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Kritik

Sonic Generations

Wir haben Grund zum Feiern, denn Sonic the Hedgehog wird zwanzig Jahre alt. Sega hat für diesen Tag ein ganz besonderes Geschenk im Gepäck: Ein Spiel für alle alten und neuen Sonic-Freunde.

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Sega gibt einfach nicht auf. Vor zehn Jahren kam Sonic Adventure heraus und seitdem versucht der Hersteller, sein Maskottchen für die nächste Generation fit zu machen. So richtig überzeugend waren die Spiele nicht, aber sie machen nun einmal die Hälfte von Sonics eigentlich recht kurzem Leben aus und lassen sich nicht einfach ausblenden. Außerdem sieht Sega das offenbar sowieso ein wenig anders, denn sonst wäre niemals die Idee zu Sonic Generations geboren. Die Kritiker von Sonic sollen endlich Ruhe geben. Es ist der Versuch der Versöhnung des Klassikers mit dem modernen Sonic.

In Sonic Generations spielen wir die besten Level aus neun ausgewählten Spielen der letzten zwanzig Jahre. Alle sind komplett neu in HD-Grafik nachgebaut und angepasst worden und in zwei Varianten zu spielen. Der erste Akt widmet sich dem klassischen Sonic mit dem niedlichen Kugelbauch, der zweite Akt eines Levels dreht sich um den modernen Sonic mit der langen Mähne und den schlaksigen Beinen. Einmal bekommen wir also das ursprüngliche Spielprinzip in der 2D-Ansicht geboten und dazu gesellt sich das achso verhasste Design in 3D. Je nachdem, in welcher Form das Level im Original vorliegt, gibt es dazu also einen Remix in der jeweils anderen Version.

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Grundsätzlich hat Sega damit den Königsweg gewählt, denn sie können die alten und neuen Teile ganz unkompliziert zusammenbringen und so vielleicht auch den Anhängern des Originals die neue Variante schmackhaft machen. Damit das gelingt, hat man sich mächtig ins Zeug gelegt. Deutsche Sprachausgabe und die neu arrangierte Musik wären etwa zwei typische Knackpunkte, für die Sega eine elegante Lösung gefunden hat. Beides ist einfach optional und kann angepasst werden. Keine Wahl allerdings haben Gegner der modernen Variante. Wer das Spiel durchspielen will, muss sich dem vermeintlichen Elend stellen - mit dabei sind unter anderem Level aus Sonic Adventure 2, Sonic Heroes und dem 2006 veröffentlichten Sonic the Hedgehog.

Sonic Generations
Der Igel macht bei der Präsentation eine ziemlich gute Figur - aufpolierte Level, neuarrangierte Musik und ein wunderbarer Remix aus neuen und alten Spielmechaniken.

Und ein weiteres Versprechen hat Sega nur teilweise einlösen können. Zwar müssen wir die unsäglichen Nebencharaktere der modernen Spiele nicht steuern, aber eine Auswahl der schlimmsten von ihnen ist trotzdem in die Handlung des Spiels eingeflochten. Für das Durcheinander zu Sonics Geburtstag sind nämlich Verschiebungen in Raum und Zeit verantwortlich und die haben die so genannten Freunde des blauen Igels in die Level verbannt. Mancher würde die wohl lieber nicht befreien, sondern sie einfach ihrem Schicksal irgendwo in den Untiefen der Zeit überlassen. Aber selbst der gute Tales spricht von "unseren Freunden" und meint Charaktere wie Espio oder Cream - es gibt einfach kein Entrinnen. Doch zumindest ein bisschen Selbstironie beweisen die Entwickler. Als ein Charakter der alten Garde fragt, wer diese ganzen Typen sind, die Sonic da im Schlepptau hat, folgt die entwaffnende Antwort auf dem Fuße: "Völlig unwichtig!"

Aber nun wollen wir mal nicht alles Schwarz malen. Die Level sehen im neuen Outfit wirklich wunderschön aus und die Musik macht einfach gute Laune. Persönlicher Favorit ist der Song aus City Escape - ein bisschen Eurotrash steht Sonic gar nicht so schlecht zu Gesicht. Zum Paket gehören außerdem 90 Herausforderungen - jeweils 45 für jeden der beiden Sonics. Diese bieten abwechslungsreiche Spielmechaniken und neue Einblicke in die einzelnen Level. Mit dabei sind zum Beispiel Wettrennen, Aufgaben mit dem Fokus auf Geschicklichkeit, Abschnitte mit erhöhtem Schwierigkeitsgrad durch den Mangel an goldenen Ringen und sogar Musikspielchen. Obendrauf kommen noch ein paar Bossfights - unter anderem der gegen Metal Sonic aus Sonic CD. Der Umfang kann sich wirklich sehen lassen.

Und noch eine Gruppe von Spielern ködert Sega: Wir schalten durch das Finden von speziellen roten Ringen Musik und Artworks frei, können sogar das originale Sonic the Hegdehog für den Mega Drive freispielen und dann tatsächlich spielen. Dazu warten noch unsere Bestzeiten und Bewertungen für jedes Level und jede Herausforderung. Wem das noch nicht Wettbewerb genug ist, der kann sich online messen, in einem Modus, in dem wir versuchen müssen, so weit wie möglich im Level in 30 Sekunden voranzukommen und in einem zweiten, welcher Bestenlisten für den Abschluss des gesamten Levels bietet. Wer also die echte Herausforderung sucht, der wird dort fündig. Die Perfektionierung der Sprünge, die atemberaubende Geschwindigkeit - mit diesen Spielvarianten fordert uns Sega zu dem heraus, wofür sie Sonic eigentlich geschaffen haben: für den puren Temporausch.

Sonic Generations
Wer den modernen Sonic wirklich hasst, der wird sich kaum neuverlieben, aber Sega hat den ersten richtigen Schritt zur Versöhnung gemacht.

Da hat sich also jemand Gedanken gemacht. Und eigentlich sollte es gelingen, neue und alte Fans versöhnen. Die jüngere Zielgruppe wird durch die wunderbare Optik den Originalspielen eine Menge abgewinnen können - sich vielleicht sogar wirklich verlieben - schließlich basiert Sonics Ruhm vor allem auf den ersten drei Spielen. Aber daher geht es auch eher darum, zumindest einen Teil der alten Garde für die moderne Variante zu begeistern. Doch ganz so einfach, wie Sega sich das vorstellt, ist es eben nicht.

Der Grund, warum die neuen Spiele durchgefallen waren, sind eben auch auf Probleme mit dem Gameplay zurückzuführen und die lassen sich auch mit neuer Grafik nicht einfach wegdividieren. Natürlich ist es fantastisch, mit irrem Speed durch eines der jüngeren 3D-Level zu sausen und tatsächlich gibt es Momente, in denen es sich unfassbar gut anfühlt - im Rooftop Run aus Sonic Unleashed zum Beispiel. Aber irgendwo, da wartet er garantiert schon wieder, dieser frustrierende Moment, der durch nicht bis zu Ende gedachtes Leveldesign ausgelöst wird. Und immer dann bricht alles auf und es wird klar, bis zur Versöhnung ist es noch ein langer harter Weg.

Wer Sonic the Hedgehog bisher die Treue gehalten hat, der wird dieses Spiel wohl auch lieben. Es ist ein ziemlich nettes Geschenk zu Sonics Geburtstag. Sega hat sich intensiv mit dem hauseigenen Maskottchen auseinander gesetzt, geschraubt und getüftelt und das Beste aus dieser verkorksten Biografie herausgeholt. Auf Sonic Generations können sie wirklich stolz sein und es bleibt zu hoffen, dass Sega ein paar nachhaltige Erkenntnisse aus dieser Entwicklung gewonnen hat. Ein Versprechen geben sie uns aber in der Abschlussszene mit auf den Weg: "Hey Sonic, genieß deine Zukunft, sie wird super" - die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

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08 Gamereactor Deutschland
8 / 10
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wunderbare Präsentation, großer Umfang, viel Abwechslung, Online-Bestenlisten für die schnellsten Raser
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manche Macke im Leveldesign, zu viele und zu lange Ladezeiten
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