden immer mehr Optionen zum Verbessern freigeschaltet. Besonders schick sind natürlich schwere Waffen, die Teile mit viel Wumms und absurden Features.
Angriffs-Tech als Verbrauchsgegenstand und Granatenersatz gibt‘s auch zu kaufen, sie lässt sich aber auch im Spiel finden. Dazu gehört C.L.U.T.C.H. - eine witzige Angriffsdrohne, die neben uns schwebt und selbstständig feuert bis sie stirbt. Ebenso wie der Dimensionsdezimierer, der alle Gegner in ein kleines schwarzes Loch saugt, wird sie über das Digi-Pad aktiviert. Dann gibt‘s noch Hilfs-Tech, etwa zur Verringerung der Abklingzeit für die individuellen Spezialfähigkeiten. Und Vorteile, das sind dauerhafte Upgrades für stärkere Panzerung, bessere Abklingzeit oder mehr Schaden. Die sind allerdings relativ teuer.
Die Spezialfähigkeiten der einzelnen Transformers sind die wichtigste Waffen im Spiel. Schon im zweiten Kapitel spielen wir mit Optimus Prime, dessen einzigartige Fähigkeit ein fetter Artillerie-Luftschlag ist. Dem halten weder Decepticon-Panzer noch die massiven Luftschiffe stand. Decepticons und Autobots haben beide Spezialfähigkeiten. Vortex etwa besitzt eine Schockwelle, die er aber nur außerhalb der Flugsequenzen im Helikoptermodus einsetzen kann, wie wir in der Hydrax-Schlucht eindrucksvoll erlebt haben. Grimlock kann sich, wenn er denn wütend genug ist, in einen stählernen Tyrannosaurus verwandeln. Dessen mächtiger Schwanz räumt reihum auf und Feuer speien kann der Stahlsaurier auch. Außerdem besitzt er keine Fernkampfwaffe, sondern schwingt ein mächtiges Schwert für den Nahkampf, das er mit einem starken Schild kombiniert.
Die angespielten Level waren optisch alle sehr unterschiedlich und abwechslungsreich. Die Farbwahl ist zwar immer noch ziemlich stark an metallischen Tönen orientiert, traut sich aber, die Palette auszureizen. Die Kampagne wird ein schöner Spaß für Fans straighter Action. Eine große Herausforderung bietet sie indes nicht, auch nicht im höchsten Schwierigkeitsgrad. Transformers: Untergang von Cybertron ist eher allerbestens produzierte Popcorn-Unterhaltung ohne zu viel Realismusanspruch. Dazu bietet das Game einen Multiplayer, der sicherlich ähnlich gut wird wie der im Vorgänger. Dazu gehören auflevelbare Charaktere, die umfangreich modifiziert werden können. Die eigenen Transformers sind auch im Extramodus Eskalation nutzbar, der Interpretation des Gegnerwellenspiels, die heute in fast keinem modernen Shooter mehr fehlt. 2010 war die auch schon im Vorgänger Transformers: Kampf um Cybertron dabei.
Transformers: Untergang von Cybertron ist allerbestens produzierte Popcorn-Unterhaltung ohne zu viel Realismusanspruch. Es ist ein klassisches Spaßspiel und der erstaunliche Beweis, dass High Moon Studios auch richtig gute Transformers-Games machen kann. Dürfen eben nur keine sein, die mit einem Kinofilm verknüpft sind...
- System:PS3, Xbox 360
- Genre:Action
- Entwickler:High Moon Studios
- Publisher:Activision
- Spieler offline:1
- Termin:24. August 2012
- Star Trek Multi
- Gears of War: Judgment Xbox 360
- Warhammer 40,000: Space Marine Multi
- Transformers: Kampf um Cybertron Multi
- Gears of War 3 Xbox 360
- Inversion Multi
- Army of Two: The 40th Day Multi
- Resident Evil 5 Multi

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