Lan-Party im Bundestag
Parlamentarier sollen Zocken lernen
Oft wird der Politik vorgeworfen, sie verstünde nichts von Computer- und Videospielen. Die drei Bundestagsabgeordneten Jimmy Schulz (FDP), Dorothee Bär (CSU) und Manuel Höferlin (FDP) wollen das ändern und planen für den Herbst eine Veranstaltung im Bundestag, bei der die Parlamentarier die Spiele, über die sie so oft diskutieren, endlich einmal anspielen sollen.
Geplant ist aber mitnichten eine echte Lan-Party, sondern vielmehr ein buntes Potpourri von Spielen aus allen Bereichen - vom Shooter über Strategie-Titel bis hin zu den bewegungssensitiven Spielen für Gelegenheitsspieler soll alles dabei sein. Angedacht ist auch ein Wettbewerb zwischen den Fraktionen. Jimmy Schulz spricht von einem Hands on, das Berührungsängste abbauen soll. Eingeladen sind dazu alle 622 Bundestagsabgeordneten sowie jene, die in der Vergangenheit "mit undifferenzierter Betrachtungsweisen" aufgefallen sind. Mit an Bord sind unter anderem auch die USK (Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle), die Bundeszentrale für Politische Bildung, der BIU (Bundesverband für interaktive Unterhaltung, Turtle Entertainment (Unternehmen hinter der Electronic Sports League) sowie diverse Medienpädagogen.
Der Haken beziehungsweise der Kompromiss, um eine solche Veranstaltung in den Bundestag zu bringen, ist offensichtlich, dass auch über die Probleme mit Computer- und Videospielen an diesem parlamentarischen Abend diskutiert werden soll. Dabei geht es um grenzwertige Inhalte, Gewalt in Spielen und die Suchtproblematik. Die drei Bundestagsabgeordneten wollen trotzdem das Abbauen von Vorurteilen im Vordergrund wissen. Das eine solche Veranstaltung allen Unkenrufen zum Trotz erfolgreich sein kann, hat bereits ein ähnliches Konzept im Bayrischen Landtag gezeigt. Auch dort konnten die Parlamentarier das ausprobieren, wovon sie zum Teil kaum etwas wussten.
Leider sind derzeit noch keine parlamentarischen Initiativen geplant. Doch möglich ist, dass sich durch den Abbau von Vorurteilen bestehende Fördermöglichkeiten für die Kreativwirtschaft für die Spieleindustrie weiter öffnen. Auch im Bezug auf den in die Kritik geratenen Computerspielpreis will man lieber erst einmal abwarten und schauen, was sich von selbst entwickelt. Das ist es auch, was Malte Spitz, Mitglied des Bundesvorstandes von Bündnis 90/Die Grünen, in einer ersten Reaktion kritisiert. Statt zu zocken, sollten die Defizite in den Bereichen Medienförderung, Ausbildung und Verbraucherschutz angegangen werden. Auch der Deutsche Computerspielpreis bedarf seiner Meinung nach einer Reform.
Finanziert wird die Veranstaltung im Übrigen durch die Fraktionen, wobei die technische Ausstattung vom BIU und Turtle Entertainment sichergestellt wird.
















































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