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Kritik

The Wonderful 101

Platinum Games liefern ihr erstes Exklusivspiel für die Wii U ab. Das Quicktime-Slasher-Irgendwasding der Japaner erfreut vor allem Fans von solchen Spielen.

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Auf den ersten, zweiten und dritten Blick ist das hier der klassische Kritikerliebling. Ein japanisches Spiel, dazu eines von Platinum Games, knallbunt und total überdreht. Es wird sich schwer tun, ein breites Publikum zu erreichen. Aber vielleicht hat The Wonderful 101 auch Glück. Das Timing jedenfalls könnte passen.

Das wundervolle Pikmin 3 hat die Wii U wieder etwas auf den Radar gepackt in diesem Monat. Davon könnte das Quicktime-Slasher-Irgendwasding der Japaner durchaus profitieren. Wir spielen als Anführer einer unruhigen und vor allen Dingen unübersichtlichen Gruppe von Menschen. Normalerweise machen die ganz normale Sachen, Grundschullehrer sein zum Beispiel.

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Aber wenn die Erde von den Geathjerk angegriffen wird, mutieren 100 normale Menschen zu echten Superhelden. Gemeinsam mit uns als Spieler sind es dann 101 wundervolle Kämpferinnen und Kämpfer, die die Außerirdischen zurückschlagen sollen. Der Entwickler Platinum Games steht bekanntermaßen synonym für durchgeknallt - und genauso muss man sich vor allem die Gegner vorstellen. Riesige Weltraumschlangen, die von kleinen Fliegen in Kapseln im Kopf gesteuert werden - das hat schon was. Dazu Godzilla-Drachen, 500 Tonnen schwere, wild gepanzerte Gefährte und reichlich lustiges Kanonenfutter. Definitiv die beste Facette des Spiels.

The Wonderful 101The Wonderful 101
The Wonderful 101 ist quasi das spielbare Hubba-Bubba-Allesgeschmack.

Rein optisch ist The Wonderful 101 sehr abwechlsungsreich, wobei man natürlich seinen Frieden mit einem übervollen, sich aber stets flüssig bewegenden Bildschirm machen muss. Einem extrem bunten Bildschirm dazu. The Wonderful 101 ist quasi das spielbare Hubba-Bubba-Allesgeschmack. Begleitet wird der optische Overkill von absichtlich trompetiger Superheldenmusik und allen Soundeffekten, die nur laut genug Zoing und Booom machen. Irgendwie wartet man die ganze Zeit auf Comicsprechblasen, die aber nur in den leider maximal im englischen lustigen Zwischensequenzen aufpoppen. Die Geschichte ... ach lassen wir das, die steht nur der Action im Weg.

Ähnlich wie bei Pikmin befehligt ein einzelner, frei wählbarer und auflevelbarer Anführer die Superheldentruppe. Die wächst in jedem Level stetig, weil sie Zivilisten retten und Soldaten rekrutieren kann, die dann fleißig mit draufhauen. Manche Helden haben Spezialfähigkeiten und können die restlichen Mitspieler nutzen, um nach einfachen Wischbewegungen auf dem Gamepad aus der Menschenmenge zum Beispiel Knarren, Fäuste, Schwerter, Ketten oder Klingen zu formen. Wir bauen so auch Brücken und Leitern.

In den linear aufgebauten Level kloppen wir uns so von Areal zu Areal, schließen unterwegs Missionen ab und arbeiten uns zum Endboss vor. Arbeit ... das wird das Spiel wirklich ein bisschen nach kurzer Zeit. Das Gameplay ist schnell von Wiederholung geprägt, auch wenn sich die Fähigkeiten mit Sprüngen in der Luft und untereinander geschickt kombinieren lassen. Aber im Kern geht es schlussendlich doch ums schnöde Draufhauen auf Schienen.

The Wonderful 101
Vieles in The Wonderful 101 ist im Kern ein bunt verpacktes Knöppedrücken kombiniert mit getarnten Quicktime-Events.

Durchbrochen wird die Monotonie immer wieder von Passagen, in denen wir Flugzeuge oder Gleitschirme steuern und dabei ballern oder Trümmern ausweichen. Richtig nett wird es, wenn sich das Spielgeschehen komplett oder wenigstens teilweise aufs Gamepad verlagert - da steuert man dann auch schon einmal ein Raumschiff auf dem großen TV-Schirm, indem man die ganze Bande auf dem Gamepad über Schalter rennen lässt. Leider sind diese Momente nur selten in einem Spiel, das uns locker zwölf Stunden Spielzeit schenkt. Man kann es natürlich auch richtig schwierig stellen und irre viel Unsinn sammeln, das verlängert das Erlebnis enorm - macht es aber nicht besser oder abwechslungsreicher.

Vieles in The Wonderful 101 ist im Kern ein bunt verpacktes Knöppedrücken kombiniert mit getarnten Quicktime-Events. Klar, wir müssen die Wischbewegungen auf dem Gamepad koordinieren und die richtigen Waffentypen für die richtigen Gegner auswählen, was aber selten kompliziert ist. Dafür steht man sich gerne mal selbst im Weg und manchmal die Kameraführung, die erstaunlich absurde Einstellungen abliefern kann.

Jede Mini-Mission und jedes Level wird mit Punkten belohnt - natürlich, denn in japanischen Games geht es immer um den Highscore. Gute Ratings zu bekommen ist in der Tat nicht so einfach. Dafür sollte man nicht sterben, muss schnell sein und virtuos in der Wahl der Waffen. Denn nur so lassen sich die Gegner fix und mit vielen Punkten killen. Nur so landen die Platin-Auszeichnungen auf dem Konto, die am Ende in der Summe dann hoffentlich für einen hübschen Pokal reichen.

The Wonderful 101 bekommt am Ende einen matt glänzenden Bronze-Pokal von mir. Für ein schönes, irgendwie leicht debiles Spielerlebnis, das latent süchtig macht, aber eben auch unglaublich stumpf und langatmig sein kann. Der Offline-Multiplayer für bis zu Fünf reißt es auch nicht raus, der ist nämlich noch eine Nummer konfuser als das Solo-Spiel.

The Wonderful 101
The Wonderful 101
The Wonderful 101
The Wonderful 101
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The Wonderful 101
07 Gamereactor Deutschland
7 / 10
+
Tolle Optik, viel Action, absurd-cooles Gegnerdesign, witziger Sound
-
Zu hektisch und unübersichtlich, Gameplay wird schnell monoton
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