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Kritik

Saints Row IV

Die Heiligen sind zurück. Lilafarben wie immer erobern wir mit der Gang die offene und völlig irre Spielwelt. Und kämpfen gegen Aliens.

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Wenn man eines der absurdesten Spiele der Geschichte kreiert hat, gibt es nicht viel Platz und Möglichkeiten für eine Fortsetzung. Am Ende des dritten Teils verließen wir die Saints als Star und regierten über ganz Steelport. In Saints Row IV streben wir nun ein Amt höher und begegnen als Präsident bekannten Charakteren in einem Raumfahrtabenteuer, das seinen Wurzeln als Parodie treu bleibt.

Geplant war die neue Geschichte, in der die bekannte Saints Row-Formel neu verpackt wurde, eigentlich als Erweiterungspaket für Saints Row: The Third - kein einfacher Start also. Die größte Neuerung kommt in Form von Superkräften daher. Nachdem wir uns die während der Kampagne verdient haben, ändern sie drastisch unsere Spielweise in der vertrauten, offenen Welt von Steelport.

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Vertraut ist auch das Stichwort beim Intro. Boss ist jetzt der Präsident der Vereinigten Staaten. Auf dem Weg zu einer Pressekonferenz wird das Weiße Haus von Aliens angegriffen. Sie entführen Mitglieder der Saints-Crew und erklären - ganz nebenbei - der Menschheit den Krieg. Wie gewohnt spielen wir in Third-Person-Perspektive und nehmen gleich ein paar Raumschiffe mit riesigen Waffen aufs Korn. Nach dem Rasenspektakel geht es weiter in den Quicktime-Event-Kampf mit Zinyak, dem Hauptbösewicht. Er ist ein weichlicher Brutalo mit stacheligem Kopf und einem gewöhnungsbedürftigen Gesicht. Das Duell der Giganten endet mit dem Abtransport von Boss in eine Simulation. Er betritt die Matrix.

Saints Row IVSaints Row IV
Wie bei den meisten offenen Spielwelten folgen wir entweder der linearen Story oder vergnügen uns mit Nebenmissionen.

Im Vergleich zu den vorherigen Teilen der Reihe bildet die Matrix die Grundinspiration. Es gibt viele Anspielungen, Witzeleien, visuelle Ähnlichkeiten, die ganz eindeutig auf die Hollywood-Filme zurückzuführen sind. Sogar einige ähnliche Beats beim Soundtrack sind zu hören. Selbst einige Kräfte nebst Animationen wurden fast vollständig bei den Filmen abgeschaut. Es gibt noch weitere Beispiele für Parodie und Hommage. Gelegentlich weht ein Hauch Assassin's Creed, Splinter Cell, Metal Gear Solid, Call of Duty und Battlefield durch Saints Row IV. Natürlich geht die Liste noch weiter und es scheint, das neueste Volition-Abenteuer verschont kein Genre mit seiner Parodie. Und genau in diesem Sinne ist das Spiel leider nichts Besonderes mehr.

Wie bei den meisten offenen Spielwelten folgen wir entweder der linearen Story oder vergnügen uns mit Nebenmissionen und weiteren kleineren Einzelaufgaben. Neben einigen kreativen Story-Missionen sind es aber gerade die Nebenaktivitäten, die zeigen, wie abwechslungsreich Saints Row IV sein kann. Einige vergebene Lebensmühen kann man zwar getrost vergessen, andere Mini-Spiele sorgen hingegen für ordentlich Unterhaltung. Mit Hilfe des voll aufgeladenen Supersprungs klettern wir Türme hinauf, nehmen uns Ziele mit der neuen telekinetischen Kraft vor, absolvieren Geschwindigkeitsherausforderungen und vieles vieles mehr. Der Spaßfaktor ist bei den meisten Sachen hoch, die Qualität hingegen durchwachsen.

Saints Row IV
Saints Row IV unterhält Stunde um Stunde - auch und gerade im Koop-Modus.

Wieder mit dabei sind die haarsträubenden Kostüme. Fans absurder Outfits werden also voll auf ihre Kosten kommen. Die Kombinationsmöglichkeiten sind schier grenzenlos und gebastelt wird dabei nicht nur mit Kleidungsstücken, sondern auch am Gesicht, am Geschlecht und an der Physik des Charakters. Dazu gibt's unterschiedliche Stimmen. Im Original finden sich darunter bekannte Vertreter wie Nolan North, vielen vertraut als Stimme der Abenteurer Nathan Drake und Desmond Miles. Die großartige Synchronisation wird durch den Soundtrack unterstützt. Auf Flugmissionen geht es mit den Klängen von What is Love booms, sexy getanzt wird zu Simply Irresistible. Als weitere Highlights seien noch Insane in the Brain und The Boys are Back in Town genannt. Daneben begeistert der brillante Einsatz von The Touch aus Transformers: The Movie.

Aus visueller Perspektive hat sich aber nur wenig bewegt. Ein Gefühl von "Neu" erzeugen, wie schon angesprochen, die Superkräfte und Laser. Die Game-Engine ist die gleiche wie zuvor. Trotzdem gibt es einige nette Details, wie Abschnitte, die geradezu Retro schreien und natürlich die matrixartigen Effekte. Gelegentlich ist der Bildschirm aber zu überladen mit Explosionen und Effekten. Das Resultat ist fehlende Orientierung - allerdings tritt dieser Fall nicht wirklich oft ein.

Die meiste Zeit greifen die einzelnen Elemente gut ineinander. Die Reihe hat sich ihren Sinn für Humor bewahrt und fährt Gags auf, bei denen man gar nicht anders kann, als laut zu lachen. Es gibt ein großes Waffenarsenal, in dem ein Tötungsinstrumente absurder ist als das nächste. Beispielsweise gibt es eine Dubstep-Gun. Auch das Kampfsystem trifft meist den richtigen Humor. Die offene Spielwelt ist nicht die größte, die wir je erkundet haben, steckt aber voller Aktivitäten. Unsere Crew kann in die Simulation einsteigen und Seite an Seite mit uns kämpfen - sobald sie selbst gerettet worden. Viele wird außerdem freuen, dass es eine Koop-Option gibt. Saints Row IV unterhält Stunde um Stunde. Und selbst wenn der Titel als Erweiterungspack begonnen haben mag, ist er diesen Kinderschuhen doch entwachsen.

Saints Row IV
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07 Gamereactor Deutschland
7 / 10
+
tolle Satire, grandioser Humor, absurde Parodien, gute Steuerung, witzige Missionen
-
Durchschnittliche Grafikqualität, kaum wirklich neue Ideen
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