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KRITIK

NEED FOR SPEED: RIVALS

Ein neues Need for Speed. Das ist zwar schick und macht Spaß, es stolpert aber ein bisschen über seine Vergangenheit und fehlende Strukturen.

Das Need-for-Speed-Franchise hatte schon immer Probleme damit, eine eigenständige Identität zu etablieren. Alles begann mit der Idee, uns einfachen Leuten die Möglichkeit zu bieten, fette Karren zu fahren, die wir uns im wahren Leben niemals würden leisten können. Seitdem bearbeitete die Serie illegale Untergrundrennen, Simulationen und so ziemlich alles dazwischen. In den letzten Jahren wiederum hat sich das Franchise als Arcade-Rennspiel vermarktet, mit starkem Fokus auf Freiheit und Online-Elemente.

Die Freiheit besteht darin, das Spiel so anzugehen, wie wir wollen - egal ob als rasender Gesetzesbrecher oder als Cop, der die andere Seite jagt und ausschaltet. Das ist eine tolle Design-Entscheidungen, die in Need for Speed: Rivals gleich zum Start eingeführt wird. Die einmal eingeschlagene Karriere kann jederzeit gewechselt werden. Die Unterschiede im Spielstil beider Seiten sorgen für eine Extraportion Attraktivität.

Wenn wir uns dafür entscheiden, auf der Seite des Gesetzes zu arbeiten, müssen wir keine Ressourcen darauf verwenden, neue Fahrzeuge zu kaufen. Stattdessen werden die uns nach erfolgreich abgeschlossenen Missionen einfach geliefert und das verdiente Geld investieren wir stattdessen in Zubehör wie mobile Nagelbretter und EMP-Kanonen, die unsere Chancen erhöhen, die Raser zu schnappen.

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Need for Speed: RivalsNeed for Speed: Rivals
Richtiges Leben haucht Need for Speed: Rivals die gut verbaute Online-Integration ein.

Entscheiden wir uns für das kriminelle Leben, geht alles Geld für neue Autos, Upgrades und Anpassungen drauf. Gerade letztere können schnell zum finanziellen Grab werden. Zum Glück ist das nötige Kleingeld aber meist schnell verdient, denn der Bargeld-Multiplikator richtet sich nach unserem Fahndungslevel. Je höher der ist, desto mehr verdienen wird - aber natürlich landet das nur auf dem Konto, wenn wir erfolgreich sind und nicht geschnappt werden. Großes Risiko wird in Need for Speed: Rivals deshalb besonders belohnt. Werden wir erwischt oder fahren unseren Wagen zu Schrott, gibt's keinen Cent. Wir brauchen also sowohl ausgereifte Fähigkeiten beim Fahren sowie strategisches Geschick, um nach einem Rennen unser Versteck zu erreichen und die Belohnung einzuheimsen.

Die Missionen drehen sich auf beiden Seiten um Rennen gegen die anderen Fahrzeuge, Zeitaufgaben und natürlich alles, was mit Zusammenstößen anderer Fahrer zusammenhängt. Als Polizist haben wir nicht mehr zu tun, als unsere Sirene anzuschalten, während wir uns dem Raser nähern, um ein Rennen zu starten. Gleiches gilt für die Rennfahrer, die einfach jederzeit unvorbereitet in ein Duell geworfen werden, ohne sich durch irgendwelche Menüs zu klicken. Es ist ein einfaches System, das gut funktioniert und dem Spiel ein organisches Gefühl verleiht. Denn nur selten wissen wir, wann uns die nächste Herausforderung erwartet.

Richtiges Leben haucht Need for Speed: Rivals aber die gut verbaute Online-Integration ein. Ohne eigene Anfrage füllt das Spiel die Welt mit sechs anderen menschlichen Fahrern, die ebenfalls selbst entscheiden, auf welcher Seite sie stehen. Die Idee ist es, Polizisten und Raser auf natürliche Weise auftreten zu lassen und für Spieler, die sich zur Kooperation entschließen, gibt es noch einmal extra Belohnungen.

Need for Speed: Rivals
Selbst einfachste Dinge wie der Regen, der auf das Autodach prasselt, und der Wind, der durch die Blätter fegt, sind beeindruckend inszeniert.
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Leider bietet das Spiel keine Optionen, um die Rennen oder Herausforderungen mit anderen zu koordinieren und deshalb wird selbst das Starten eines Rennen zu einer überraschend nervigen Angelegenheit. Wir sind quasi dazu verdammt, herumzufahren und - vielleicht - irgendwann auf einen anderen Spieler zu treffen. Mit Fremden funktioniert das wunderbar, ist aber keine Option für diejenigen, die sich online mit ihren Freunden messen wollen.

Der Einsatz der Frostbite-3-Engine ist auf den ersten Blick sichtbar. Wo wir auch herumkurven, es gibt keine Probleme mit der Sichtweite. Selbst einfachste Dinge wie der Regen, der auf das Autodach prasselt, und der Wind, der durch die Blätter fegt, sind beeindruckend inszeniert. Es gibt dazu nur wenige Lichtquellen, die uns zur Orientierung dienen, weshalb man sich gelegentlich kurz einen Moment Zeit nehmen muss, um sich zurechtzufinden. Die Fahrzeugmodelle sind sehr detailliert. Erstaunlicherweise gibt es keine Möglichkeit, zur Innenraumansicht zu wechseln.

Trotz all der positiven Aspekte gibt es kleinere Mängel, von denen die meisten mit dem Erbe des Franchises zusammenhängen. Denn obwohl das Studio - abgesehen von einigen Mitarbeitern, die zu vor bei Criterion angestellt waren - neu ist, gibt es überhaupt keinen Zweifel daran, dass sich das Spiel bei vielen Elementen seiner Vorgänger wie Need for Speed: Most Wanted bedient hat. Das Spiel wiederum schaute sich das eine oder andere von Need for Speed: Hot Pursuit ab und das wiederum warf einen präzisen Blick auf Burnout: Paradise. Am Ende ist es schwer, sich dem aufkommenden Déjà-vu-Gefühl zu verwehren. Der technische Fortschritt zumindest wäre wesentlich deutlich geworden, hätte Need for Speed: Most Wanted nicht schon zum Release technisch so hervorragend ausgesehen.

Veteranen des Franchises werden unter der Motorhaube wohl kaum etwas Neues finden. Trotzdem ist Need for Speed: Rivals eines der besten Spiele, die es für die Next-Gen-Konsolen gibt. Dieses hochqualitative Arcade-Rennspiel bietet nämlich unglaublich viel Spaß für jeden Geschmack und beeindruckt vor allem visuell. Und das auf Xbox One wie PS4 in voller 1080p-Schönheit. EA sollte aber mal ein paar frische Ideen samt flüssiger Online-Optionen liefern beim nächsten Mal. Need for Speed: Rivals bleibt trotzdem ein gutes Spiel für das Franchise, das Genre und die Next-Gen-Konsolen.

08 Gamereactor Deutschland
8 / 10
+
viele Freiheiten, elegante Online-Integration, schicke Grafik, großartige Unterschiede zwischen Polizisten und Rasern
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Multiplayer fehlt es an Organisation und Struktur, viele Elemente wurden aus den früheren Teilen der Reihe wiederverwertet
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BETA +