Medal of Honor: Warfighter
Wir haben die Danger Close Studios besucht und einen Blick auf Medal of Honor: Warfighter geworfen. Der Action-Shooter will uns den realen Schrecken des Krieges erleben lassen in den spektakulärsten Militäroperationen der letzten Jahre.
Die Terrororganisation Abu Sayyaf hat wichtige Politiker als Geiseln in Baslan genommen. Sie werden in einem überfluteten Haus festgehalten. Eine ziemlich harte Ausgangslage. Zum Glück sind sie wichtig genug für die US-Regierung, dass die Bürokraten bereit sind, absolut alles Menschenmögliche zu machen, um sie zu befreien. Sie schicken eines ihrer Tier-1-Teams rein. Dies führt zu einem spektakulären Abschnitt, in dem wir buchstäblich den Weg durchs Wasser schießen, hindurch durch reichlich Treibgut.
Als wir die Danger Close Studios in Los Angeles besuchen, um einen genaueren Blick auf Medal of Honor: Warfighter zu werfen, hatten die Entwickler auch drei waschechte Tier-1-Kämpfer eingeladen. Zwei von denen sind Marines und einer gehört zur Delta Force-Einheit. Sie erklären, dass die Missionen im Spiel weitgehend auf ihren persönlichen Erfahrungen während ihrer Einsätze basieren. Sie versichern uns, dass mit den Details sehr vorsichtig umgegangen wird. Authentizität ist sehr wichtig.
Diese Anstrengungen haben wir zu einem gewissen Grad bereits im Vorgänger bemerkt - etwa daran, wie die Waffe beim Kämpfen gehalten werden muss oder wie echte Scharfschützen korrekt agieren. Wer nun bis zu 300 Tage im Jahr im Einsatz unterwegs ist, muss Tribut zollen - und das ist einer der Eckpfeiler der Geschichte von Medal of Honor: Warfighter.
Denn die Frau unseres Protagonisten Preacher, der bereits im ersten Teil mitspielte, hat keine Lust mehr auf einen Mann, der nie zu Hause ist. Sie will Hilfe bei der Kindererziehung und nicht ständig darüber nachdenken müssen, ob ihr Mann lebend nach Hause kommen wird. Dieser Konflikt drückt auf die Psyche, als der Sprengstoff PETN sich erneut verbreitet und Preacher zur Rückkehr in den Kampf zwingt, um die PETN-Produktion und seine Verbreitung zu stoppen.
Eigentlich ist nun klar, wie es weiter gehen müsste. Es folgt eine weitere, atemberaubende Aneinanderreihung imposanter Action-Sequenzen. Aber nein. Stattdessen führt Danger Close echte menschliche Gefühle in seine Spieleserie ein. Sie wollen eine Geschichte erzählen, die sich auf echte Emotionen konzentriert, anstatt nur auf den Wow-Effekt. Wir jagen nicht den Eiffelturm in die Luft oder zünden ein paar Atombomben während unseres Abenteuers. Nein, jetzt steht der Realismus im Mittelpunkt, was auch eine Voraussetzung für die Tier-1-Jungs war, wirklich an dem Projekt mitarbeiten zu wollen.
Wir sehen Medal of Honor: Warfighter auf dem PC, mit einem Xbox 360-Controller wird gespielt. Sofort ist sichtbar, dass die Grafik erstaunlich ist. Das triefend nasse Baslan bietet einen beeindruckenden Anblick und das ganze Wasser zwingt uns, beim Kämpfen völlig neue Wege zu gehen. Im Gegensatz zum Vorgänger mit zwei verschiedenen Ansätzen für Single- und Multiplayer ist jetzt alles in der Hand von Danger Close.
Sie arbeiten mit der neuesten Version der DICE-Engine Frostbite 2.0. Das ist insbesondere für den Klang eine Freude, der mit knackig lautem Knall daran erinnert, wie es tatsächlich ist, eine Waffe abzufeuern. Das ist besser als vieles, was in Militärshootern der letzten Jahre zu hören war. Während der Demo zeigen sie auch eine neue Definition von Mikro-Management. Ausgewählte Teile selbst kleinerer Gegenstände sind zerstörbar. Das ist etwas, was das Gefühl einer lebendigen, realen Welt generiert.
Nachdem wir diverse der bösen Jungs erledigt haben, gelangen wir schließlich zu den Geiseln. Ein Fluchtversuch beginnt. In einer Stadt völlig zerstört von der Flut mit einer untrainierten Geisel in schlechtem Zustand im Schlepptau - und dann ist da nur ein Schlauchboot. Eine hektische Jagd beginnt, auf der wir Unrat, Autos, Gebäuden und anderen Dinge ausweichen müssen, während wir uns an ein fest montiertes Maschinen-gewehr klemmen können. Am Ende erreichen wir das offene Meer, haken das Schlauchboot an einem Helikopter ein und fliegen in den Sonnenuntergang, natürlich untermalt von großen, militärischen Tönen.
Producer Greg Goodrich will etwas substanziell anderes erschaffen als Call of Duty - eine Serie, die er sehr verehrt. Er will aber lieber ein präzises Abbild der Realität schaffen und verspricht ein umfassenderes Abenteuer mit einer Geschichte, die uns tatsächlich bewegt. Goodrich will mit dem Spiel die Männer und Frauen ehren, die ihr gesamtes Leben opfern. Er will zeigen, dass das Leben eines Tier-1-Kriegers nicht so glamourös ist, wie man es in anderen Spielen und Filmen präsentiert bekommt.
Das Versprechen klingt gut. Hoffentlich wird Medal of Honor: Warfighter zu einer klaren Alternative für jene, die den realen Schrecken des Krieges erleben wollen in den spektakulärsten Militäroperationen der letzten Jahre. Ich jedenfalls sage da ganz sicher nicht nein.
- System:PC, PS3, Xbox 360
- Genre:Action
- Entwickler:Danger Close Games
- Publisher:EA
- Spieler offline:1
- Spieler online:1-8
- USK:Ab 18
- Termin:25. Oktober 2012
- Call of Duty: Black Ops Declassified PS Vita
- Call of Duty: Black Ops 2 Multi
- Homefront Multi
- Call of Duty: Black Ops Multi
- Medal of Honor Multi
- Battlefield: Bad Company 2 Multi
- Call of Duty: Modern Warfare 2 Multi

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