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DAS SCHWARZE AUGE: SATINAVS KETTEN

Das Schwarze Auge ist ein Rollenspiel. Ein waschechtes Rollenspiel. Viel mehr Rollenspiel als Das Schwarze Auge geht eigentlich gar nicht. Das klassisches Pen-&-Paper-Rollenspiel aus dem Jahr 1984, das mit seinem komplexen Regelwerk heutige Rollenspielfreunde wahrscheinlich eher abschrecken würde, obwohl die meisten auf genau jener Spielmechanik basieren. Gerade deswegen ist es interessant, dass Daedalic mit der Marke einen ganz anderen Weg geht und sie benutzt, um genau das zu machen, was sie am besten können: ein Adventure.

Das was hauptsächlich von Das Schwarze Auge blieb in Das Schwarze Auge: Satinavs Ketten ist der mittelalterliche Stil. Es gibt keine Heldengruppe und im Grunde keine Rollenspiel-Elemente mehr. Dabei war das anfangs sogar anders geplant. Doch das Spiel wurde seit der Ankündigung im Jahr 2008 mehrmals einer Revision unterzogen. Es war anfangs zu brav, zu wenig abenteuerlustig und man wechselte zum Comicstil, der aber inzwischen deutlich realistischer und düsterer ausfällt. Verabschiedet wurde sich auch von Abenteuerpunkten, weil beispielsweise ein Talent zum Öffnen von Türen das Spiel nur unnötig gebremst hätte.

Stattdessen wurde mit Das Schwarze Auge-Autor Mark Wachholz intensiv an der Handlung gearbeitet. Der arbeitet seit 2003 am Universum, zeigte sich unter anderem auch für die Handlung von Das Schwarze Auge: Drakensang verantwortlich und ist derzeit nicht nur mit Daedalics Spiel beschäftigt, sondern auch mit der Storyentwicklung eines Das Schwarze Auge-Kinofilms betraut - ein Profi eben. Satinavs Ketten, wie der Untertitel inzwischen heißt, spielt in Andergast. Der kleine Ort in Aventurien ist etwas verschlafen und abgeschnitten von den schwerwiegenden Ereignissen im Rest der Welt. Daedalic will einen freundlichen Einstieg und erst später ins Düstere abdriften.

Das Schwarze Auge: Satinavs Ketten
Die Welt ist wunderschön mittelalterlich aus, ist fantastisch illustriert und es gibt viele Animationen.

Was aber auf jeden Fall fantastisch aussieht, sind die handgezeichneten Hintergründe und die fabelhaften Animationen - alles im angesprochenen mittelalterlichen Stil. Andergast wirkt lebendig. Wahrhaftig, so muss man sich ein traditionelles Rollenspiel vorstellen. Dazu gibt es Zwischensequenzen in der Machart eines Holzschnitts und jede Menge Nahaufnahmen, in denen Dialoge geführt werden, auch wenn die im Moment noch ein wenig hölzern wirken. Auf den Soundtrack können wir uns auch schon freuen. Daniel Pharos wird den komponieren und was er kann, hat er bereits bei A New Beginning gezeigt. Das Adventure bot einen wirklich fantastischen Soundtrack, der sogar ohne das Spiel hervorragend funktionierte.

BETA +