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KRITIK

DOKTOR LAUTREC UND DIE VERGESSENEN RITTER

Der Titel, die Aufmachung - es erinnerte alles an Professor Layton. Doch Konami liefert tatsächlich ein ganz anderes Spiel ab. Und trotz der wirklich guten Idee, ist das Projekt am Ende gescheitert. Vorerst jedenfalls.

Und das sind ganz wesentliche Unterschiede zwischen dem Doktor und dem Professor. Der eine löst Puzzle, um einzigartige Schätze zu finden und damit ein großes Geheimnis zu lüften. Der andere macht dies, um einen Fall zu lösen. Und während Lautrec zum Monstersammler wird und eine echte Strategie braucht, hangelt sich Layton von Rätsel zu Rätsel und knobelt in erster Linie. Gemeinsam haben sie aber die gut erzählte Geschichte, bei der es sich darum dreht, ein großes Geheimnis zu lüften.

Leider ist Doktor Lautrec und die Vergessenen Ritter nicht durchweg so gelungen. So gibt es eine Sprachausgabe, aber die nur in Englisch. Und die Präsentation etwa versucht sich in 3D-Grafik, aber bleibt auf einem Niveau, das mit Sicherheit auch der Nintendo DS hätte darstellen können. Liebevoller sind die gezeichneten 2D-Sequenenzen, die in Videos oder Standbildern vorkommen - wie eben auch bei Layton. Warum sich Konami nicht für einen Stil entschieden hat - 2D oder eben 3D - das erschließt sich einem nicht. Vielleicht wollte man mit dem 3D den Unterschied zu Layton verdeutlichen, fand aber 2D eigentlich hübscher. In jedem Fall wirkt das Gesamtergebnis sehr durchwachsen.

Doktor Lautrec und die Vergessenen Ritter
Jean-Pierre Lautrec hat ein paar Qualitäten, aber leider eben auch ein paar deutliche Schwächen.

Das größte Problem aber sind die Rätsel selbst. Da wo wir Professor Layton unweigerlich verfallen, versagt Doktor Lautrec und die Vergessenen Ritter. Es gibt nämlich im ganzen Spiel nur fünf verschiedene Typen. Wir müssen in Kreuzworträtsel französische Wörter einsetzen, die bereits vorgegeben sind. Es gibt Aufgaben, bei denen wir unterschiedlich geformte Blöcke in eine Form puzzlen müssen. Dazu noch Zahlenrätsel, die wie Minesweeper funktionieren, Symbolreihen, die wir logisch vervollständigen müssen und Fehlerbilder, bei denen wir die Unterschiede finden müssen. Wirklich intelligent ist keines der Rätsel und so sind manche der Aufgaben nerven einfach nur.

Und so sind wir himmelhochjauchzend unterwegs und doch zu Tode betrübt. Nachschub für Layton-Freunde, der aber so ganz anders funktioniert, das ist gut. Die nette Geschichte und der wirklich gelungene Bezug zu Paris und die französische Geschichte sind ziemlich interessant. Allerdings wirkt das Spiel nicht bis zu Ende gedacht, die Rätsel ähneln sich zu sehr, die Präsentation ist uneinheitlich. Überhaupt ist die gesamte Missionsstruktur so ähnlich, dass wir uns schnell langweilen und uns gerade zu anspornen müssen, weiterzuspielen. Aber zumindest hat das Spiel ein gewisses Potenzial und wenn die Layton-Serie wirklich wie geplant nach sechs Teilen endet, dann brauchen wir doch guten Nachschub. Vielleicht nimmt sich Konami Lautrec noch einmal an. Dieses Abenteuer jedenfalls war mitnichten durchweg unterhaltsam.

05 Gamereactor Deutschland
5 / 10
+
schön präsentierte Geschichte, netter Ansatz für ein Rätsel-Abenteuer
-
zu ähnliche Aufgaben, uneinheitliche Präsentation, kleinere Mängel im Spieldesign
    BETA +