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Kritik

Marvel Heroes

Im kostenlos spielbaren Action-Rollenspiel Marvel Heroes haben wir finstere Superschurken regelrecht in den Tod geklickt. Aber macht das auch Spaß?

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Hauptverantwortlich für Marvel Heores ist David Brevik, der schon bei der Entwicklung von Diablo und Diablo II das Zepter in der Hand hatte. Gerade deshalb dürfte jedem Fan das Gameplay ziemlich vertraut vorkommen. In der Rolle eines Marvel-Charakters klicken wir uns über den Bildschirm, greifen Gegner an und sammeln anschließend die fallen gelassene Beute auf. Ganz nebenbei wird so natürlich auch noch aufgelevelt, was das Zeug hält. Und alle, die auf eine Fortsetzung ähnlicher Themenkreise wie in Diablo hoffen, können nun auch aufatmen - von denen gibt es in Marvel Heroes nämlich eine ganze Menge.

Es gibt zwei Möglichkeiten Marvel Heroes zu spielen: Entweder mit einem der kostenlosen Charaktere oder einem kostenpflichtigen Helden aus dem spieleigenen Store. Wer ein bisschen mehr investieren möchte, entscheidet sich für das Founders-Paket, das neben vier Charakteren auch Kostüme und Spiel-Währung beinhaltet. Billig ist das allerdings nicht.

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Weil ich schon während der Beta fleißig mitgeklickt habe, bin ich mit der Geschichte bereits vertraut. Ich entscheide mich für Storm, einem Charakter eher aus der B-Liste. Zur Auswahl stehen außerdem Thing, Hawkeye, Scarlet Witch, Black Widow und Daredevil. Weitere Helden lassen sich während des Abenteuers mit dem verdienten Geld freischalten. Weil aber der Zufall entscheidet, welche Figuren uns dabei zur Auswahl stehen, müssen wir am Ende doch den Geldbeutel zücken, um zu bekommen, was wir wollen.

Marvel Heroes 2015Marvel Heroes 2015
Es gibt zwei Möglichkeiten zu spielen: Entweder mit einem der kostenlosen Charaktere oder einem kostenpflichtigen.

Und es dauert gar nicht lange, da bekomme ich auch schon das Bedürfnis, dem Spiel meinen eigenen Stempel aufzudrücken. Kurzhand klicke ich mich deshalb durch den Store auf der Suche nach einem neuen Charakter. Zu kaufen gibt es hier so großartige Figuren wie Iron Man, Spider-Man, Hulk und Deadpool - die kosten dann allerdings auch etwas mehr als der Rest. Meine Wahl fällt auf Wolverine, mit dem mein Abenteuer nun endlich richtig beginnen kann.

Neben der Hauptgeschichte, gibt es natürlich auch jede Menge Nebenhandlungen, alle schön verpackt in die Erzählungen von Comic-Autor Brian Michael Bendis. Vermittelt wird das Ganze in Comic-Zwischensequenzen - und das passt richtig gut zu Ton und Atmosphäre des Spiels. Schön ist die gute Synchronisation. Kurz zur eigentlichen Story: Dr. Doom ist in den Besitz des Comic-Cubes gelangt und versucht nun, mit seinen neuerworbenen Kräften die Welt zu erobern. Vielleicht sogar, sie zu zerstören. Zwischen dem Beginn und der finalen Schlacht in Marvel Heroes kreuzen viele Bekannte unseren Weg. Und natürlich stellen wir uns jeder Menge Superschurken im Kampf. Comic-Fans wird gerade die große Vielfalt an Helden und Bösewichtern gefallen, die im Spiel verbaut wurden. Am Ende sind es sogar so viele, dass weniger bewanderte Spieler von einem Großteil der Figuren noch nie gehört haben dürften.

Das Abenteuer beginnt mit einem Gefängnisausbruch. Einerseits erklärt das schon mal, warum sich plötzlich so viele Gangster auf den Straßen herumtreiben. Andererseits liefert es gleichzeitig Stoff für unsere ersten Missionen. Lange gefackelt wird dabei nicht, schon nach wenigen Minuten erkunden wir die abwechslungsreichen Umgebungen, prügeln das Leben aus Gefolgsleuten unserer Gegner und sammeln so viel Beute wie nur irgend möglich. Der Bildschirm ist durchgängig gefüllt mit Charakteren, Gegnern und Explosionen. Während der Detailgrad dabei beeindruckend ist, gibt es hier und da doch einige grafische Ecken und Kanten. Dem überzeugenden Design des Spiels tut das aber keinen Abbruch. Marvel Heroes sieht gut aus, wenn auch nicht überragend.

Marvel Heroes 2015
Obwohl ein ganzer Bildschirm voller Effekte seinen Reiz hat, sorgt es vor allem für jede Menge Verwirrung.

Wo auch immer wir uns aufhalten, sind wir umgeben von anderen Spielern. Nervig kann das aus mehreren Gründen werden. Der erste mag zwar rein kosmetischer Natur sein, aber die schiere Masse an Hawkeyes und Scarlet Witches ist einfach unfassbar. Einmal besteht mein Team gleich aus drei Mitgliedern der oben erwähnten Helden - alle im selben Kostüm, alle mit identischen Waffen ausgerüstet. Das wird schnell langweilig. Der zweite Grund bezieht sich auf die visuellen Effekte. Die Animationen der Attacken einiger Charaktere verdecken das Geschehen auf dem Bildschirm fast vollständig. Obwohl ein ganzer Bildschirm voller Effekte seinen Reiz hat, sorgt es vor allem für jede Menge Verwirrung.

In regelmäßigen Abständen erwarten uns Bosskämpfe und von Beginn an geht es dabei gegen bekannte Fieslinge aus den Comics. Stellt man sich dem Kampf mit einer relativ kleinen Gruppe, kann das ziemlich unterhaltsam werden. Nervig wird das Ganze allerdings mit zu vielen Spielern auf demselben Server. Ehrlich, es wirkt schon beinahe lächerlich, wie sich teilweise zwei Dutzend Helden auf einen Schurken stürzen. Wie ein Haufen Paparazzi jagen sie dem Bösewicht hinterher und lassen seinen Energiebalken unaufhörlich schrumpfen. Offenkundig ist die Herausforderung hier ziemlich gering. In solchen Momenten heißt es schlicht, Teil der Masse zu werden, um Beute und Erfahrungspunkte abzugreifen.

Die kleineren und intimeren Momente, wenn man das so sagen kann, sind wesentlich unterhaltsamer und herausfordernder. Mit bis zu fünf anderen Spielern stellen wir uns etwa einem fokusierteren Kampf. Mit Freunden macht es natürlich am meisten Spaß, obwohl die Schwierigkeit der Herausforderungen nicht an die unterschiedlichen Level angepasst werden. Befindet sich also ein Freund mit weniger Erfahrung im Team, stirbt er mit hoher Wahrscheinlichkeit recht schnell. Andersherum wartet ebenso wenig Spaß. Mit hohem Level in frühere Kapitel zurückzukehren, fühlt sich in etwa so an, als würde man mit einem warmen Messer durch Butter fahren.

Marvel Heroes 2015
Manchmal müssen wir einen langen Abschnitt wiederholen, wenn wir weit entfernt von Checkpoints sterben.

Fehler werden in Marvel Heroes nur selten bestraft. Manchmal müssen wir einen langen Abschnitt wiederholen, wenn wir weit entfernt von Checkpoints sterben. In den meisten Fällen werden wir allerdings ein Stück um die Ecke wiederbelebt oder ein Teammitglied gabelt uns auf. Gestört hat mich das ehrlich gesagt nicht wirklich, denn immerhin war ich so immer Teil der Action oder schnell zurück in der hektischen Action.

Highlight des Spiels ist das Aufleveln des Charakters. Jeder bringt seinen eigenen Fähigkeitenbaum mit, den wir ganz individuell verfolgen. Es gibt zwar keine Unmengen an Anpassungsoptionen, aber genug um ein bisschen zu experimentieren und den Charakter nach Belieben zu gestalten. Mein Wolverine hat zum Beispiel unglaubliche Heilungsfähigkeiten, eine starke Basis-Attacke und ein paar ordentliche Spezial-Angriffe. Das mag zwar nicht besonders abwechslungsreich klingen, ist aber ein solides Fundament, mit dem sich etwas anfangen lässt.

Lebensenergie gibt es reichlich, wenn wir im Level voranschreiten. Viel wichtiger ist allerdings Stamina, die bestimmt, wie viele Spezialangriffe wir einsetzen können. Der dafür vorgesehene Balken lädt sich rasant auf. Während wir uns deshalb unentwegt durch die Gegnermassen metzeln, fühlen wir uns schnell wie ein echter Superheld. Zu Boden gerungene Feinde lassen Orbs fallen, die je nach Farbe Gesundheit, Stamina oder beides auffüllen. Gelbe Orbs geben uns Erfahrungspunkte.

Marvel Heroes 2015
Es gibt drei unterschiedliche Zentren im Spiel, um mit Items zu handeln und kurz durchzuatmen.

Es gibt drei unterschiedliche Zentren im Spiel, um mit Items zu handeln und kurz durchzuatmen. Der Avengers Tower befindet sich gleich im Startgebiet. Aber bevor wir den betreten dürfen, müssen wir uns erst Zugang zu Xaviers Schule für junge Begabte und dem S.H.I.E.L.D. verschaffen. Hier verstecken wir unsere Beute und rüsten unseren Charakter mit Items aus. Das können zum Beispiel Medaillen sein, die für ordentliche Boni sorgen, oder Kostümteile, die unsere Verteidigungswerte erhöhen.

Die Beute selbst ist entweder super oder vollkommen unbrauchbar. Zumindest kann man dem Spiel aber nicht vorwerfen, unzureichend viele Items bereit zu stellen. Es gibt immer neue und verbesserte Gegenstände, mit denen sich unsere Charaktere ausrüsten lassen - aber das meiste davon ist eben nicht besonders interessant. Die Anpassungsoptionen auf diesem Gebiet sind zwar vielfältig, aber an der Art und Weise wie wir spielen, ändern sie so gut wie nichts. Wer will, kann auch selbst ein bisschen basteln und gefundene Gegenstände zu Handwerkern in einer der drei bereits erwähnten Areale bringen. Die Handwerker müssen allerdings auch aufgelevelt werden. Das geschieht, in dem wir ihnen großzügig einige der gefundenen Items schenken. Es dauert aber eine ganze Weile, bis uns die emsigen Gesellen schließlich etwas verkaufen, das auch tatsächlich besser ist, als die Gegenstände, die wir während unserer Abenteuer finden.

Nach 15 Stunden ist die Hauptgeschichte abgeschlossen. Zur Belohnung gibt es weitere Inhalte wie tägliche Gruppen- und Überlebensherausforderungen sowie die Möglichkeit, gegen andere Spieler anzutreten. Erst jetzt gewinnt das Spiel an Langlebigkeit und die Entwickler bieten eine Menge an, um uns aktiv und bei der Sache zu halten.

Marvel Heroes 2015
Die Kämpfe im Player vs. Player-Modus sind fürchterlich unausgeglichen und bekommen hoffentlich Updates.

Der Player vs. Player-Modus (PvP) ist allerdings noch nicht ganz ausgereift, worauf der Beta-Status deutlich hinweist. Die Kämpfe sind fürchterlich unausgeglichen und wenn ihr nicht ohnehin schon einen hohen Rang habt, erwartet euch wenig Freude und dafür eine Menge Haue. Fortgeschrittene Spieler campen einfach an den Wiederbelebungspunkten ihrer Gegner und ersticken damit regelrecht jeglichen Spaß schon im Keim. Mit den nötigen Updates wird sich das hoffentlich noch bessern. Für viele der Herausforderungen müssen wir wiederum im Besitz von Cosmic Shards sein, andernfalls erhalten wir keinen Zugriff. Wie schwierig die gestellte Aufgabe wird, entscheidet unsere Wahl des Startpunktes in einem der drei Zentren.

Tagesherausforderungen sind meistens sehr fair, wiederholen sich zwar in ihrem Kern, machen aber trotzdem Spaß. Bei den Gruppenaufgaben müssen wir gemeinsam mit vier Freunden riesige Risse schließen, bevor wir uns einem Bosskampf stellen. Die Anzahl unserer Leben ist in diesem Modus beschränkt. Auch die Survival-Herausforderungen haben es in sich. Den Horden von aufgepumpten Gegnern sollte man sich auf jeden Fall nicht alleine in den Weg stellen. Geschickt müssen wir die Gefahr in Schach halten, andernfalls erwartet uns ein noch schwierigerer Bossgegner.

Marvel Heores ist ein solides Action-Rollenspiel. Ab und an ist es mühselig, aber daran ist in erster Linie das Free-to-Play-Modell schuld. Gerade vor diesem Hintergrund ist Umsetzung dennoch gut und man kann eine Menge Spaß haben, ohne auch nur einen Cent zu investieren. Wer allerdings mit einem Helden seiner Wahl spielen will, kommt um den Griff ins Portemonnaie nicht herum. Den höchsten Unterhaltungswert bietet Marvel Heroes natürlich im Zusammenspiel mit Freunden. Dann lassen sich die vielen Inhalte und fantastischen Charaktere noch um einiges mehr genießen. Wenn ihr uns fragt: Gebt dem Spiel eine Chance. Probiert es aus, immerhin ist es kostenlos. Sollte euch aber die erste Stunde so richtig fesseln, dann scheut euch nicht, auch ein bisschen was zu investieren, um das Beste aus der Spielerfahrung zu holen.

Marvel Heroes 2015
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07 Gamereactor Deutschland
7 / 10
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viele Inhalte, toller Fan-Service, schöne Auswahl an Helden und Fähigkeiten
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teilweise unübersichtlicher Bidlschirm, toll mit ein paar Freunden, immer gleiche Charaktere nerven
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