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THE ELDER SCROLLS ONLINE

Wie soll das funktionieren? Wie kann man aus einer Reihe wie The Elder Scrolls, die eben noch durch ihre Solo-Erfahrung glänzte, ein Massive Multiplayer Online-Rollenspiel basteln? Jonas hat die Zenimax Online Studios besucht, um mehr über das riesige Projekt in Erfahrung zu bringen.

"Du darfst mit niemanden darüber reden - auch nicht mit deinen Freunden oder Familie." Diesem Satz am Telefon folgte noch ein Fax mit vier Positionen, an denen meine Unterschrift erforderlich war. Bethesda wollte sich rechtlich komplett absichern, dass ich über den Titel auch wirklich kein Wort vor dem geplanten weltweiten Embargo verliere. Erst danach erhielt ich einen weiteren Anruf mit der entscheidenden Information, um welches Spiel es sich überhaupt handelt, was ich mir in den USA anschauen sollte. Und ich verstand, warum man so vorsichtig war. "The Elder Scrolls Online" flüsterte die Stimme am anderen Ende des Hörers.

Ich war ziemlich überrascht. Aber als sich die anfänglich Verblüffung legte, dachte ich das, was wohl auch tausenden anderen Elder Scrolls-Anhänger durch den Kopf ging, als die offizielle Ankündung erfolgte: "Das ist doch ein Schuss ins Knie, der Versuch, aus einem der beliebtesten Solo-Abenteuer ein MMO zu machen!" Und dieser Gedanke beschäftigt mich noch, als ich bereits auf dem Weg nach Hunt Valley im US-Bundesstaat Maryland bin, dem Sitz der Zenimax Online Studios. Dort erklärt Matt Firor, Game Director und Studio-Chef, die neue Onlinewelt.

The Elder Scrolls Online spielt etwa 1000 Jahre vor den Ereignissen in The Elder Scrolls V: Skyrim in der so genannten Zweiten Ära. Wir können zwischen drei verschiedenen Fraktionen wählen. Zunächst ist da der Ebenherz-Pakt, der aus den Nord, Dunmer und Argoniern besteht und sich zwischen Skyrim und Morrowind im Nordosten von Tamriel befindet. Für nicht wenige wird es der erste Ausflug in die Welt von Morrowind sein. Während der Präsentation wird vor allem die Stadt Ebenherz gezeigt. Es geht dabei in erster Linie um die besondere Architektur, wobei die meisten der Gebäude an das Feudale Japan erinnern.

The Elder Scrolls Online
Die Geschichte spielt etwa 1000 Jahre vor den Ereignissen in Skyrim.

Die zweite Fraktion heißt Daggerfall-Abkommen - hier haben sich Bretonen, Rothwardonen und Orks zusammengeschlossen. Diese Gruppierung kontrolliert Hochfels und Hammerfell im Nordwesten des Kontinents. Trotz der vielen Konflikte über die lange Zeit scheint sich eine im Vergleich etwas demokratischere Fraktion gebildet zu haben. Die dritte und letzte Fraktion nennt sich Aldmeri Dominion. Deren Mitglieder setzen sich aus den Rassen Altmer, Bosmer und Khajiit zusammen. Sie befinden sich im Süden und Südwesten des riesigen Kontinents. Wer besonderen Wert darauf legt, als Elf unterwegs zu sein, für den ist diese Fraktion die erste Wahl. Außerdem haben wir die Chance, die Summerset-Inseln zu besuchen, die in der Serie seit dem Erstling The Elder Scrolls: Arena keine Rolle mehr spielten.

Die Geschichte von The Elder Scrolls Online hat mehrere Schwerpunkte. Zunächst machen wir uns mit Molag Bal bekannt, dem Daedrischen Fürsten und Peiniger der Menschen. Das ist ein ordentlicher Titel, der uns sofort verdeutlicht, dass wir es mit einem bösen Dämon aus der Parallelwelt von Oblivion zu tun haben. Der Typ ist für seinen unstillbaren Hunger nach Seelen bekannt, welche er um jeden Preis nach Oblivion locken will, damit sie dort für immer gefangen bleiben.

Diesmal will der fiese Dämon ganz Tamriel in seine Dimension ziehen. Unsere Aufgabe wird es sein, dem einen Riegel vorzuschieben. Darüber hinaus thematisiert das Spiel auch den Konflikt zwischen den drei Fraktionen, der sich in erster Linie darum dreht, Kontrolle über die Kaiserstadt in der Provinz Cyrodiil zu erlangen.

The Elder Scrolls Online
Es wird wie üblich reichlich Quests geben, aber wir werden auch zufällig auf Aufträge stoßen.

Damit Molag Bal den ganzen Kontinent verschlucken kann, greift er auf sogenannte Dunkle Anker zurück. Dabei handelt es sich im Spiel um ein zufälliges Ereignis, das überall in Tamriel auftreten kann, während wir die Landschaft erkunden. Wenn der riesige Anker auf die Erde kracht, müssen wir ein paar Daedras aus dem Weg räumen, bevor er wieder verschwindet. Ist dies vollbracht, sind die Pläne von Molag Bal vorrübergehend vereitelt.

Darüber hinaus wird es wie üblich eine Menge verschiedener Quests geben. Diese werden uns von verschiedenen Charakteren des Spiels aufgetragen. Aber wir werden auch zufällig auf Aufträge stoßen, die auf dem Kompass auf der rechten Seite des Bildschirms auftauchen. Und anders als noch in The Elder Scrolls V: Skyrim wird es nun auch eine kleine Karte geben.

Der Kompass ist aber nicht die einzige Änderung gegenüber den früheren Spielen der Serie. Die grafische Präsentation wurde komplett überarbeitet. Die Optik unterscheidet sich sichtbar von World of Warcraft, aber auch vom eigenen Serien-Universum. Diese Entscheidung wird mit Sicherheit viele Anhänger vor den Kopf stoßen. Aber vermutlich handelt es sich dabei um technische Einschränkungen, die damit zusammenhängen, dass Tausende von Spielern durch die gleiche Welt trotten. Und verglichen mit einem typischen Online-Rollenspiel schaut das hier derzeit ziemlich gut aus.

The Elder Scrolls Online
Es ist noch früh in der Produktion, trotzdem glänzen einige Gebiete bereits jetzt durch ihre beeindruckende Optik.

Matt Frior und sein Team betonen mehrmals, dass es noch ein weiter Weg bis zum finalen Produkt ist. Trotzdem glänzen einige Gebiete bereits jetzt durch ihre beeindruckende Optik. Der Moment etwa, in dem uns Matt Firor auf einen Abendspaziergang durch Skyrim mitnimmt, ist durch den tiefblauen Nachthimmel und die Nordlichter magisch. Hübsch ist auch der Besuch bei den reptilienartigen Argoniern in ihrem Heimatland Schwarzmarsch. Es ist ein schöner Ort mit schlammigen Sümpfen, in denen die Vegetation aus Sträuchern, Bäumen und Pilzen die farblichen Akzente setzt und das Bild durch Maya-Ruinen und alte Tempel vervollständigt wird.

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