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Kritik

Rayman Origins

Der etwas in Vergessenheit geratene Jump'n'Run-Held Rayman kommt auch ganz gut ohne Hasen aus und beweist das hervorragend in seinem brillanten neuen Abenteuer.

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Es ist ein ziemlich angenehmes Problem, wenn man gar nicht weiß, wo man anfangen soll - also zumindest dann, wenn es nur Gutes zu erzählen gibt. Die Zahl der witzigen und wunderbaren kleinen Details, die in Rayman Origins verborgen sind, ist schier endlos. Wie zum Beispiel der atemberaubenden Soundtrack, die lustigen Türen mit den Augen oder auch der interaktive Ladebildschirm. Ja, dazu gehören aber auch die summende Sprechweise der Charaktere und der verrückte, kleine Kerl, der seine gliederlosen Arme schwingt. Alles geht sehr schnell und man wird förmlich erschlagen von den ganzen Eindrücken. Aber wie sagt Ubisoft schon selbstsicher und ziemlich treffend: Rayman ist wieder da und ist besser als jemals zuvor.

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Am Anfang des Spiels ist unser Held jedoch weit von seiner alten Form entfernt. Rayman und seine Freunde liegen mitten im satten Grün eines Dschungels und entspannen. Und während sie da so in dieser umwerfenden Sequenz entspannen, entsteht unter anderem durch das Dösen, das Rauchen einer Pfeife, dem Surren von Insekten und das Schmatzen von Rayman - ja, er schläft und isst zur gleichen Zeit - ein unglaublich toller Beat, der sogar auf die Tacklist von DJ Hero passen würde. Dieses laute Nichtstun der Jungs aber passt den Skeletten im Untergrund gar nicht, die verzweifelt nach oben hämmern, um Ruhe zu bekommen. Als das nicht klappt, jagen sie einen feindlich gestimmten Trupp auf Raymans Crew, die nun aber endlich aufwachen. Nun ändert sich der Rhythmus der Musik in donnernden Kriegslärm. Einfach Fantastisch.

Rayman Origins
Es ist nur ein zweidimensionaler Plattformer, doch trotzdem ist die Erfahrung unglaublich erfrischend.

Zweidimensionale Plattformer sind weit davon entfernt, irgendwie neu oder innovativ zu sein und Rayman Origins basiert im Grunde nur auf dem völlig simplen Prinzip, über Abgründe und auf Gegner zu hopsen. Doch trotzdem ist die Erfahrung unglaublich erfrischend. Und das nicht nur, weil der ein wenig in Vergessenheit geratene Charakter wieder eine Hauptrolle spielt oder wegen der atemberaubenden Optik - nein, in erster Linie deswegen, weil sich alles so unkompliziert und spaßig anfühlt. Ubisoft hatte einige kreative Geistesblitze, denn mit jedem der 60 Level erwartet uns etwas Neues. An einer Stelle springen wir auf einem riesigem Didgeridoo herum, an einer anderen fliegen wir mit einer überdimensionierten Fliege durch das Level und geben einem Vögelchen ordentlich Pfeffer.

Das Design ist eher luftig und dabei unglaublich detailliert. Wie etwa in Donkey Kong Country Returns gibt es ziemlich viele geheime Abschnitte und das ganze Spiel zu erkunden ist eine wahre Freude. Der Wiederspielwert wird auch dadurch erhöht, dass wir versuchen, die maximale Menge an Lums zu erhöhen. Das sind diese kleinen gelben Kreaturen, die uns helfen im Spiel vorwärts zu kommen. Und wenn sie manchmal für ein paar Sekunden von gelb auf rot wechseln, dann fangen sie an in bester Loco Roco-Manie zu singen und geben Extrapunkte.

Es ist so wunderschön. So schön, dass wir am liebsten alle paar Meter anhalten wollen, um einen Screenshot vom Spiel zu machen, den wir uns dann an die Wand hängen. Rayman Origins ist mit seinen ganzen handgezeichneten Elementen voll animiert. Jeder Charakter - von den vier Hauptfiguren bis hin zum kleinsten Schergen - hat ausdrucksstarke Bewegungen, die sich zwar alle voneinander unterscheiden, aber doch so gut zusammen spielen und deren Mischung das verrückte Ganze ergibt.

Rayman Origins
Das Design ist so schön, dass wir am liebsten alle paar Meter anhalten wollen, um einen Screenshot zu machen, den wir uns an die Wand hängen.

Es sind Spuren von Asterix oder Ren & Stimpy zu spüren und der leicht abgefahrene Humor zeigt sich bei Illustrationen wie Handlungen gleichermaßen. Auf den Ersten Blick mag Rayman Origins fast kindisch wirken, aber gleichzeitig ist es voller bizarrer Charaktere und finsteren Gestalten mit scharfen Zähnen. Verantwortlich für diesen exzellenten visuellen Stil ist Ubisofts Animationswerkzeug Ubiart Framework. Die Idee dahinter ist, dass jedes Bild, ob nun 3D-Renderings oder von Handgezeichnetes, einfach zu animieren ist und mit anderen Bildern verschmolzen werden kann. Ubisoft hatte mit dieser neuen Technik sicher eine Menge Spaß.

Und Ubisoft hatte auch keine Angst davor, die typischen Konventionen in Sachen Design etwas aufzubrechen. Nehmen wir zum Beispiel das Eis-Level, in dem wir natürlich normalerweise zahlreiche Pinguine, Eisbären und Schneemänner erwarten. Aber Ubisoft hat für diesen Ort ein einfaches und geniales Konzept gefunden. In mitten von kaltem und glänzendem Eis sitzt ein fetter, sich sonnender Tourist mit einem Cocktail in der Hand - schlafen und essen zur gleichen Zeit scheint ein beliebtes Motiv zu sein. Wenn wir auf seinen Bauch springen, können wir durch den Piña Colada-Sprudel aus seinem Mund dann einen Vorsprung besser erreichen. Und das zieht sich durch das ganze Level. Ich springe also auf einer Plattform aus Wassermelonen herum und freue mich über gefrorene Zitronen-Schreiben im Hintergrund. Und dabei bekomme ich dasselbe Verlangen nach frischen Früchten, wie damals bei Donkey Kong: Jungle Beat als der Gamecube ziemlich heiß lief. Lecker!

Rayman Origins
Wenn man sich aber mit bis zu drei anderen Mitspielern ins Abenteuer stürzt, wird aus dem Lächeln im Gesicht mindestens ein breites Grinsen.

Wer alleine unterwegs ist, wird von Anfang bis Ende Spaß mit dem Spiel haben. Wenn man sich aber mit bis zu drei anderen Mitspielern ins Abenteuer stürzt, wird aus dem Lächeln im Gesicht mindestens ein breites Grinsen. Genau wie in New Super Mario Bros. Wii ist es einfach unfassbar lustig, sich gleichzeitig zu unterstützen und zu beharken - und mit Raymans Crew wird beim Witz einfach noch eine Schippe draufgelegt. Wir halten die Taste gedrückt, um unsere Faust für einen heftigen Schlag aufzuladen und unser Mitspieler fliegt einfach mal quer über den Bildschirm. Ein Tritt aus dem Sprung heraus ist aber genauso lustig. Rayman Origins bietet vier spielbare Charaktere: den allseits beliebten Rayman, den blauen Klumpen Globox und zwei weitere kleine Kerle, nur Nebencharaktere, aber mit einem niedlichen Gang. Für alle gibt es zudem neue Kostüme zum Freischalten.

Wenn ein Charakter stirbt, wird er in eine Blase gesteckt, wie in dem oben genannten Mario-Spiel. Damit wir wieder am Wahnsinn teilhaben dürfen, muss einer der verbliebenen Charaktere die Blase zum Platzen bringen. Wenn Passagen schwierig sind, kann man aber auch ein bisschen schummeln und sich einfach treiben lassen - zumindest wenn ein mindestens ein Spieler fit genug ist, den Abschnitt zu bestehen. Damit verliert man vielleicht ein paar Lums unterwegs, aber kann sich entspannt zurücklehnen.

Raymans Rückkehr ist wahrhaft triumphal. Er hat bewiesen, dass er keine Hasen als Unterstützung braucht, um relevant zu sein und wir fangen schon jetzt an, eine Fortsetzung herbeizusehnen. Klempner und Igel jedenfalls sollten nervös werden. Mit Rayman Origins hat Ubisoft definitiv eines der besten Spiele abgeliefert, wenn nicht sogar das beste Jump'n'Run des Jahres.

Rayman Origins
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Rayman Origins
09 Gamereactor Deutschland
9 / 10
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schöner Plattformer, fabelhafte Grafik, Humor, tolle Musik, lustiger Koop-Modus, viel zu entdecken
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Zu wenig Bossgegner
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