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Kritik

Uncharted 3: Drake's Deception

Die Erwartungen an diesen Nachfolger sind ziemlich hoch. Uncharted 2: Among Thieves war ein Meisterwerk. Viele Spiele haben versucht, zu sein wie Filme und sind dabei grandios gescheitert. Naughty Dog war es aber gelungen - bei der Präsentation wie auch spielerisch. Und nun kommt der dritte Uncharted-Teil. Bei so einem Vorbild kann das doch gar nicht schief gehen.

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Was würde mich vom Sofa hochreißen? Oder besser gesagt, was könnte mich davon abhalten, mich von Uncharted 3: Drakes's Deception zu lösen. Den zweiten Teil habe ich über Nacht an einem Stück durchgespielt. Es war der große Plan, den Titel, der sich so konsequent mit einem Film verglich, auch so zu konsumieren. Aber es gab auch den Punkt, an dem ich sowieso gar nicht mehr aufhören wollte. Das Spiel hat mich gefesselt und es durch seine angenehme Spielweise auch einfach gemacht. Kurz: Man konnte Uncharted 2 ohne Probleme von Anfang bis Ende ohne Pause durchziehen.

Uncharted 3 stellt sich dabei ebenfalls ganz gut an. Bei der Handlung wollten die Entwickler sogar noch etwas weiter gehen und versuchen sich an ein klein bisschen Tiefe. Die Geschichte über die innige Freundschaft von Nathan Drake und Victor Sullivan ist das beständige Motiv, dass die Rahmenhandlung begleitet. Der Held war bisher zwar nicht geheimnisvoll, aber doch wussten wir wenig über seine Motivation und was ihn wirklich antreibt. Mehr über ihn zu erfahren, das hilft uns, ihn besser zu verstehen und eine tiefere Beziehung aufzubauen. Doch keine Angst ihr Freunde des Popcorn-Kinos: Trotzdem überfordert die Handlung nicht, ja, bleibt über weite Teile sogar beinahe belanglos. Schade ist nur, dass die Charaktere neben Nathan Drake alle furchtbar blass bleiben - die neue Gegenspielerin etwa, hätte sicher interessanter dargestellt werden können.

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Ohnehin haben Naughty Dog beim gesamten Spiel einmal den großen Weichspüler eingesetzt. Der große Plan war es wohl, es geschmeidiger dahingleiten zu lassen und dem großen Kino noch näher zu kommen. Die eigene Gehgeschwindigkeit regelt das Spiel automatisch je nach Situation. Dazu sind die Quick-Time-Sequenzen, in denen wir eine bestimmte Taste im richtigen Moment drücken mussten, mehr oder weniger einfach verschwunden. Wir regeln solche Stellen in fast allen Fällen selbst oder sehen eben eine Videosequenz. Schwerer sind diese Passagen aber nicht geworden und selbst wenn ein Abschnitt nicht gelingt, haben wir so viele Versuche wie wir wollen - wirklich faire Rücksetzpunkte inklusive.

Uncharted 3: Drake's Deception
Die Kletterpartien sind immer noch unterhaltsam und bieten wie die Rätsel-Passagen Abwechslung zum ansonsten eher actionorientierten Spiel.

Weggelassen wurden auch Passagen, die bisher zu Frust führten. Wenn wir schleichen und ertappt werden, können wir immer noch die Waffe sprechen lassen. Zuvor musste an bestimmten Stellen von vorn begonnen werden und das kostete wohl zu viele Spieler zu viele Nerven. Sind wir zu zweit unterwegs, müssen wir nur auf uns aufpassen und nicht auf den virtuellen Kompagnon. Die scheinen unverwundbar und strotzen selbst dem härtesten Kugelhagel. Das macht es einfacher - auch im mittleren der fünf Schwierigkeitsstufen, ob sich Naughty Dog damit wirklich einen Gefallen getan haben, daran habe ich meine Zweifel.

Das Spiel wirkt eben gerade daher unrealistisch und vor allem werden wir kaum gefordert. Immer dann, wenn knifflige Stellen kommen, werden sie abgeschwächt und vereinfacht. Das Spiel ist nicht zu leicht geworden, gegen Ende zieht der Schwierigkeitsgrad durchaus an. Aber einige Passagen könnten uns ruhig etwas mehr fordern. Und nur, weil die Künstliche Intelligenz der Begleitcharaktere in Spielen oft zu wünschen übrig lässt, muss sie doch im Gegenzug nicht komplett ausgeblendet werden? Im Kugelhagel sterben eben immer nur wir und im Ableben hören wir nur das Gejaule der Begleiter.

Die Inszenierung bleibt nichtsdestotrotz fast durchgängig fabelhaft. Uncharted 3: Drake's Deception ist noch näher am Vorbild Film, auch wenn man auf der Suche nach einer eigenen Identität noch zu viel zwischen Indiana Jones und James Bond hin und her tingelt. Gerade die Charaktere und die Geschichte verstärken diesen Eindruck. Nathan Drake ist als Abenteuerer seinem Vorbild noch nie so nah gewesen. Zeichen dafür sind auch die Faustkämpfe, denen diesmal eine größere Rolle zugestanden wird und deren Kampfsystem aus den drei Aktionen Schlagen, Ausweichen und aus der Umklammerung befreien besteht. Eine wirklich schöne Abwechslung zum sonstigen Rumgeballer. Gut und gerne hätte auch Harrison Ford damals einen vierten Film genau mit dieser Handlung spielen können. Das hätte ihm wohl auch besser zu Gesicht gestanden als nach all den Jahren mit einem Kristallschädel um die Ecke zu biegen.

Uncharted 3: Drake's Deception
Der Faustkampf ist deutlich besser geworden und fühlt sich großartig an - er bietet eine wirklich schöne Alternative zum Waffeneinsatz.

Erhaben ist der Titel natürlich auch nicht. Natürlich kommt ein Uncharted 3: Drake's Deception nicht ganz ohne überflüssige Dramatik und logische Löcher aus. Es gibt Szenen, die völlig überflüssig wirken, wie ausgerechnet die Schlüsselszene in der Wüste. Und es gibt Momente, in denen eine Szene zu fehlen scheint. Nicht immer sind Charaktere glaubwürdig und die deutsche Sprachausgabe könnte auch noch besser sein, wenn Figuren ausdrucksstark herüberkommen sollen. Obendrauf haben die Bösewichte viel zu oft die Gelegenheit, uns endgültig auszuschalten, lassen es aber aber lieber bleiben und schicken uns in einer Situation zurück, die wir überwinden können. Und dabei war der Einstieg diesbezüglich so wunderbar mit einer hübschen Auflösung über die Bühne gebracht worden. Naughty Dog kann das auf jeden Fall besser.

Bei den Rätseln wiederum kommt man auf seine Kosten. Zwar gibt es zahlreiche Hilfen in Form von Notizen und den Charakteren, die uns begleiten, aber geknobelt werden darf trotzdem: Bodenplatten, die je nach Blickrichtung ihr Geheimnis preisgeben, Wortspiele, ein bisschen um die Ecke denken und so weiter - zu viel sollte aber an dieser Stelle nicht verraten werden. Wie bei der Handlung werden sonst die schönsten Momente preisgegeben. Eigentlich reicht es aus zu erzählen, dass Nathan Drake wieder auf der ganzen Welt unterwegs ist, um ein großes Geheimnis zu lüften. Dass es neben der Geschichte zu Nathan Drakes Herkunft um das Atlantis der Wüste geht und eine Geheimorganisation ebenfalls an dessen Reichtümern interessiert scheint - geschenkt!

Wichtig ist nur, dass der Anfang etwas behäbig ist und sich die Geschichte dann ausgerechnet in eine Richtung entfaltet, die gut und gerne auch von einem Wüstenprinzen abgekupfert sein könnte. Das aber ist nicht weiter hinderlich, wie bei einem guten Buch oder Film fiebern wir dem Ende entgegen und können schlussendlich nicht mehr vom Spielen lassen. Den überraschenden Charme des Vorgängers erreicht aber insbesondere die erste Hälfte des Titels nicht - dazu wirkt alles einfach zu wenig aus einem Guss, sondern eher wie eine Aneinanderreihung von Actionsequenzen. Und das der Spannung aber im ausgerechnet im Finale die Puste ausgeht, hinterlässt nach dem Durchspielen ein unbefriedigendes Gefühl.

Uncharted 3: Drake's Deception
Karg und eintönig mag die Wüste sein, aber in diesem Spiel wirkt sogar die beeindruckend und wunderschön - Uncharted 3 gehört zu den optisch schönsten Titeln auf der Playstation 3.

Bei der Präsentation hatte Naughty Dog schon im Vorfeld angekündigt: Sieht toll aus, wird sich gegenüber dem Vorgänger aber kaum steigern. Die wirklich große Leistung ist einmal wieder, dass es gelungen ist, ein Spiel komplett ohne fühlbare Ladezeiten abzuliefern, das trotzdem mit die beste Grafik auf der PS3 abliefert. Uncharted 3: Drake's Deception ist unfassbar abwechslungsreich und bietet viele kleine Details. In manchen Momenten wird man denken, dass dieses oder jenes sicher noch besser ausschauen könnte. Das Gesamtwerk aber mit seinem stimmigen Abenteuer-Soundtrack wartet mit vielen wunderbaren Momenten auf, in denen wir gern einfach nur mal die Aussicht genießen.

Der Multiplayer wurde auch noch einmal verbessert. Das Schöne am Mehrspielermodus ist die Grundlage, auf der er aufbaut. Wir spielen eben nicht nur horizontal, sondern klettern und kraxeln auch in der Vertikalen. Es gibt neben dem gewöhnlichen Kampf gegen andere Spieler auch einen Koop-Modus, in dem wir entweder eine kleine Kampagne von sechs Missionen basierend auf Missionen aus Uncharted 2: Among Thieves und Uncharted 3: Drake's Deception spielen oder im Arena-Modus gemeinsam gegen eine Schar von Feinden antreten. Das ist vergleichbar etwa mit dem Horde-Modus von Gears of War 3.

Im kompetitiven Modus ist es nun möglich, seinen Charakter besser anzupassen und ihn mit anderer Kleidung und Attributen zu versehen. Auch Waffen lassen sich nun ein wenig anpassen und mit neuen Elementen versehen, um sie optisch zu verändern, aber auch Eigenschaften anzupassen. Möglich wird dies dadurch, dass wir unseren Charakter aufleveln und spielinterne Währung verdienen. In sieben Modi können wir dann online, per Splitscreen oder über eine Lan-Verbindung kämpfen.

Uncharted 3: Drake's Deception ist eine konsequente Fortsetzung. Es ist noch ausbalancierter, mit noch weniger Ecken und Kanten. Und irgendwie ist es dabei trotzdem ein bisschen enttäuschend. Oder vielleicht auch genau deswegen. Es fehlt die große Überraschung, der Wow-Effekt, der uns im Vorgänger noch an das Sofa gefesselt hat. Dieser Titel ist nicht richtungsweisend. Der Vorfreude auf das Spiel folgt die Ernüchterung beim spielen. Diese Enttäuschung ist furchtbar ungerecht, denn für diese gesteigerten Erwartungen kann der Entwickler eigentlich nichts. Große Töne wurden nicht gespuckt. Naughty Dog wollte einfach nur ein tolles Spiel machen. Und abgeliefert haben sie genau das.

Uncharted 3: Drake's Deception
Uncharted 3: Drake's Deception
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Uncharted 3: Drake's Deception
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Uncharted 3: Drake's Deception
08 Gamereactor Deutschland
8 / 10
+
wunderbar inszenierte Kampagne, fantastische Präsentation, schöner Faustkampf, erweiterter Multiplayer inklusive Koop-Variante
-
Wow-Effekt bleibt aus, lahme Geschichte, Vorgänger war spielerisch abwechslungsreicher, Gegner-Intelligenz lässt manchmal zu wünschen übrig

Leserkritiken

  • kriegelAK
    Das Spiel Uncharted 3:Drake's Deception hat mich zu anfangs sehr gefesselt da der Anfang der story in dem lokal cool gemacht war und der nahkampf in... 8/10
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