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Kritik

Outlast

Ricardo hat den Horror von Outlast überlebt. Ob seine Flucht unterhaltsam war oder doch eher lahm, erfahrt ihr hier.

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Das Genre hat auf der aktuellen Konsolengeneration einen nicht unerheblichen Wandel erlebt. Das Konzept des Suvival Horrors ist dabei mehr und mehr in Richtung Action abgeglitten. Die wenigen Spiele, die noch immer versuchen, bei der ursprünglichen Version zu bleiben, können wir an einer Hand abzählen und fast alle von ihnen haben einen Indie-Hintergrund.

Outlast ist eines dieser Spiele und stammt von den kreativen Köpfen vom Entwickler Red Barrels. In diesem Titel erwarten uns keine großen Monster, spektakuläre Zwischensequenzen und Produktionsmittel eines Sommer-Blockbusters. Stattdessen gibt es eine unheimlich durchdringende Spielerfahrung mit einem mutigen Konzept und vielen grusligen Momenten.

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Der Protagonist Miles Upshur ist ein Journalist, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, die merkwürdigen Vorkommnisse in einer amerikanischen Irrenanstalt zu untersuchen. Das gesamte Spiel erleben wir aus der Ego-Perspektive - trotzdem ist Outlast kein Shooter. Im Gegenteil, Miles steht während der gesamten Zeit keine einzige Waffe zur Verfügung. Das einzige Gerät, von dem er Gebrauch machen kann, ist ein Camcorder, der mit einer Nachtsicht ausgerüstet ist. Er ist unverzichtbar, um diesen Albtraum zu überleben.

OutlastOutlast
Es ist ein Spiel, in dem es endlich mal wieder nur um das Überleben geht und das nicht auf Action setzt.

Wir können die Kamera zu jeder Zeit ausrüsten, das einzige, was sich im Vergleich zur normalen Ansicht ändert, ist die Anzahl der abgebildeten Elemente auf dem Bildschirm. Dazu gehört etwa die verbleibende Batterieleistung. Der Einsatz der Kamera bringt keine Nachteile mit sich. Genauso wenig hat sie Einfluss auf Miles Bewegungen. Einzig die Nachtsicht fordert ein wenig mehr Aufmerksamkeit, denn dann verbrauchen wir Batterieleistung.

Outlast ist ein dunkles Spiel. Ein sehr dunkles Spiel. Wie wir uns vorstellen könnt, ist die Kamera deshalb nicht ganz unwichtig. Der Effekt beim Einsatz ist fantastisch und sorgt für viele gruslige Situationen. Als offensichtliche Inspirationsquelle - nicht nur für die Effekte sondern auch die Verhaltensweisen der Gegner - diente wohl der spanische Film [REC]. Wer den noch nicht gesehen hat, sollte das dringend nachholen.

Wie schon erwähnt, verbraucht der Einsatz der Kamera Batterie. Glücklicherweise können wir bis zu zehn zusätzliche Batterien mit uns tragen, die wir im Laufe des Spiels finden. Mir ist nie der Strom ausgegangen, wer also ein bisschen umsichtig ist und mit der Nachtsicht nicht allzu verschwenderisch umgeht, sollte also keine Probleme haben.

Outlast
Eigentlich ist der Titel ziemlich überzeugend, allerdings fällt die Künstliche Intelligenz zu negativ auf.

Outlast ist ein Survival-Horror-Spiel nach dem ursprünglichen Konzept. Es ist also ein Spiel, in dem das einzige Ziel auch wirklich Überleben heißt. Treffen wir auf einen Gegner, bleiben uns nur zwei Optionen: Entweder agieren wir schleichend und vermeiden jeglichen Kontakt oder rennen wir einfach nur um unser Leben und fliehen vor unserem Verfolger, sollten wir gesehen werden.

Der erste Part funktioniert dabei ausgesprochen gut. Es ist ein wahres Versteckspiel, bei dem wir auf Betten, Schließfächer und normale Deckungen zurückgreifen, um vor unseren Feinden unentdeckt zu bleiben. Der zweite Part, also der, bei dem wir gesehen werden, ist nicht ganz so überzeugend. Im Grunde müssen wir unserem Gegner davon laufen und uns erneut verstecken - leider gibt es genau dabei ein paar Probleme.

Schnell wird klar, dass Red Barrels sich die Angst einflößende Spielerfahrung vor allem auf Miles Verwundbarkeit aufbaut. Irgendwann wird es aber schlicht frustrierend, nicht zurückschlagen zu können. Die meisten Feinde sind menschlich - schrecklich entstellt und mutiert, doch menschlich. Miles könnte also zumindest versuchen, sich zu verteidigen. Mit einem Rohr beispielsweise. Und weil es eben keine Möglichkeit gibt, dem Schrecken etwas entgegen zu setzen, ist man irgendwann frustriert.

Ein weiteres Problem ist die Künstliche Intelligenz. Zunächst einmal: Sie ist langsam. Dafür, dass Weglaufen die einzige Möglichkeit ist, die wir haben, wurden unsere Feinde von Red Barrels unglaublich langsam gemacht. Noch dazu geben sie unfassbar schnell auf. Stellt euch vor, ihr lauft in eine Sackgasse und die Tür, durch die ihr in diese missliche Lage geraten seid, wird geschlossen. Schließlich tauchen Feinde auf und sehen sich um. Vielleicht öffnen sie sogar nach dem Zufallsprinzip ein Schließfach. Als sie euch nicht sehen, geben sie einfach auf und nehmen an, dass ihr euch wohl nicht in dem Raum aufhaltet, obwohl das die einzig logische Erklärung ist. Schließlich könnt ihr nur in diesem Raum sein.

Outlast
Es ist richtig dunkel in dem Spiel und wir haben nur eine begrenzte Zahl von Batterien dabei.

Outlast hat einige geskriptete Momente, die wirklich unheimlich gruslig sind - nicht so sehr auf einer psychologischen Ebene, sondern mehr als Shocker. Ja, das ist der älteste Trick der Welt, trotzdem ist er effektiv. Es gibt noch ein paar andere intensive Begegnungen mit den Furcht erregenden Feinden, doch die Spannung verfliegt wie erwähnt schnell, als wir merken, wie schwach die Künstliche Intelligenz eigentlich ist.

Das Spiel ist nicht gerade umfangreich, es unterhält für etwa fünf Stunden. In Anbetracht von Spielmechanik und Konzept haben die Entwickler aber genau die richtige Länge gewählt. Zu finden gibt es nebenbei noch Dokumente und Notizen, von denen sich einige erst freischalten, wenn wir bestimmte Events durch unsere Kamera beobachten. Diese beiden sammelbaren Gegenstände erzählen uns die Geschichte der Irrenanstalt.

Outlast ist - abgesehen von der guten Grafik - nicht so hochwertig wie andere Vertreter des Suvival-Horror-Genres. Das Gameplay ist limitiert, bietet keine Charakterentwicklung oder Ingame-Action und die Künstliche Intelligenz fällt vollkommen aus dem Konzept. Immerhin aber ist es eines der Spiele, die durchgehend gruslig sind und wartet mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis auf. Ob auf dem PC, wo der Titel bereits erhältlich ist oder vielleicht auf der Playstation 4. Wer ein Fan des Genres ist, sollte in jedem Fall zugreifen.

07 Gamereactor Deutschland
7 / 10
+
stetig gruslige Momente, atmosphärischer Nachtsicht-Modus, gute Grafik
-
berechenbare und einfache KI, ,an kann sich nicht verteidigen, ein wenig kurz
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