Call of Duty: Black Ops 2
Das neue Call of Duty: Black Ops 2 ist offiziell. Wir waren in Kalifornien unterwegs, um uns beim Entwickler Treyarch ein bisschen in der Zukunft umzuschauen. Das ist im zweifacher Hinsicht gültig, denn das Setting beschäftigt sich mit militärischer Zukunftstechnologie.
Wieder einmal öffne ich die Türen von Treyarchs Hauptquartier im sonnigen Santa Monica. Dieses Mal allerdings mit anderen Erwartungen als im letzten Jahr. Der Vorgänger Call of Duty: Black Ops war mit einer Milliarde Einheiten das erfolgreichste Spiel aller Zeiten und katapultierte das in Kalifornien ansässige Unternehmen in die absolute Oberklasse.
Zugegeben, sie haben lange an dem Franchise getüftelt: Call of Duty 3, Call of Duty: World at War, Call of Duty 2: Big Red One und die Wii-Version von Call of Duty: Modern Warfare 3. Doch Black Ops war in vielerlei Hinsicht anders. Den größten Unterschied bot ohne Zweifel die Geschichte. Sie führte uns in eine fiktive Realität, deren Wurzeln in der Kuba-Krise lagen. Diese Erzählstruktur wird in Call of Duty: Black Ops 2 fortgeführt, das übrigens inhaltlich direkt an die Ereignisse in Black Ops anschließen wird.
Die positivste Überraschung während des Besuches im Studio erleben wir in Bezug auf die Tiefe und die Einführung der Zusammenhänge der Geschichte. Frühere Call of Duty-Spiele waren nicht wirklich groß angelegte Dramen in spielbarer Form. Aber das heißt ja nicht, dass es so weiter gehen muss. Vor der Präsentation befinden wir uns in etwas, das einem High-Tech-Bunker gleicht. In Wirklichkeit ist es nur ein gut umgebauter Tagungsraum. Studio-Boss Mark Lamia stellt entspannt sich und seine Kollegen vor und fragt freundlich: "Hat irgendjemand von euch schon mal von seltenen Erdmineralien gehört?"
Von der kleinen Gruppe gespannter Videospieljournalisten nicken einige, andere schütteln den Kopf. Mark Lamia lächelt und erklärt: "Die seltenen Erdmineralien gehören zu einer Gruppe von Mineralien, die in der Produktion von nahezu allen Technologien genutzt werden, die wir in unserem Alltag verwenden: Smartphones, Toaster, Computer, Lautsprecher. Militärische Ausrüstung ist besonders abhängig von diesen Mineralien und ließe sich ohne sie nicht entwickeln".
Warum wurde das bisher nicht öfter in den öffentlich Raum gebracht, fragt uns Lamia. "Es war nicht sehr relevant. Bis jetzt." Es sei eine Tatsache, dass China auf 95 Prozent der weltweit seltenen Erdmineralienvorkommen sitzt, einer Milliarden-Dollar-Industrie mit Exporten in die ganze Welt. US-Präsident Barack Obama habe erst kürzlich gesagt, dass man Maßnahmen ergreifen müsse, sollte China weiterhin den Export einschränken und unter Bedingungen stellen. Und siehe da, wir beginnen zu verstehen, worum sich der Konflikt in Call of Duty: Black Ops 2 dreht.
Der Treyarch-Chef erläutert uns die Nachforschungen, die als Grundlage der Geschichte dienen und hämmert uns geradezu die immense Bedeutung der "plausiblen Authentizität" ein. Ein Begriff, der die Grundlage beschreibt, auf der die Entwickler sowohl die Story als auch das Spieldesign kreierten. In Europa halten wir solche Szenarien wohl eher für "wahrscheinlich authentisch", da es sich um einen fiktiven Konflikt oder Ereignis handelt, dessen Wurzeln in der Realität sind. Aber wir sind ja gerade in Amerika.
In Call of Duty: Black Ops 2 ist die Wahl auf das Jahr 2025 gefallen. Unser Gegner Raul Menendez hat die Schwäche der zukünftigen Kriegsführung ausgenutzt: Er kann die Technik hacken. In einer Kriegszukunft bevölkert von autonomen Robotern und Drohnen hat derjenige die Macht, der die Kontrolle über genau diese Einheiten besitzt. Eingewebt in die Präsentation erzählt Mark Lamia auch über das Skript, das einen starken Fokus auf die Menschlichkeit des perfekten Schurken legt. Der spiele in der gleichen Liga wie Heath Ledgers Joker in The Dark Knight. Das Drehbuch von Black Ops 2 hat David S. Goyer geschrieben, der Drehbuchautor von The Dark Knight und Batman Begins. Das klingt vielversprechend.
Als nächsten Tagesordnungspunkt erwartet uns ein Blick darauf, wie sich die Zukunft in Black Ops 2 entfaltet. Ein Gameplay-Trailer zeigt eine Mission in Los Angeles - ein Los Angeles unter Beschuss, wo wir wie ein Soldat im Jahr 2025 unseren Weg mit effektiven Spielzeugen über das Schlachtfeld frei kämpfen. Eines dieser Spielzeuge ist ein Scharfschützengewehr, das direkt durch Wände sehen und schießen kann. Und es gibt ein flexibles Display oder ein Bedienfeld, das um das Handgelenk gerollt wird, so dass wir superschnell Drohnen den Befehl zum Angriff oder Rückzug geben können.
Das Game-Design und all das fette Kreuzfeuer lassen keinen Zweifel daran, dass wir Call of Duty spielen. Dennoch ist klar, dass die Kulissen und Charaktere grafisch sichtbar überarbeitet wurden. Im Details sind sie einfach einen Schritt weiter gegangen. Lamia unterbricht und redet dann unruhig weiter. Nach einer kurzen Erklärung, warum es noch zu früh ist, mehr über den Multiplayer zu enthüllen, folgt die Bemerkung, dass es "doppelt so viele Zombies und doppelt so viele Spieler" im neuen Zombie-Modus gibt. Und Lamia enthüllt eine neue Erweiterung des Black Ops-Pakets: den Strikeforce-Modus. Der erinnert stark an die Commander-Rolle in Battlefield 2: Modern Combat.
Aus der Vogelperspektive können wir die Kontrolle über ein Segment des Schlachtfeldes übernehmen und die dort verfügbaren Gerätschaften wie Jets, Drohnen und Mechs fernsteuern. Durch die Wahl einer Soldaten-Klasse (Sprengstoff, Gewehr, Mech, Support) übernehmen wir diese Rolle und wechseln wieder in die Egoperspektive. Durch den Wechsel zwischen den Rollen werden die unterschiedlichen Ziele erreicht - wie etwa vier Bomben irgendwo anbringen oder einfach nur die Stellung halten. Man kann Strikeforce in der Kampagne als Option wählen, muss es dann aber auch durchhalten bis zum Ende.
Weder die Gameplay-Demo in Los Angeles noch der kleine Vorgeschmack auf Strikeforce haben genug Substanz, um genau zu beurteilen, wie gut das alles ist. Aber beide zeigen auf jeden Fall das Potenzial eines Gewinners. Das hektische Gefühl, mitten in einem Weltkrieg an den wichtigsten Aktionspunkten zu agieren und Teil wichtiger Wendepunkte zu sein, ist noch intakt. Aber jetzt hat das alles mehr Black Ops-Style, wie Treyarch das nennt.
Call of Duty: Black Ops lieferte bei der Geschichte und dem generellen Stil die größte Veränderung in der Serie seit Call of Duty 4. Was heißt das heute? Auf der einen Seite stehen Call of Duty-Fanatiker und eingeschworene Feinde auf der anderen. Und wohl auch eine Menge Spieler genau dazwischen. Die werden wahrscheinlich offener dafür sein, das aufregende Call of Duty: Black Ops 2 anzunehmen.
Wir als Spieler sollen in der Lage sein, den Ausgang des Krieges zu beeinflussen und auf dem Weg wichtige Entscheidungen zu treffen. Es wartet ein Konflikt um unbezahlbare Mineralien in Singapur, in China, im Jemen oder Los Angeles. Ein Visionär-Soziopath-Bösewicht ist unser Gegner. Im Jahr 2025 hat der Krieg sich drastisch verändert, aber nicht der auch heute gültige Blick auf Verschwörungstheorien. Es ist am Ende eine alternative Version des Kalten Krieges und macht am Anfang auch noch ein Ausflug dahin. Wir treffen Alex Mason wieder, Frank Woods und spielen in der Zukunft mit David Mason, dem Sohn von Alex. All dies bildet die Grundlage dafür, dass Call of Duty: Black Ops 2 ein würdiger Nachfolger sein kann. Nun muss es das Spiel nur noch beweisen.
- System:PC, PS3, Xbox 360
- Genre:Action
- Entwickler:Treyarch
- Publisher:Activision
- Spieler offline:1-4
- Spieler online:1-18
- USK:Ab 18
- Termin:13. November 2012
- Sniper Elite: Nazi Zombie Army PC
- Call of Duty: Ghosts Multi
- Special Forces: Team X PC/Xbox 360
- Call of Duty: Black Ops Declassified PS Vita
- Medal of Honor: Warfighter Multi
- Homefront Multi
- Call of Duty: Black Ops Multi
- Spec Ops: The Line Multi

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